Smartphone beim Essen
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Eltern, die beim Essen Smartphones nutzen, sind laut der Drogenbeauftragten der Bundesregierung ein schlechtes Vorbild. Eine Studie aus den USA gibt ihr Recht.

Kanzlerin Merkel eröffnet heute die Gamescom in Köln. Das Motto der Videospielmesse lautet in diesem Jahr „Einfach zusammen spielen“ – und das werden die Besucher in den nächsten fünf Tagen mit Sicherheit tun. Gelegenheit gibt es zur Genüge: In diesem Jahr stellen mehr als 900 Aussteller aus 50 Ländern die neuesten Highlights aus der Computerspielbranche vor.

Die Begeisterung für die digitalen Spiele ist unter Jugendlichen nach wie vor groß: Etwa 22 Stunden in der Woche verbringen 12-17-Jährige durchschnittlich mit Gaming oder im Netz. Während Jungs Computerspiele bevorzugen, interessieren sich die Mädchen vor allem für die sozialen Medien. Laut der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Marlene Mortler, kann aus Spaß aber schnell eine Sucht werden: „5,8 Prozent aller Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren zeigen mittlerweile ein gestörtes Internet- oder Computerspielverhalten“, warnt die CSU-Politikerin in einer Mitteilung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA).

Eltern sind oftmals ein schlechtes Vorbild

Die betroffenen Kinder hätten demnach Schwierigkeiten, ihre Spiel- und Internetnutzung zu kontrollieren, sie zeigten Entzugserscheinungen und reagierten gereizt oder sogar aggressiv, wenn sie nicht online sein könnten. Eltern sollten daher wachsam bleiben und sich ihrer Vorbildfunktion bewusst sein. „Wer selbst beim Abendessen das Smartphone oder Tablet nicht mehr weglegt, ist den Kids gegenüber wenig glaubwürdig und vermittelt sicherlich keine gesunde Online/Offline-Balance“, findet Mortler.

Eine aktuelle Studie aus den USA gibt ihr Recht: Forscher der University of Texas testeten in zwei Experimenten, wie sich die Lage des Smartphones auf unser Gehirn auswirkt. Dazu wurden die 800 Teilnehmer der Studie in drei Gruppen unterteilt: Die erste Gruppe legte ihr Smartphone auf den Tisch, die zweite packte es in die Tasche, die dritte lagerte es in einem anderen Raum. Anschließend mussten alle Proabenden einen Test zu ihren kognitiven Fähigkeiten absolvieren.

Die Gruppe, die ihr Handy in einem anderen Raum lagerte, schnitt dabei deutlich besser ab als die anderen beiden. Konkret bedeutet das: Unsere Konzentrationsfähigkeit nimmt ab, wenn das Smartphone in Sicht- oder Reichweite ist - unter anderem deshalb, weil unser Gehirn dann damit beschäftigt ist, sich nicht davon ablenken zu lassen. Wer sein Handy wegpackt, hat also mehr Gehirnleistung für andere Dinge übrig - und das kann ja ganz nützlich sein.

Sendung: hr3, "Die Kate Menzyk Show", 22.08.2017, 13:30 Uhr

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