Luisa Neubauer ist 23 Jahre jung, kommt aus Hamburg und hat die Klimaschutz-Bewegung "Fridays for Future" nach Deutschland gebracht. Mit Bärbel Schäfer spricht sie im hr3 Sonntagstalk über die Klimakrise, die Ziele von Fridays for Future, aber auch über Selbstüberwindung, ihre Freundin Greta Thunberg und über ihre streitbare Großmutter.

Luisa Neubauer ist daran "schuld", dass unsere Kinder freitags statt in die Schule auf die Straße gehen und für das Klima demonstrieren. Denn sie war diejenige, die FFF – die Bewegung "Fridays for Future" – nach Deutschland gebracht hat.

Als eine Art "deutsche Greta Thunberg" sieht sich die Studentin allerdings nicht: "Als ich sie (Greta) kennengelernt habe, habe ich nicht gesagt, ach super, ich stelle mich mit einem Pappschild vor den Bundestag und warte, dass sich irgendwas tut, sondern ich habe angefangen, Leute zu mobilisieren – zusammen mit vielen anderen, die viel zu selten gesehen werden."

Diskussionsfreudige Familie

Dass Luisa Neubauer so selbstverständlich ihre privaten Ziele wie Studium und Freizeit hintenan stellt, hat viel mit ihrer Familie zu tun: Schon ihre Oma hat Initiativen gegründet, um mitzureden – und sonntags gibt's bei Neubauers zuhause in Hamburg mit Eltern, Oma und Geschwistern einen angeregten Austausch am Mittagstisch über gesellschaftliche und politische Themen. So weit die Theorie.

Dann kam die Praxis: Luisa Neubauer erinnert sich noch gut daran, wie es war, die eigene Komfortzone zu verlassen: "Der größte Sprung raus aus meiner Komfortzone war der erste Streik, wo ich mich gefragt habe, ob überhaupt eine einzige Person kommt", erinnert sich Luisa. Wäre die Klimakrise nicht so präsent und bedrohlich für sie, hätte sie sich das niemals getraut, sagt sie.

Fundamentale Veränderung statt kleine Schritte

Die Fridays for Future-Bewegung ist noch längst nicht am Ziel, sagt Neubauer, enttäuscht vom Klimapaket der Großen Koalition. "Wir müssen drei Jahrzehnte aufholen. Das ist das, worum es gerade geht", beschreibt sie das Problem, wonach 30 Jahre lang viel zu wenig passiert sei. Es brauche nichts anderes als fundamentale Transformationen – und nicht kleine Korrekturen – um eine klimagerechtere Welt zu erreichen.

Weitere Informationen

Vom Ende der Klimakrise

von Luisa Neubauer
ISBN: 978-3-608-50455-2
Klett-Cotta: 304 Seiten
Klappenbroschur: 18,00 Euro

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