Ein Foto von SNAP! aus dem Jahr 1990. Hier mit Sängerin Penny Ford.
Ein Foto von SNAP! aus dem Jahr 1990. Hier mit Sängerin Penny Ford. Bild © Imago

Vor 25 Jahren machte sich ein Song aus Hessen auf ein Welthit zu werden: "Rhythm Is A Dancer" von "SNAP!" schaffte es auch in England und den USA auf Platz 1 der Charts.

Mit diesem Song ging die Eurodance-Ära erst so richtig los: "Rhythm Is A Dancer" schaffte es am 8. August 1992 auf Platz 1 in Großbritannien - und nicht nur dort. Auch in Deutschland, Österreich, der Schweiz und sogar den USA war der Song aus Frankfurt in den Charts ganz oben anzutreffen.

Luca Anzilotti und Michael Münzing am 09.05.2001
Luca Anzilotti und Michael Münzing am 09.05.2001 Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Dabei klingen die Namen der Produzenten hinter dem Song so gar nicht hessisch: "Benito Benites und John 'Virgo' Garrett III" werden da angeben. Dabei handelt es sich allerdings um die Pseudonyme von Michael Münzing und Luca Anzilotti - und das waren zwei Produzenten aus Frankfurt, die 1989 das Eurodance-Projekt "SNAP!" gegründet  hatten.

Der Reihe nach

Luca Anzilotti hat uns erzählt, dass "Rhythm Is A Dancer" eigentlich ganz anders gedacht war. Und zwar nicht als Hit-Single, sondern als Bonus-Track ihrer CD "Madman's Return". So wurde "Rhythm Is A Dancer" zunächst als ein Instrumental, also als Song ohne Gesang, produziert.

Dann jedoch entschied man sich, den Song als Single zu veröffentlichen - und so musste jemand rappen und singen. Der Rapper von "SNAP!" war damals Turbo B. Er trat zu der Zeit zusammen mit wechselnden Background-Sängerinnen auf. "Rhythm Is A Dancer " hat dann schließlich Thea Austin gesungen. Der Song gewann am Ende einen Echo und fünf Gold- bzw. Platin-Auszeichnungen.

Der Song

Zitat
„Rhythmus ist ein Tänzer, Mitstreiter der Seele / du kannst ihn überall spüren / Hände und Stimmen hoch, macht eure Köpfe frei und seid dabei / du kannst ihn in der Luft spüren, ooh“ Zitat von SNAP!
Zitat Ende

Zwischen den Refrains wurde gerappt. Weil Rap damals fast ausschließlich amerikanische schwarze Musik war, wurde ein schwarzer Rapper ans Mikrofon gestellt und er war umgeben von Sängerinnen und Tänzerinnen. Das Konzept zog sich später durch die gesamte Eurodance-Zeit: Egal ob bei "Culture Beat", "Mr. President", "Captain Jack" oder "Captain Hollywood Project": Es gab immer einen Rapper und eine Sängerin.

Und heute?

Thea und Turbo B (rechts im Bild) 2010 bei einer Veranstaltung in Johannesburg mit MC Hammer (links) und Vanilla Ice
Thea und Turbo B (rechts im Bild) 2010 bei einer Veranstaltung in Johannesburg mit MC Hammer (links) und Vanilla Ice Bild © Imago

Turbo B. startete nach "SNAP!" eine Solokarriere, sein Erfolg blieb jedoch mäßig. Er arbeitet heute vor allem als Gastmusiker bei verschiedenen Projekten in Europa und Amerika und tritt bei 90er-Retro-Veranstaltungen mit alten SNAP!-Hits auf. Die "Rhythm Is A Dancer"-Sängerin Thea Austin blieb ebenfalls im Musikgeschäft. Nach SNAP! hat sie noch bei diversen anderen Musikprojekten mitarbeitet. Gelegentlich meldet sie sich bei Twitter und bestätigt, dass sie immer noch als Singer, Songwriter und Musikproduzentin arbeitet. Sie liebt Gitarren und sagt: "Ich bin zwar nicht die erfahrenste Gitarristin, aber ich kann genug spielen, um wunderschöne Musik zu erschaffen." Und darauf kommt es doch an.

Sendung: hr3, "Die Kate Menzyk Show", 08.08.2017, 13:45 Uhr

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