Die Roaminggebühren entfallen - und das Handy kann im Ausland mit an den Strand.
Die Roaminggebühren entfallen nicht automatisch. Bild © picture-alliance/dpa

Seit Mitte Juni müssen Handy-Nutzer innerhalb der EU keine Roaming-Gebühren mehr bezahlen. Doch so einfach wie das klingt, ist es nicht, vor allem wenn man O2-Kunde ist. Die Verbraucherzentrale hat eine Klage gegen den Mobilfunkbetreiber angekündigt.

Wollen Handynutzer auch im europäischen Ausland Telefonieren, Surfen und SMS Schreiben, dann müssen sie seit 15. Juni eigentlich keine weiteren Gebühren mehr zahlen. Doch nicht für alle 02-Kunden gilt diese neue Regelung. Wir beantworten die wichtigsten Fragen und was Ihr bei Eurem Vertrag beachten müsst.

Fallen Roaming-Gebühren nicht automatisch weg?

Das kommt ganz auf den Vertrag an. Habt Ihr in eurem Vertrag schon eine Auslands-Option gebucht, dann werdet Ihr nicht automatisch umgestellt. O2 sagt, sie möchten Euch als Kunde die Wahl lassen: "Ein Wechsel ist nicht für jeden Kunden von Vorteil. Wer beispielsweise eine EU-Flat (1GB) kostenfrei in seinem Tarif inkludiert hat, dem stehen in der EU und in einigen Nicht-EU-Ländern (Beispiel: Schweiz) die vollen 1GB zur Verfügung – auch dann, wenn der Kunde gegen Ende des Monats innerhalb der EU verreist. Bei Wahl des Roam-like-at-home-Prinzips kann dagegen das Inlandsvolumen zu diesem Zeitpunkt bereits fast aufgebraucht sein." Tatsächlich dürfen Anbieter Tarife nicht einfach umstellen, wenn sie dem Kunden Vorteile gegenüber dem regulären kostenlosen EU-Roaming bieten. Das Dumme ist: O2 lässt Euch auch dann die Wahl, wenn Ihr daraus höchstwahrscheinlich einen Nachteil zieht.

Was kann passieren?

Mit dem Handy im Urlaub telefonieren wird jetzt günstiger.
Mit dem Handy im Urlaub telefonieren wird jetzt günstiger. Bild © picture-alliance/dpa

Es gibt zum Beispiel überteuerte Tagespakete: Ihr zahlt am Tag 2,99 Euro für ein bisschen Telefonieren und Surfen (25 Gesprächsminuten, 25 SMS und 50 MB Datenvolumen). Es gibt eigentlich keinen Grund, diesen Tarif zu behalten. Trotzdem stellt O2 Euch nicht automatisch um. Sie möchten Euch als Kunde auch hier die Wahl lassen, weil die Tagespakete zum Beispiel auch im Nicht-EU-Land Schweiz gültig sind. Tatsächlich sind diese Pakete aber nur eine Option, die Ihr im Ausland zusätzlich buchen könnt und für die Ihr sonst nicht regelmäßig bezahlt. Wenn Ihr nicht in die Schweiz fahrt, habt Ihr auch nichts davon – im Gegenteil: Im schlimmsten Fall zahlt Ihr ordentlich drauf, weil Ihr statt kostenlosem EU-Roaming jeden Tag einen teuren Tagespass kauft. Und diese Info bekommt Ihr nur auf Eurer Rechnung oder auf der Website und nicht etwa durch eine SMS von O2.

Und genau gegen diese Kommunikationspraxis will die Verbraucherzentrale (VZBV) klagen. Sie bezeichnet die Kommunikation als "irreführend". Aus Sicht der VZBV sind die Rechtsgrundlagen zwar missverständlich, aber es gehe klar daraus hervor, dass die Umstellung automatisch zu erfolgen habe und die Verantwortung beim Anbieter liege. Dass O2 seinen Kunden sagt, sie selbst müssten den Wechsel in den EU-Roaming-Tarif  vornehmen, indem sie eine SMS schicken, sei nicht korrekt. O2 sagt hingegen, man habe die Praxis vorher von der Bundesnetzagentur genehmigen lassen.

Wie machen das die anderen Anbieter?

Von den großen Mobilfunkanbietern ist O2 der einzige, der das so macht. Bei Vodafone oder bei der Telekom werden alle Kunden automatisch umgestellt. Vor der neuen Roaming-Regelung gab es auch bei der Telekom solche Tagespakete. Seitdem die Roaming-Gebühren abgeschafft sind, gibt es sie nicht mehr: "Das wäre ja Quatsch", sagt Philipp Blank von der Telekom. Auch Vodafone hat alle Tarif-Optionen abgeschafft, die keinen echten Mehrwert zum Gratis-EU-Roaming bieten. Die einzige Ausnahme sind Flatrate-Verträge, die mehr können als das Standard-Roaming, bei denen zum Beispiel auch die Schweiz mit drin ist.

Unser Tipp:

Fragt auf jeden Fall Eure Anbieter, was bei Euch das Roaming kostet, ganz besonders wenn Ihr bei O2 seid.

Sendung: hr3, "hr3 am Abend", 09.08.2017, 20:00 Uhr

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