Geklautes Lenkrad
Kein schöner Anblick: Das Lenkrad ist weg. Bild © picture-alliance/dpa

Immer öfter werden Autoteile aus den Fahrzeugen geklaut. Allein in Hessen wurden im vergangenen Jahr über 2500 solcher Fälle erfasst. Die Täter gehen dabei höchst professionell vor. Wir sagen Euch, wie Ihr Euch vor einem solchen Diebstahl schützen könnt.

Da steigt man nichtsahnend in sein Auto, will losfahren – und bemerkt, dass das Lenkrad weg ist. Geklaute Autoteile sind kein Einzelfall mehr: Laut LKA Hessen wurden im vergangenen Jahr 2541 Fälle erfasst, bei denen fest installierte Navigationsgeräte, Airbags, Kfz-Bordcomputer oder Lenkräder geklaut wurden. Nur 845 dieser Fälle wurden aufgeklärt.

Besonders Frankfurt am Main war 2016 von dieser Diebstahlserie betroffen: 635 Mal wurde ein Autoteile-Klau bei der Polizei gemeldet. Wiesbaden liegt mit 160 Fällen auf dem zweiten Rang, auf Platz 3 folgt Offenbach mit 86 erfassten Fällen.

Die Polizei Südhessen – hier wurden 2016 insgesamt 288 solcher Diebstähle gemeldet - hat sogar eine spezielle Ermittlergruppe zusammengestellt, um den Autoteil-Dieben auf die Spur zu kommen. Ihren Erkenntnissen zufolge  kommen die Täter zum Großteil aus Litauen und anderen osteuropäischen Ländern. Sie werden beauftragt, an einem bestimmten Ort zuzuschlagen und reisen extra dafür ein.

Wie läuft so ein Autoteile-Diebstahl ab?

Auto Diebstahl
Oftmals sind nur wenige Handgriffe nötig, um Autoteile zu stehlen. Bild © Colourbox.de

Ins Beuteschema fallen besonders hochklassige Wagen, etwa von VW, Mercedes, Audi und BMW. Meistens schlagen die Täter zu zweit zu. Im Schnitt dauert der Angriff auf ein Fahrzeug nur zwei bis drei Minuten. Über eine Funkfernbedienung oder das Einschlagen eines Fensters verschaffen sie sich Zugriff. Bei einem Navigationsgerät beispielsweise müssen dann nur noch zwei Schrauben gelöst werden. Die Geräte werden dann an verschiedenen Orten zwischengelagert, irgendwann zusammengeführt, in einen Transporter gepackt und ins Ausland überführt.

Was passiert mit den geklauten Ersatzteilen?

Viele Teile gehen nach Osteuropa. Der größte Abnehmermarkt ist allerdings Asien. Vor allem die Chinesen importieren oftmals gebrauchte Autos aus den USA. Da die dort verbauten Navigationsgeräte in Asien aber nicht funktionieren, rüsten die Käufer mit europäischen Geräten nach – die laufen nämlich auch in Fernost.

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Wie kann ich mich davor schützen?

Am sichersten ist es, dass Auto in einer abgeschlossenen Garage zu parken. Wenn das nicht geht, solltet Ihr zumindest an eher hellen Stellen, also zum Beispiel unter Laternen, parken.

Auch gut: eine Alarmanlage nachrüsten. Die sogenannten „Innenraumsensoren“ kosten zwischen 1000 und 3500 Euro. Nicht ganz günstig, aber effektiv: Die Sensoren sind nämlich von außen zu erkennen. Die Täter wissen also vorher, dass das Einbrechen an einem solchen Auto eher schwer ist – und Ihr bleibt vielleicht verschont.

Autofenster eingeschlagen
So schnell kann's gehen: Scheibe eingeschlagen, Lenkrad, Navi und Co weg. Bild © Colourbox.de

Wer eine kostengünstigere Variante sucht, kann spezielle Folien auf seine Fensterscheiben kleben. Die erschweren das Einschlagen. Auch die gute alte Lenkradkralle funktioniert nach diesem Schema. Die Autodiebe können sie zwar knacken, das hält aber auf. Also wählen sie im besten Fall einfach einen anderen Wagen.

Die Fahrzeughersteller selbst tragen auch einen Teil bei. BMW zum Beispiel macht den Wiedereinbau der Teile seit zwei Jahren erheblich schwerer. Oftmals hilft es auch schon, wenn die Fahrgestellnummer auf die einzelnen Teile eingraviert ist. Das erschwert den Weiterverkauf.

Zahlt die Versicherung, wenn Autoteile gestohlen werden?

Bei Teilen, die fester Bestandteil des Fahrzeugs sind, greift für gewöhnlich die Teilkaskoversicherung. Navigationsgeräte, die nicht fest verbaut sind, gehören allerdings genau wie Smartphones, Sonnenbrillen oder CDs zum Hausrat und fallen daher unter die entsprechende Hausrats-Außenversicherung.

Sendung: hr3, "Die Kate Menzyk Show", 27.07.2017, 13:30 Uhr

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