Sportunterricht in Schulen
Auf Sportunterricht in der Schule müssen Kinder oft verzichten Bild © Imago

In Hessen fällt jede vierte Sportstunde aus. Die Gründe sind vor allem der Fachlehrermangel und die fehlenden Sporthallen. Doch Sport ist für die Entwicklung der Kinder extrem wichtig. Wir sagen euch, wir Ihr Sport in Euren Alltag besser integrieren könnt.

Sport in der Schule wird oft unterschätzt. Hauptsache die „wichtigen“ Fächer wie Mathe und Deutsch fallen nicht aus, wird manch einer denken. Doch Sport ist alles andere als unwichtig. Warum, das erklärt Prof. Dr. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule im Gespräch mit hr3.

Warum ist es so wichtig, dass sich Kinder bewegen?

„Die motorische Entwicklung, aber auch die geistige und soziale Entwicklung ist sehr stark davon geprägt, ob sich ein Kind vernünftig und viel bewegt“, erklärt Froböse in hr3. Nur wenn Kinder ihre Welt entdecken, sich also bewegen, können sie sich in ihrem Wachstum und auch geistig richtig entwickeln.

Was würde passieren, wenn sich Kinder überhaupt nicht bewegen?

Studien haben gezeigt, dass Kinder, die eingesperrt waren und nur eine eingeschränkt Bewegungsfreiheit hatten, durch motorische Unruhe und Nervosität aufgefallen sind. „Sie hatten massive Entwicklungsstörungen, nicht nur im körperlichen Wachstum, sondern gerade auch im geistigen Wachstum. Die Intelligenzentwicklung bleibt dann deutlich auf der Strecke“, so der Sportwissenschaftler.

Woran erkenne ich, dass sich mein Kind zu wenig bewegt?

Das Kind zeigt eine motorische Unruhe und ist nervös. Körpergewichtsveränderungen können ein Hinweis auf zu wenig Bewegung sein und dass sich die motorischen Fähigkeiten des Kindes nicht so entwickelt haben, wie es dem Alter angemessen ist. Es gibt Tabellen, die zeigen, was ein Kind in einem bestimmten Alter können sollte. 120 Minuten sollten sich Kinder laut Froböse täglich bewegen, aber nicht nur langsam, sondern intensiv.

Was ist eine typische Bewegung, die wir als Kinder noch konnten, die heutigen Kinder aber nicht mehr?

„Früher konnten die Kinder besser rückwärts balancieren. Die Gleichgewichtsfähigkeit und die Körperkontrolle hat deutlich nachgelassen“, erklärt Ingo Froböse und zwar um 20-30% in den vergangenen Jahren.

Was können Eltern im Alltag tun, um die Sportlichkeit ihrer Kinder zu fördern?

„Bewegungsräume zulassen und Bewegungszeiten mit einplanen“, empfiehlt Prof. Dr. Ingo Froböse. Die Pisa-Studie war laut dem Sportwissenschaftler und Gesundheitsexperten ein Supergau für den Sport. Dadurch verlor der Sport an Bedeutung nicht nur in der Schule, sondern auch bei den Eltern. Eltern sollten sich immer fragen, muss ich mein Kind in die Schule fahren, oder kann es die Strecken nicht auch laufen, mit dem Fahrrad oder dem Roller fahren?

Nach der Schule brauche das Kind auf jeden Fall Zeit fürs Toben und Spielen. Und wenn die Eltern am Wochenende noch etwas Sportliches mit ihren Kindern unternehmen, zum  Beispiel eine Fahrradtour oder einen Spaziergang, dann haben sie schon viel getan, um den Sport bei ihren Kindern  zu fördern. „Das Kind muss nicht die Sportarten lernen, sondern spielen und sportlich werden erlernen“, sagt Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule.

Weitere Informationen

Modelprojekt: Täglicher Sportunterricht an vier Schulen

Von 22.700 vorgesehenen Sportstunden fielen im Schuljahr 2015/16 in Hessen 5.700 Stunden aus. Das geht aus einem internen Bericht des Kultusministeriums hervor, der dem hr vorliegt. Dem Dokument zufolge fällt der Sportunterricht vor allem an Grundschulen aus. An vier Schulen wurde jetzt ein Modelprojekt gestartet, das jeden Tag Sportunterricht vorsieht. Alle Infos dazu haben die Kollegen von hessenschau.de.

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Sendung: hr3, "hr3 am Vormittag", 25.10.2017, 10:00 Uhr

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