Ein Schild warnt vor Zecken
Ein Schild warnt vor Zecken Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Nicht nur wir kriechen im Frühling aus unseren Verstecken – die Zecken tun's auch und können gefährliche Krankheitserreger wie Borreliose oder FSME übertragen. Wo man besonders aufpassen sollte...

Wo Zecken in Hessen lauern

Zecken findet man überall in Hessen in Wiesen und Wäldern. Man kann sagen, dass Borreliose-Bakterien, die von Zecken übertragen werden, überall in Deutschland vorkommen – davor ist man nirgendwo mehr sicher. Die zweite Krankheit, die von Zecken übertragen werden kann, ist FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis). Sie löst in schweren Fällen eine Gehirnhautentzündung aus. Diese Viren findet man in Hessen nur an einigen Orten, wie Marburg-Biedenkopf, also im Norden, oder im Süden, Main-Kinzig-Kreis, Landkreis Offenbach, Darmstadt oder im Odenwald. Und außerhalb von Hessen natürlich in Baden-Württemberg und Bayern. Wir sprechen aber von 400 Erkrankungsfällen im letzten Jahr deutschlandweit, also es ist eine Krankheit, die gefährlich werden kann, glücklicherweise aber selten vorkommt.

Wo genau man mit dem FSME-Erreger rechnen muss, zeigt eine Karte des Robert-Koch-Instituts, die man sich als PDF im Internet herunterladen kann.

Wie man sich Zecken einfängt

Wenn ich durch ein Gebüsch, durch eine Wiese oder durch den Wald laufe, sitzen die Tiere dort an den Spitzen der Gräser und klettern auf den Menschen über, angelockt durch die Temperatur oder den Körpergeruch.

Wenn die Zecke zugebissen hat ...

Man muss versuchen, das Tier mit speziellen Zangen ordentlich herauszuziehen, ohne den Körper, vor allem den Hinterleib, zu zerquetschen. Denn wird die Zecke mit Gewalt entfernt, kann es sein, dass sie den Mageninhalt oder den Speichel in die Wunde absondert. Auf diese Weise wird die Übertragung der Krankheit noch zusätzlich gefördert. Wenn ich mir das Herausziehen nicht zutraue, kann ich auch zu einem Arzt gehen. Wichtig - so Zecken-Experte Karl-Heinz Wellmann - ist, dass die Zecke schnell entfernt wird. Die Wahrscheinlichkeit steigt, dass die Erreger übertragen werden, je länger die Zecke saugen kann.

Wie ich einen Zeckenbiss erkenne

Ein Zeckenbiss tut nicht weh! Schade, denn sonst würde man allein dadurch überhaupt schon auf den Biss aufmerksam werden können. Deshalb ist es wichtig, den Körper nach Zecken, Zeckenbissen abzusuchen, wenn man sich in der Natur aufgehalten hat. Die von Zecken bevorzugten Stellen sind die zarten Hautpartien: unter den Armen, in der Leistengegend, in den Kniekehlen.

Schutz vor Zeckenbissen

Erst mal kann man sich mit langer Kleidung gegen Zecken schützen oder in dem man z.B. die Socken über die Hosenbeine zieht. Sogenannte Repellents helfen aber auch schon. Wurde man gebissen, kann eine Borreliose-Erkrankung mit Antibiotika behandelt werden, gegen die FSME-Erkrankung hilft nur eine Impfung. Für diese Impfung wäre jetzt der richtige Zeitpunkt, da zwei Impfungen über 4 bis 6 Wochen verteilt nötig sind.

Symptome nach einem Zeckenbiss

Mit Kindern sollte man zum Arzt gehen, um den Biss genau ansehen zu lassen. Auch darauf achten, wie sich das Kind fühlt, denn es muss bei Kindern und auch Erwachsenen nicht sofort ein eindeutiges Symptom wie ringartige Hautrötung auftreten. Es können sich Kopfschmerzen und Abgeschlagenheit einstellen, ohne dass vorher eine Rötung zu sehen war. Deshalb ist es ratsam, sich aufzuschreiben, wann man den Zeckenbiss entdeckt hat, an welcher Stelle und ob sich daraufhin Beschwerden, Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen oder Unwohlsein eingestellt haben.

Die Symptome sind eher unspezifisch und ähneln sehr einem grippalen Infekt, zwar ohne Schnupfen und Husten, dafür aber mit Fieber, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Gelenkprobleme, bis hin zu Herzrasen und Bluthochdruck.

Wer sich impfen lassen sollte

Alle Bewohner eines Risikogebietes sollten sich impfen lassen, und wenn man vor hat, in einem Risikogebiet Urlaub zu machen. Und jeder natürlich, der sich viel im Grünen aufhält, beruflich viel im Freien arbeitet. Die Impfung ist gut verträglich, es kann sich eventuell eine leicht fiebrige Reaktion einstellen. Auch Kinder unter 3 Jahren können in Absprache mit dem Kinderarzt schon geimpft werden.

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