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Die sozialen Medien waren ihr zwischenzeitlich mehr Fluch als Segen. Sie wurde angefeindet und beleidigt, brauchte daraufhin sogar eine Auszeit. Jetzt hat Lena sich spektakulär zurückgemeldet – mit ihrem neuen Album "Only Love, L" und selbstbewusster denn je.

Lena im hr3 Studio
Analog zu ihrem viel beachteten Spiegel-Selfie voller Hasskommentare hat hr3 Lena einen Spiegel voller positiver Kommentare geschenkt. Bild © hr3

Als Lena im Jahr 2010 mit ihrem Song "Satellite" den Eurovision Song Contest in Oslo gewann, war sie gerade mal junge und unerfahrene 19 Jahre alt. Doch dieser eine Song reichte, um die Herzen der Menschen in ganz Europa und sogar in Australien zu erobern.

Heute – 5 Studioalben später – ist sie nicht nur an Erfahrung reicher, sondern auch eine erfolgreiche Geschäftsfrau geworden. Egal ob sie als Werbeträgerin für Unternehmen unterwegs ist oder als Jurorin bei Fernsehformaten wie "The Voice Kids". Wie kaum eine andere bringt sie die "Marke" Lena nach vorne und nutzt dabei geschickt die Möglichkeiten von Social Media.

Lena und die sozialen Medien

Lena zu Gast bei hr3 am Nachmittag mit Julia Tzschätzsch
Lena hat bei "hr3 am Nachmittag" ihr neues Album "Only Love, L" vorgestellt. Bild © Carolin Mann (hr3)

Auf Twitter, Snapchat, YouTube oder Instagram: überall ist sie aktiv. Doch sie hat auch die Kehrseite dieses großen Erfolges und ihrer starken medialen Präsenz zu spüren bekommen. Böse Hasskommentare, üble Beleidigungen und viel Häme musste Lena in den letzten Jahren über sich ergehen lassen. Schließlich brauchte sie eine Auszeit. "Natürlich wird man nachdenklich, wenn es um etwas negativere oder schwierigere Zeiten geht, die man so im Leben hat. Aber die gehören ja auch irgendwie dazu", erzählt sie im hr3 Interview mit Julia Tzschätzsch.

Sie habe über die Zeit aber gelernt, eine gewisse Gelassenheit zu entwickeln. "Wenn Herbert zuhause sitzt und schlechte Laune hat, dann kann es auch sein, dass ich da als Person öffentlichen Lebens relativ willkürlich als Projektionsfläche diene, um seine schlechte Laune oder Trauer an mir auszulassen. Und ich glaube, wenn man das versteht, kann man damit auch besser umgehen", erklärt sie.

Trotzdem sei es nicht so, dass Hasskommentare einfach an ihr abprallen. "Es kommt natürlich auch immer darauf an, was da geschrieben wird. Wenn das keine Kritik ist oder in keinem Zusammenhang steht, dann kann ich das auch fallen lassen. Aber wenn es persönlich wird, dann muss ich schon immer gucken, wo ich das einordne", gibt sie zu.

Dann kam das viel beachtete Spiegel-Selfie...

Instagram Screenshot Lena Spiegel-Selfie
Mit diesem Instagram-Post hat Lena für ordentlich Diskussionen gesorgt – genau das wollte sie. Bild © Screenshot instagram.com/lenameyerlandrut

Der Befreiungsschlag kam im letzten Jahr, als sie bei Instagram ein Selfie vor einem Spiegel postete, auf dem die vielen bösen Sätze standen, die ihr im Internet entgegenschlugen. Die Aktion war nicht unumstritten. Lena aber ist überzeugt: Nur in dieser Deutlichkeit konnte sie dem Thema Aufmerksamkeit verschaffen.

"Ich habe vorher darüber nachgedacht, wie man das verpacken und veranschaulichen kann. Aber bei so etwas ist es manchmal auch gar nicht schlecht, etwas extremer zu sein und Stellung zu beziehen. Ich habe mich zwar schon gefragt, ob es zu heftig ist, diese Begriffe auf den Spiegel zu schreiben. Wäre es aber nicht so heftig gewesen, hätte es nicht den Effekt gehabt, den es hatte. So konnten sich wirklich viele Leute damit identifizieren. Denn diese Worte finden täglich statt, überall."

...und der Wendepunkt

Mit den Worten "Krise und Wendepunkt" stellte Lena schließlich im November vergangenen Jahres ihre neue Single "Thank You" vor und meldete sich mit einem Paukenschlag zurück. Die Inspiration des Songs kam nach einer geschäftlichen Situation, in der sie sich über den Tisch gezogen fühlte.

Lena zu Gast bei hr3 am Nachmittag mit Julia Tzschätzsch
Lena erzählt Julia Tzschätzsch von ihren Erfahrungen mit Hasskommentaren. Bild © Carolin Mann (hr3)

"Das war eine Situation, in der ich gemerkt habe: Okay, hier lande ich echt auf der Schnauze. Danach musste ich mich erstmal berapppeln. Dann habe ich aber gemerkt, dass ich super viel aus dieser Situation gelernt habe und wirklich stärker daraus hervorgegangen bin, weil ich jetzt viel mehr Wissen und Selbstvertrauen habe. Das war für mich ein Moment, in dem ich dachte: Krass, mir ist etwas Schlechtes passiert, mir geht es danach aber sehr viel besser und ich fühle mich stärker – man könnte sich fast für diese Situation bedanken. Und so ist der Song entstanden."

Nur die Liebe zählt!

Ihre reflektierte und selbstbewusste Art zeigt sich auch auf der zweiten Single "Don’t Lie To Me" und ihrem neuen Album "Only Love, L". "Das Album ist aus dieser schwierigen Phase oder der Folge dieser Phase heraus entstanden. Ich war müde, ich habe mich erschöpft und nicht so richtig wohl gefühlt, ich hab das alles nicht so richtig genossen", sagt sie im hr3 Studio.

Lena zu Gast bei hr3 am Nachmittag mit Julia Tzschätzsch
hr3 Moderatorin Julia Tzschätzsch und Lena. Bild © Carolin Mann (hr3)

Nach der Veröffentlichung ihres letzten Albums "Crystal Sky" habe sie direkt angefangen, das nächste Album zu schreiben – weil man das halt so macht. "Irgendwann ist mir aufgefallen, dass mir das gar nicht mehr so einen richtig großen Spaß macht, dass ich da irgendwie gar nicht mehr so gerne ins Studio gehe." Deswegen habe sie die Arbeiten am Album erstmal beendet und sich die Fragen gestellt, die in diesem Moment für sie essentiell waren: Wie geht's mir? Wer bin ich, wer will ich sein?

Ihr neues Album beantwortet diese Frage ziemlich deutlich: All die schlechten Erlebnisse der vergangenen Monate und Jahre hat sie hinter sich gelassen. Sie trotzt dem ganzen Hass und stellt das in den Vordergrund, was Menschen am besten verbindet: Liebe.

Sendung: hr3, "hr3 am Nachmittag", 03.04.2019, 13:30 Uhr

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