Bienen im Flug
Bild © picture-alliance/dpa

In Ehringshausen werden heute 60 Bienenvölker evakuiert. Der Grund: Bei einigen von ihnen ist eine ansteckende Seuche festgestellt worden. Bis diese Bienen wieder gesund sind, müssen sie daher in Quarantäne.

Es hört nicht auf: Nachdem am Sonntag wegen einer Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg bereits große Teile von Frankfurt evakuiert werden mussten, ist heute Ehringshausen im Lahn-Dill-Kreis dran. Zugegebenermaßen trifft es diesmal nicht die menschlichen Bewohner, sondern 60 Bienenvölker.

Das entspricht etwa 1,5 Millionen Bienen. Bei ihnen ist nämlich die "Amerikanische Faulbrut" ausgebrochen. Diese Seuche ist für Bienen ansteckend und kann zum Sterben ganzer Völker führen. Deshalb wurde um den Fundort schon ein Sperrbezirk von rund zwei Kilometern eingerichtet. Heute findet dann eine große "Reinigungsaktion" statt: Die betroffenen Bienen kommen für einen Tag in Quarantäne, ihre Bienenstöcke werden in dieser Zeit gereinigt.

So läuft die Bienenquarantäne ab

Bienenbeute
So sieht eine Bienenbeute aus. Bild © picture-alliance/dpa

Die Bienen, die noch in den Beuten - also in ihrer "Bienenwohnung" - sitzen, werden in Kunstschwarmkisten abgekehrt. Dort verbringen sie die Nacht. Der Bienenstock wird in dieser Zeit desinfiziert. Am nächsten Tag haben sich auch die Tiere von der Faulbrut gereinigt. Der Verdauungstrakt und die Honigblase, in der die Sporen der Krankheit sitzen, sind dann geleert und die Bienen können wieder zurück in ihren Stock.

Audiobeitrag
Bienen auf dem Weg nach Hause

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Dr. Guiseppe Bosco im Gespräch mit Mirko Förster

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Die Brut der betroffenen Bienenvölker kommt leider nicht so glimpflich davon: Da es sich bei der Amerikanischen Faulbrut - der Name verrät es schon - um eine Brutkrankheit handelt, muss der Nachwuchs verbrannt werden. Sonst würde sich die Krankheit noch weiter ausbreiten. Tierarzt Dr. Giuseppe Bosco, der für die Aktion verantwortlich ist, erklärt in hr3: "Die Waben schlüpfen zu lassen, würde eine sehr, sehr starke Belastung für die Bienen hier und die Imker in der Umgebung bedeuten. Das ist nicht vertretbar. Deswegen haben wir leider keine andere Variante."

Für die Imker ist das natürlich alles andere als schön. Die Tierseuchenkasse übernimmt zwar 70 Prozent des finanziellen Ausfalls. Für die meisten von ihnen sind die Bienen aber mehr als nur Mittel zum Zweck. Sie sind ihnen wichtig, der Verlust tut weh.

Was ist mit den Bienen, die noch unterwegs sind?

Biene auf Blume
Auch die Bienen, die tagsüber noch im Flug sind, werden evakuiert. Bild © Colourbox.de

Natürlich sind die Bienen nicht alle "daheim", wenn die Evakuierung beginnt. Viele von ihnen werden im Flug sein. Weil sie aber spätestens zur Dämmerung zu ihrem Stock zurückkehren, sind Sammler aufgestellt, die auch die Herumtreiber noch einfangen und in die Kunstschwarmkisten übersiedeln. So wird sichergestellt, dass alle betroffenen Bienen sich in der Quarantänestation säubern können.

Ist die Seuche für uns Menschen bedenklich?

Nein! Die Amerikanische Faulbrut ist für uns Menschen ungefährlich. Auch Honig kann ohne Bedenken gegessen werden. Es besteht also kein Grund zur Sorge.

Sendung: hr3, "hr3 am Vormittag", 05.09.2017, 09:30 Uhr

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