Heizkörper
Heizt Ihr schon oder friert Ihr noch? Bild © picture-alliance/dpa

Nicht überall wird die Heizung derzeit auch warm. Ab wann muss der Vermieter die Heizungsanlage anmachen? Und was ist zu tun, wenn die Heizung ausfällt? Wir klären auf.

Ihr habt es sicherlich auch schon gehört: Weil ihre Heizung abgestellt war, haben die Bewohner eines Wohnhauses in Flörsheim einfach einen Grill zum Heizen verwendet. Das Ergebnis: drei verletzte Personen und ein evakuiertes Haus. Das solltet Ihr also nicht unbedingt ausprobieren, wenn es in Eurer Wohnung nicht warm wird. Was Ihr stattdessen machen könnt, verraten wir Euch hier.

Wann muss mein Vermieter die Heizung anstellen?

Es gibt keine gesetzlich geregelte Heizpflicht. Von wann bis wann geheizt werden muss, ist deshalb im Mietvertrag festgelegt. In der Regel geht die Heizperiode vom 1. Oktober bis zum 30. April. In dieser Zeit muss der Vermieter die zentrale Heizungsanlage so einstellen, dass in der Wohnung eine Mindesttemperatur zwischen 20 °C und 22 °C erreicht werden kann.

Diese Mindesttemperatur ist per DIN geregelt und für jeden Raum unterschiedlich: In Wohnräumen, Schlafzimmer und Küche müssen mindestens 20 Grad erreicht werden, im Badezimmer sind es 22 Grad. Für den Flur reichen dagegen 15 Grad. Das gilt allerdings nicht rund um die Uhr: Von 24 Uhr bis 6 Uhr reichen in den Wohnräumen auch 18 Grad aus.

Wenn im Mietvertrag keine Heizperiode festgelegt ist, muss die Heizungsanlage in Betrieb genommen werden, sobald die Temperatur unter 16 °C absinkt und in den folgenden zwei Tagen auch nicht mehr auf über 20 °C ansteigt. Das gilt auch für kühle Sommer: Ist absehbar, dass die Raumtemperatur für länger als zwei Tage unter 18 °C abrutscht, muss laut Deutschem Mieterbund ebenfalls die Heizung in Betrieb genommen werden.

Wie kann ich mich wehren, wenn es nicht warm wird?

Wird die vorgeschriebene Temperatur von 20-22 °C im Winter nicht erreicht, liegt laut Mieterbund ein Wohnungsmangel vor. Der Vermieter ist verpflichtet, diesen Mangel zu beseitigen. Geschieht dies nicht, kann die Miete gemindert werden: Wird es in der Wohnung nur bis zu 18 °C warm, ist eine Minderung bis zu 20 Prozent möglich, bei völligem Heizungsausfall sind es sogar zwischen 75 und 100 Prozent. Wird es gar nicht mehr warm, ist unter Umständen auch eine fristlose Kündigung rechtens.

Thermostat
21 Grad sollten in den Wohnräumen erreicht werden. Bild © Imago

Auch der Mieter hat in der Heizsaison Pflichten. Gesetzlich ist zwar niemand gezwungen, im Winter zu heizen. Die Wohnung darf in der kalten Zeit allerdings keinen Schaden nehmen. Wenn zum Beispiel die Rohre einfrieren, weil nicht geheizt wird, kann der Vermieter von seinem Mieter Schadensersatz einfordern. Außerdem muss der Mieter die Heizkostenvorauszahlung leisten. Tut er dies nicht, kann der Vermieter einfach die Heizung abdrehen.

Was ist zu tun, wenn die Heizung immer wieder ausfällt?

In der Regel läuft es so: Der Mangel muss dem Vermieter gemeldet werden. Er beauftragt dann einen Handwerker und trägt die Kosten. Wenn der Vermieter aber nicht innerhalb von 24 Stunden reagiert oder es sich um einen Notfall handelt - zum Beispiel an einem Wochenende oder Feiertag - kann man die Reparatur auch als Mieter beauftragen und sich die Kosten hierfür erstatten lassen oder von der Miete abziehen. Unter anderem auch deshalb, weil es wie oben beschrieben die Pflicht eines Mieters ist, größere Schäden an der Wohnung zu verhindern.

Der Erstattungsanspruch gilt aber nur in der Höhe, in der die Kosten erforderlich waren. Wenn also ein Boiler ausgetauscht wird, obwohl es nachweislich auch eine Reparatur getan hätte, kann der Vermieter sich querstellen. Unter Umständen ist im Mietvertrag zudem geregelt, dass kleinere Reparaturen bis 75 Euro vom Mieter zu tragen sind.

Grundsätzlich gilt: Es schadet nicht, den Vermieter auch dann zu informieren, wenn eine Reparatur eilt - des guten Klimas wegen.

Wie kann ich beim Heizen sparen?

Es gibt ein paar einfache Tricks, mit denen ihr bei den Heizkosten sparen könnt. Senkt Ihr beispielsweise Eure Raumtemperatur um ein Grad, bringt das schon sechs Prozent Energieeinsparung. Achtet auch darauf, dass Euer Heizkörper nicht durch Möbel oder Vorhänge verdeckt wird. Regelmäßiges Entlüften der Heizkörper und jährliches Warten der Heizungsanlage sorgen ebenfalls für eine bessere Wärmeausbeute.

Außerdem kann falsches Lüften dazu führen, dass die Wände auskühlen - und dann kann es in der Wohnung trotz der richtigen Temperaturen ungemütlich werden. Anstatt das Fenster stundenlang bei laufender Heizung auf Kippe zu haben, lieber mehrmals am Tag kräftig stoßlüften. So verhindert Ihr auch gleich, dass sich Schimmel bildet.

Warum riecht die Heizung beim ersten Heizen?

Viele von Euch kennen sicherlich den typischen Geruch, wenn man die Heizung nach den Sommermonaten wieder anstellt. Das kann zwei Gründe haben: Heizungen sind lackiert und wenn sie das erste Mal nach längerer Zeit angestellt werden, kann der Lack am Anfang riechen, wenn sich das Material durch die Wärme ausdehnt. Möglichkeit zwei für den typischen Heizungsgeruch: Staub. Über den Sommer lagert sich jede Menge Staub auf den Heizungen, in den Rillen und Zwischenräumen ab, der dann beim ersten Heizen quasi verkokelt. Also am besten alle Heizungen erst mal kräftig entstauben. Beide Möglichkeiten für den Heizungsgeruch sind für uns übrigens total ungefährlich und der Geruch ist auch nach ein paar Tagen wieder verschwunden.

Sendung: hr3, "Die Kate Menzyk Show", 13.11.2017, 13:30 Uhr

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