Arzt und Patient auf Augenhöhe – wenn sich Prof. Dietrich Grönemeyer eine ideale Welt basteln könnte, dann wäre das bald Realität. Und die Schulmediziner würden nicht die alternativen Heilmethoden belächeln und die Alternativmediziner würden nicht die Schulmedizin verteufeln. Brücken bauen, das war schon immer ein Ziel von Grönemeyer.

Dass er seinen ursprünglichen Berufswunsch Pfarrer in den Wind geschlagen hat, das hat mit schlechten Erfahrungen zu tun, die Dietrich Grönemeyer als Kind und junger Mann mit Ärzten gemacht hat: "Als mir meine Nasenscheidenwand operiert worden ist und mir da so Tampons in die Nase gesteckt wurden – und die Ärzte die am nächsten Tag rausrissen, sodass ich dachte, mein ganzes Gehirn kommt hinterher – in dem Moment hab' ich gesagt: Jetzt wirst du Arzt."

Und zwar um es besser zu machen. Um den Menschen hinter dem Symptom zu sehen. Um einfühlsamer zu sein.

Blick über den Tellerrand

Grönemeyer hat während und nach dem Medizinstudium immer alles darangesetzt, über den schulmedizinischenTellerrand zu blicken: Er hat sich zum Beispiel mit ganzheitlicher Heilkunde, Ayurveda und Traditioneller Chinesischer Medizin beschäftigt. Er interessierte sich für Akupunktur und besorgte sich entsprechende Nadeln in Frankreich: "So was gab es damals bei uns gar nicht."

Im hr3-Sonntagstalk spricht er sich für ein anderes Honorierungssystem im Gesundheitswesen aus: Keine Patientenpauschalen fürs Quartal, dafür mehr Zeit für Gespräche und weniger für sinnlose Behandlungsmethoden.

Für seinen Bruder Herbert findet Dietrich Grönemeyer nur die wärmsten Worte: "Ich bin Fan meines Bruders, wir motivieren uns wechselseitig", sagt er.

Weitere Informationen

Weltmedizin: Auf dem Weg zu einer ganzheitlichen Heilkunst

von Prof. Dietrich Grönemeyer
erschienen bei S. Fischer
Hardcover: 288 Seiten; 20 Euro
ISBN-10: 3100273060
ISBN-13: 9783100273062

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