Sarah Conner
Sarah Connor meldet sich mit ihrem neuen Album "Herz Kraft Werke" zurück. Bild © Universal

Mit ihrem neuen Song "Vincent" präsentiert Sarah Connor den ersten Vorboten ihres kommenden und zweiten deutschsprachigen Albums "Herz Kraft Werke" und meldet sich mit einer klaren Botschaft zurück.

Vier Jahre nach dem spektakulären Erfolg mit ihrem ersten deutschsprachigen Album "Muttersprache" kündigt Sarah Connor ihr zweites Album in deutscher Sprache "Herz Kraft Werke" an, das am 31. Mai erscheinen und sicher für einige Überraschungen gut sein wird.

Denn schon mit ihrer ersten Single "Vincent" hat sie großen Eindruck hinterlassen. In dem Song widmet sie sich nicht einfach nur dem von Popmusikern oft gewählten Thema, der Liebe zwischen Mann und Frau, sondern thematisiert bewusst die gleichgeschlechtliche Variante.

Sarah Conner
"Herz Kraft Werke" ist das zweite Album von Sarah Connor in deutscher Sprache. Bild © Universal

Im Song geht es um einen Jungen in der Pubertät, der sich in einen anderen Jungen verliebt, damit vollkommen überfordert ist und von seiner Mutter Zuspruch und Unterstützung erhält. "Vincent“ besticht vor allem durch die Selbstverständlichkeit, wie sich Sarah Connor dem Thema Homosexualität nähert.

"Vincent" sorgt für Diskussionen

Doch es gibt auch Gegenwind. Bereits die erste Textzeile wird aufgrund ihrer Direktheit zurzeit kontrovers diskutiert:

Zitat
„Vincent kriegt kein'n hoch, wenn er an Mädchen denkt
Er hat es oft versucht und sich echt angestrengt“
Zitat Ende

Trotz der strittigen Zeile bleibt "Vincent" ein mutiger Versuch, sich einem Thema zu widmen, von dem man meinen sollte, dass es schon eine gesellschaftliche Selbstverständlichkeit sei.

Inspiriert zu "Vincent" wurde Sarah Connor übrigens, als ihr eine befreundete Mutter davon erzählte, wie ihr jungendlicher Sohn ihr offenbarte, dass er schwul sei. Der Mut und das Selbstvertrauen des Jungen hätten sie so sehr beeindruckt, dass sie zusammen mit ihrem guten Freund Peter Plate, seines Zeichens Mitglied von Rosenstolz, ein Lied darüber schreiben wollte. Herausgekommen ist eine beeindruckende Hymne an die Liebe.

Bei dem Protagonisten des Songs handelt es sich allerdings nicht um einen lebensechten Jungen mit dem Namen Vincent, sondern die Figur steht symbolisch für alle Jungen und Mädchen in der Pubertät, die auf der Suche nach Orientierung und Identität sind.

Besorgte Eltern melden sich bei hr3

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Kate Menzyk

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Interview mit Psychotherapeut Dr. Christian Lüdke

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Trotzdem haben sich viele besorgte Eltern bei hr3 gemeldet, deren Sohn tatsächlich Vincent heißt und die jetzt befürchten, dass er aufgrund des Songs in der Schule gemobbt werden könnte. Was ist in einem solchen Fall zu tun? Kate Menzyk aus der "Kate Menzyk Show" hat den Psychotherapeuten Dr. Christian Lüdke gefragt.

Inwiefern müssen sich die Eltern von einem Sohn mit dem Namen Vincent jetzt Sorgen machen?

"Eltern müssen sich überhaupt gar keine Sorgen und Gedanken machen, wenn ihr Kind Vincent heißt, dass er gemobbt wird. Die Ursachen für Mobbing liegen in ganz anderen Bereichen. Vincent ist ein toller Jungen- und Männername und heißt im Lateinischen "Der Siegreiche". Das sind also eher Siegertypen, damit ist der Name Programm: Ein Vincent kann sich eigentlich sehr gut schützen und wehren, auch gegen Mobbing."

Wie soll sich ein Junge verhalten, wenn er tatsächlich wegen seines Namens gemobbt wird?

"Definitiv ist es wichtig, dass Kinder selbstbewusst sind. Der Name ist Teil der Identität und es ist keine Diagnose und nicht die Feststellung einer sexuellen Orientierung. Betroffene Kinder sollten sofort 'Stop' sagen, 'lass mich in Ruhe'. Sie sollten ganz deutliche Signale aussenden und einen Wehrwillen zeigen: 'Ich lass mir das nicht gefallen und ich weiß mich zu schützen.'"

Was können Eltern tun?

"Ich würde Eltern raten, wirklich ganz ruhig und locker zu bleiben. Es gibt keinerlei Grund zur Besorgnis, dass nur der Name Ursache dafür ist, um Opfer oder gemobbt zu werden. Im Gegenteil: Man sollte den Namen und das, was sich dahinter verbirgt, zu einer Stärke machen."

Sendung: hr3, "hr3 Morningshow", 08.04.2019, 05:00 Uhr

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