Ein Clown auf dem Römer in Frankfurt
Ein Clown auf dem Römer in Frankfurt Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Es gibt rechtliche Grenzen, die Ihr bei Eurer Kostümwahl unbedingt beachten solltet - und nicht nur da! Hier gibts rechtliche Tipps für die närrische Zeit.

Wenn das Kostüm "zu echt" wirkt

Kostüme, die zu Verwechslungen zum Beispiel mit echten Polizisten führen können, sind verboten. Also keine echten Uniformen mit echten Abzeichen tragen. Ist die Bekleidung hingegen mein Eigentum und ich erwecke durch Abzeichen nicht den Eindruck einen öffentlichen Dienst zu erfüllen, darf ich sie tragen.

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Diese Kostüme bringen Euch garantiert keinen Ärger ein

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Weitere generell verbotene Abzeichen: Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Dazu gehören zum Beispiel Hakenkreuze.

Was auch verboten ist: Sogenannte "Anscheinswaffen". Das sind Attrapen, die täuschend echt aussehen. Hier droht ein Bußgeld bis zu 10.000 Euro. Karneval-Spielzeugwaffen aus dem Kaufhaus sind in der Regel dahingehend geprüft und freigegeben.

Nicht zu sexy

Egal ob Mann oder Frau: Ist das Kostüm zu freizügig und provoziert zu stark, können Bußgeld und Anzeige drohen. Also nicht zu viel Haut zeigen!

Vermummungsverbot an Fasching?

Auf diesem Foto haben wir einen galaktischen Bösewicht versteckt. Tipp: Er hat keine rote Nase.
Auf diesem Foto haben wir einen galaktischen Bösewicht versteckt. Tipp: Er hat keine rote Nase. Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Grundsätzlich gilt in Deutschland bei öffentlichen Veranstaltungen ein Vermummungsverbot. Bedeutet: Es soll jederzeit die zweifelsfreie Feststellung der Identität möglich sein. Bei Missachtung drohen Geld- und sogar Freiheitsstrafen. Gute Nachricht für all die Darth Vaders und Stormtrooper da draußen: In § 17a Versammlungsgesetz ist geregelt, dass Ausnahmen gemacht werden dürfen - also zum Beispiel an Fasching. Man darf sogar maskiert Auto fahren, so lange die Sicht nicht beeinträchtigt wird.

Sachbeschädigung an Krawatten?

Vorsicht mit Krawatten an Weiberfastnacht: Streng genommen handelt es sich beim Abschneiden einer Krawatte um Sachbeschädigung nach § 303 Strafgesetzbuch. Ist der Krawattenträger einverstanden, darf man sie abschneiden. Ist er es nicht, kann der Eigentümer auf Schadenersatz bestehen. Im Rheinland geht die gängige Rechtsprechung übrigens davon aus: Wer an Weiberfastnacht mit einer Krawatte rumläuft, ist selber Schuld und stimmt automatisch dem Abschneiden zu.

Schmerzensgeld wegen Kamelle?

Vorsicht vor tieffliegenden Kamelle!
Vorsicht vor tieffliegenden Kamelle! Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Wer von einem Umzugswagen an Fastnacht Kamelle an den Kopf bekommt und deswegen eine Platzwunde davon trägt (hat es schon gegeben!), hat keinen Anspruch auf Schmerzensgeld oder Schadensersatz. Wer also nicht fangen kann: Lieber daheim bleiben.

Wildpinkeln kann teuer werden

Vorsicht beim "Wildpinkeln"! Das ist zwar "nur" eine Ordnungswidrigkeit und keine Straftat, kann aber trotzdem teuer werden. An historischen Gebäuden kann es sogar bis zu 400 Euro kosten. Ansonsten kann man mit Kosten zwischen 30 und 100 Euro rechnen, je nach Stadt. Deutlich günstiger: Öffentliche Toiletten nutzen oder vielleicht mal nett in einer Gaststätte oder einem Restaurant fragen. Gegen eine kleine Gebühr ist der Besuch der Toilette dort oft auch für Nicht-Kunden möglich.

Sendung: hr3, "hr3 Morningshow", 08.02.2018, 8 Uhr

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