Felix Jaehn zu Gast in der Kate Menzyk Show
Felix Jaehn spricht mit Kate Menzyk über Selbstliebe. Bild © Anna Lisa Lüft (hr3)

Felix Jaehn hat viele Facetten. In der Kate Menzyk Show spricht er über das Leben als Weltstar und über die Freiheit, die ihm sein Coming-Out gebracht hat.

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Erfolgs-DJ Felix Jaehn

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Der 24-jährige Felix Jaehn ist weltweit einer der gefragtesten deutschen DJs. Mit dem Remix des Songs Cheerleader des jamaikanischen Sängers Omi hatte er 2014 seinen ersten Welthit. Der nächste folgte kurz danach mit seiner Coverversion des 80er-Hits Ain‘t Nobody, im Original von Rufus und Chaka Khan.

Seither düst Jaehn um die Welt von einem Gig zum nächsten. Im hr3 Interview mit Kate Menzyk zählt er auf: "Die letzten zwei Monate war ich überall: Bali, Tokio, San Francisco, Vancouver, Vegas, in Ungarn, in Kroatien, in gefühlt ganz Deutschland – wir haben die letzten zwei Wochen so drei bis vier Städte pro Tag abgerockt – in Stockholm war ich für's Lollapalooza-Festival. Bisschen rumgetigert sind wir", erzählt er Kate Menzyk im hr3 Studio.

Der Schlüssel zum Glück: Selbstliebe

Felix Jaehn zu Gast in der Kate Menzyk Show
Im Interview erklärt Felix Jaehn, dass er mit seiner neuen Single Menschen Mut machen möchte. Bild © Anna Lisa Lüft (hr3)

Seine neue Single heißt Love On Myself. Damit gibt der DJ und Musikproduzent ein sehr persönliches Statement ab: Er bekennt sich mit Regenbogenflagge auf dem Cover zu seinem Coming-out. Er hat zwar schon im letzten Jahr bekanntgegeben, dass er bisexuell ist, doch es ist ihm wichtig, dies jetzt nochmals zu betonen.

Seine ganze Jugend über hat er mit sich, seinen Gefühlen und seiner Sexualität gehadert. Doch seitdem er für sich akzeptiert hat, dass er auf Männer und auf Frauen steht, geht es ihm viel besser. Er fühlt sich endlich wohl in seiner eigenen Haut. Er kann sich so lieben, wie er ist. Genau das ist Thema seiner neuen Single Love On Myself. Er möchte Menschen Mut machen, zu sich zu stehen, sich selbst zu lieben.

Auf sein Coming-out habe er nur positive Rückmeldungen erhalten. Allen, die ebenfalls mit sich hadern – weshalb auch immer – rät er, sich zu öffnen und darüber zu sprechen. "Mir hat es sehr geholfen und ich wünsche jedem, dass er mindestens einen Menschen im Leben hat, dem er so sehr vertraut, dass man wirklich auch ohne Angst alles besprechen kann."

Seit seinem Coming-out ist er ein glücklicherer Mensch

Dass er sich geöffnet hat, hat ihm auch künstlerisch neue Wege geebnet: "Für mich war das ein Thema, dass ich relativ jung erfolgreich geworden bin. Mit 19, 20 ging's los und dann hatte ich direkt zwei Welthits. Da war ich noch nicht gefestigt genug und wusste noch nicht, welche Rolle ich in der Öffentlichkeit überhaupt einnehmen möchte, wie positioniere ich mich in Interviews, was ist meine Aussage, wofür soll die Marke Felix Jaehn stehen, was möchte ich bewegen mit meiner Reichweite?"

Heute weiß er: Alle Songs, die eine persönliche Message haben, bewegen ihn mehr als ausschließlich Partymusik zu machen. "Natürlich versuche ich immer noch, den Party-Twist mit reinzugeben und es gibt immer eine positive Wendung in den Geschichten und es bleibt tanzbar. Aber mir war es künstlerisch wichtig, persönliche Themen zu besprechen und damit kam auch die Überlegung, dass ich 100 Prozent authentisch sein muss, wenn ich mich künstlerisch emotional öffnen möchte. Da macht es überhaupt keinen Sinn, Seiten von mir zu verstecken."

Mit seinen Songs möchte er Antworten geben

Felix Jaehn zu Gast in der Kate Menzyk Show
Kate Menzyk und Christian Kaempfert freuen sich über den Besuch von Star-DJ Felix Jaehn. Bild © Anna Lisa Lüft (hr3)

Im Gespräch mit Kate Menzyk erklärt der Musikproduzent: "Die Reise, die ich gemacht habe im Prozess des Erwachsenwerdens, die Antworten, die ich gefunden habe, die verarbeite ich jetzt alle in Songform und möchte die auch teilen, weil die Antworten für mich so unglaublich gut fuktionieren und ich hoffe, dass sie auch für viele andere Menschen funktionieren werden."

Wenn Felix Jaehn spricht, merkt man sofort: Er ruht in sich selbst. "Ich glaube, das ist eine ganz große Voraussetzung, wenn man den Frieden in sich selbst trägt und die Ruhe und die Freude. Dann ist man nicht abhängig von äußeren Einflüssen und von Akzeptanz und Bestätigung und so weiter. Dann kann man diese Ruhe und den Frieden auch immer mit sich nehmen", sagt er.

Er weiß: Glücklich ist nur, wer sich selbst mag

Lange Zeit habe er "außen" nach etwas gesucht – nach Liebe, nach Freude. "Aber das funktioniert nicht, weil man sich selbst immer mitnimmt. Das habe ich irgendwann mal kapiert und dann habe ich den Blick nach innen gewendet und trage es jetzt in mir selbst."

Dass Felix jetzt ein glücklicherer Mensch ist und trotz seines Jetset-Lebens in sich ruht, hat auch etwas mit seinem privaten Lifestyle zu tun. Er hat das Glück, dass er seine Leidenschaft Musik zum Beruf machen konnte. Dafür ist er sehr dankbar. Allerdings ist er, der mit seinem Sound hauptberuflich für die Party von anderen zuständig ist, selbst gar keine Feiernase. Lieber chillt er auf dem Sofa oder er rödelt im Garten rum.

Auf dem Sofa chillen und Gartenarbeit erden ihn

Ja, er liebt Gartenarbeit. Pflanzen umtopfen und Beete anlegen, in Blumenerde buddeln, das ist genau sein Ding. Im hr3 Interview sagt er zwar, dass er noch lange kein Garten-Profi sei. "Aber der Kohlrabi keimt und der Lavendel blüht, das Insektenhotel ist gut besucht. Mein Garten gedeiht auf jeden Fall", lacht er.

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Die Gartenarbeit schätzt er auch deshalb, weil sie einen Kontrast zu "diesem verrückten DJ-Leben" darstellt, wie er sagt. "Es ist total cool, immer zu reisen und immer auf den größten Festivals zu sein und total viele spannende Leute zu treffen. Es ist aber auch oft eine Reizüberflutung und deswegen suche ich an meinen freien Tagen ganz bewusst die Ruhe und bin am liebsten barfuß alleine zuhause und lasse die Gedanken kreisen", so der 24-Jährige. Von dieser reflektierten, bodenständigen Art kann man nur begeistert sein – genauso wie von seinen Hits.

Sendung: hr3, "Die Kate Menzyk Show", 10.07.2019, 13:30 Uhr

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