Max Giesinger
Max Giesinger bringt ein neues Live-Album heraus Bild © Imago

Am Freitag erscheinen gleich vier Live-Alben: Es gibt Neues von Silbermond, Max Giesinger, Amy Macdonald und Johannes Oerding. Doch was bedeutet es eigentlich für Künstler, live auf der Bühne zu stehen?

Für Künstler werden Konzerte immer wichtiger, der Verkauf von CDs ist seit Jahren rückläufig. Früher gaben sie Konzerte, um ihr neues Album zu promoten, mittlerweile ist es umgekehrt. Doch natürlich lieben es die Stars auch auf der Bühne zu stehen, doch warum? Welche Rituale haben sie vor einem Konzert und welche Auftritte werden sie nie vergessen? Lidia Antonini aus der hr3-Musikredaktion hat mit einigen darüber gesprochen.

„Auf der Bühne fühle ich mich wie neugeboren“

Amy MacDonald
Schon seit über zehn Jahren erfolgreich im Geschäft: Amy Macdonald Bild © picture-alliance/dpa

Am Freitag erscheint das Live-Album Under Stars - Live in Berlin von Amy Macdonald, eine exklusive Live-Version ihres aktuellen Albums. Wenn sie auf der Bühne steht, fühle sie sich wie neugeboren, erzählt die britische Singer-Songwriterin hr3 im Interview: „Ich habe großes Glück, so tolle Fans zu haben, die immer mitklatschen und mitsingen. Es ist ein Privileg, vor ihnen auftreten zu dürfen“.

Silbermond  hat bereits das zweite Live-Album aufgenommen. Frontfrau Stefanie ist schwanger und die Zeit muss überbrückt werden. Aber abgesehen davon, liebt die Band, live aufzutreten. „Das neue Album ist für die Leute, die Lust auf ein Live-Album haben, denn häufig fühlt sich Live-Musik besser an als Musik von einem Studioalbum“, so Silbermond.

 Ei, wie ist das schön – Konzerte, die man nie vergisst

Adel Tawil gab in Frankfurt das Abschlusskonzert seiner So schön anders Tour. Die Tour war in der Tat so schön, dass er am liebsten noch einmal von vorn anfangen würde. Das Konzert in Magdeburg bleibt ihm dabei ganz besonders in Erinnerung: Noch lange nach dem Konzert hat das Publikum „Ei, wie ist das schön…“ gesungen und  Adel musste noch einmal auf die Bühne. Wer übrigens Adel Tawil auch einmal live sehen möchte, der kommt am besten am 26. Mai 2018 zum hr3 Festival nach Korbach.

hr3-Musikexpertin Lidia Antonini mit Adel Tawil
hr3-Musikexpertin Lidia Antonini mit Adel Tawil Bild © hr

Auch bei Herbert Grönemeyer gibt es dieses eine Konzert, das er niemals vergisst: Als das komplette Publikum zum ersten Mal zu seinem Song Mensch die Arme in der Luft im Takt mitschwang.

Max Giesinger liebt jedes Konzert und manchmal passieren magische Dinge, die ihn in ein Gefühl der Verzückung versetzen, das er nicht erklären kann. An diese Dinge wird er sich immer erinnern.

Campino bringt es auf den Punkt: „Das Konzert ist dann gut, wenn die Energie, die wir versuchen ins Publikum zu schleudern, fünffach zurückkommt. Wenn wir sehen, dass die Leute mitmachen. Bei uns wird ein Abend von allen bestritten, die da sind und das Publikum ist mindestens so wichtig wie die Band. Da wird zusammen abgefeiert und wenn einer von beiden ausfällt, dann ist es kein guter Abend.“

Das Ramazzotti-Ritual

Johannes Oerding 051117
Johannes Oerding im November live auf der Bühne in Frankfurt Bild © hr1/Jens Naumann

Viele Künstler und Bands haben dieses eine Ritual vor ihrem Auftritt. So auch bei Johannes Oerding. Er und seine Band trinken zehn Minuten vor dem Konzert einen Ramazzotti. Sie stoßen an, stellen sich in einen Kreis, die Füße berühren sich und Johannes hält eine kurze Rede. Dann sagt er eine Zahl und alle zählen. Am Ende gibt es ein lautes „BÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄM“, das meistens auch das Publikum hört  – und dann weiß man: es geht los.

Die Jungs von Revolverheld spielen Tischtennis, aber direkt vor dem Konzert legt sich Leadsänger Johannes noch mal eine Stunde zum Schlafen hin. Von 19 bis 20 Uhr wird gepennt und danach ganz heiß geduscht, damit die Atemwege frei werden.

Samu Haber hat einen anderen Plan: „Man sollte circa vier Stunden vor der Show noch mal ordentlich essen. Vor allem sollte man genügend Kohlenhydrate zu sich nehmen, also zum Beispiel Spaghetti. Dann noch ein paar Liegestütze und das ist (schon) alles.“ Am 5. März 2018 bringt hr3 Sunrise Avenue in die Frankfurter Festhalle.

Joris ist auch körperlich aktiv: „Wir machen manchmal ein paar Yoga-Übungen. Wenn man den ganzen Tag Interviews hat, viel unterwegs ist und dann noch schnell was isst vor dem Auftritt, tut es unheimlich gut, ganz kurz den Boden wieder zu spüren und da zu sein, wo man gerade ist.“

Joris auf dem hr3 Open Air in Rüsselsheim
Joris auf dem hr3 Open Air in Rüsselsheim Bild © Sven-Oliver Schibat

Die Zigarette danach

Und wie ist es nach dem Konzert? Gerade hat das Publikum gejubelt und auf einmal ist Ruhe. Es gibt Künstler, die bereits zum Essen fahren, noch bevor das Publikum die Halle verlassen hat. Die meisten bleiben aber an Ort und Stelle und verteilen viele herzliche Umarmungen: Eine Umarmung als Dankeschön für den Lichtmann, den Tonassistent und für die ganze Crew. Der Künstler ist voller Adrenalin, er lebt seinen Traum und möchte nicht, dass ein großartiges Gefühl viel zu schnell zu Ende geht.

Sendung: hr3, "Die hr3 Morningshow", 24.11.2017, 05:00 Uhr

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