"Sie ist Täter und Opfer zugleich", sagt Maik Messing über seine 19-jährige Tochter. Im hr3-Sonntagstalk mit Bärbel Schäfer erzählt er die Geschichte von Leonora, die mit 15 abgehauen ist um sich in Syrien dem IS anzuschließen. "Was sie wirklich gemacht hat, das wissen wir nicht; man hofft natürlich als Vater, dass es nicht ganz so schlimm wird."

Was an einer Terrororganisation faszinierend ist, die Menschen auf brutale Weise tötet und unterdrückt, ist schon aus der Ferne schwer zu verstehen. Warum seine 15-jährige Tochter heimlich abgehauen ist, um sich in Syrien dem IS anzuschließen, kann sich Maik Messing bis heute nicht erklären.

Vor vier Jahren fand er nur einen Zettel in ihrem Zimmer und später auf dem Laptop eine Flugbuchung. Seitdem kämpft er darum, seine Tochter wieder in den Arm nehmen zu können.

"Irgendwas ist hier faul"

Dass ihr Verschwinden mehr ist, als das Abhauen eines Teenagers, war für Maik Messing schnell klar. Denn er konnte seine Leonora nicht mehr über WhatsApp erreichen: "Leo war eigentlich immer online. Das war so untypisch, dass uns klar war: 'Irgendwas ist hier faul'".

Als kurz danach das LKA das Kinderzimmer durchsucht, wird das Unglaubliche Gewissheit: Leonora Messing aus einem kleinen Dorf in Sachsen-Anhalt ist nach Syrien gereist um sich der Terrororganisation IS anzuschließen.

Tochter lebt in einem Flüchtlingslager

In Syrien war sie Drittfrau eines deutschen Kämpfers für den IS-Geheimdienst. Von ihm hat sie zwei Kinder bekommen, bis sie ihren Vater um Hilfe bat. Schleuser brachten sie aus dem Gebiet des IS, heute lebt Leonora mit ihren beiden Kleinkindern in einem Flüchtlingslager in Syrien.

Ob und wann sie zurück nach Deutschland kann, ist noch unklar. Ihr Vater sehnt den Moment schon herbei. Denn zu seiner Tochter nach Syrien zu reisen, ist keine Option: "Sie und die Kinder dann dort wieder zurückzulassen, das könnte ich nicht", erzählt er Bärbel Schäfer im hr3-Sonntagstalk.

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