Jan Reppahn und Sarah Connor

Mindestens einem Fan schenkte Sarah Connors Song "Vincent" die Kraft, zu sich selbst zu stehen. Trotzdem: Die erste Zeile des Songtextes ist eine Steilvorlage für Mobber, sagen Kritiker. Im Interview mit hr3 erklärt die Queen des Deutsch-Pop, warum ihr Song ausgerechnet "Vincent" heißt und wie sie ihren Sohn vor Mobbing schützen würde.

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"Vincent kriegt kein'n hoch, wenn er an Mädchen denkt." Die erste Zeile von Sarah Connors neuem Hit erregt noch Wochen nach dem Debüt zu Ostern noch die Gemüter. "Ich glaube, dass diese Fallhöhe notwendig ist, um zuzuhören, um hinzuhören und auch die Umarmung und diese Liebe zu spüren, die dann im Chorus natürlich kommt", sagt Sarah Connor im Interview mit hr3.

Befreiungsschlag oder Mobbing-Vorlage?

Für die 21-jährige Jana war der Song ein Befreiungsschlag. Als sie "Vincent" im Radio hörte, fand sie den Mut, ihrer Mutter die Wahrheit zu sagen. Am Telefon erzählt sie Sarah Connor und hr3 Moderator Jan Reppahn, wie es ihr seitdem erging.

Die erste Zeile des Songs sorgte bei vielen Menschen aber auch für Entsetzen. hr3 Hörer Roland aus Riedstadt schrieb uns zum Beispiel: "Unser Sohn heißt Vincent und ist in der zweiten Klasse, was dann nach den Osterferien in der Schule los sein wird!"

So fiel die Wahl auf "Vincent"

Dabei dachte sich Sarah Connor nichts Besonderes bei dem Namen. Beim Abendessen flüsterte ihre eine Freundin zu, ihr Sohn habe sich am Tag zuvor geoutet. Sarah fand diese Nachricht und das Vetrauen zwischen Sohn und Mutter so toll, dass sie sich zusammen mit Peter Plate (Rosenstolz) und anderen Musikern ins Studio setzte.

Beim Herumspielen mit Text und Melodie fiel zufällig der Name Vincent und wollte auch nicht wieder verschwinden. "Ey ok", sagte Sarah daraufin. "Wir haben ja schon einen Namen". Was sie erst zwei Monate später erfuhr: Der Sohn ihrer Freundin heißt mit zweitem Vornamen tatsächlich "Vincent". Von dem Moment an sei ihr klar gewesen, dass der Song einfach "Vincent" heißen muss, sagt Sarah im hr3 Interview.

Das rät Sarah Connor besorgten Eltern

Sarah kann gut verstehen, dass sich Eltern wie hr3 Hörer Roland nun Sorgen machen. "Natürlich ist das sehr ärgerlich. Aber ich würde an seiner Stelle mit meinem Sohn ins Gespräch gehen." Dabei sei es wichtig, die Persönlichkeit des Kindes zu stärken, sagt die Sänger im Studio von hr3. Wertvolle Tipps dazu hat uns der Psychotherapeut Dr. Lüdke verraten.

"Vincent" wende sich an keinen Einzelnen, sondern sei "für eine ganze Generation von Jungs, die eben Schwierigkeiten haben, zu sich selbst zu stehen und die ein bisschen Mut brauchen, ein bisschen Kraft", erklärt Sarah weiter.

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Wenn das nichts hilft, würde Sarah mit den Lehrern und den Eltern sprechen, deren Kinder hänseln. "Es gibt heute eine Million Gründe, warum Kinder gemobbt werden und es sind immer irgendwelche bekloppten Kinder, die selber irgendwelche Issues haben und die muss man sich halt vorknöpfen", sagt sie.

Sendung: hr3, "hr3 am Nachmittag", 04.06.2019, 13:30 Uhr

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