Tanja Rösner und ihr Hund Oscar
Wenn Tanja im Frühjahr mit ihrem Hund Oscar spazieren geht, muss er ununterbrochen nießen. Hat er Heuschnupfen? Testen hat sie es noch nicht lassen, aber sie hat den Verdacht. Bild © instagram/tanjaroesner

Nach dem Regen der letzten Tage fliegen in Hessen wieder vermehrt Pollen durch die Luft. Viele Betroffene leiden unter tränenden Augen und einer laufenden Nase. Doch nicht nur Menschen können auf Pollen reagieren: Auch Tanjas Hund niest extrem viel. Ist er allergisch?

Hunde niesen relativ häufig. In der Regel machen sie das beim Spielen und drücken damit aus: Das ist nur ein Spiel, das ist nicht ernst. Doch wenn Tanja mit ihrem Hund Oscar durchs Feld läuft, bekommt er einen Niesanfall nach dem anderen und sie fragt sich: Leidet ihr Dicker vielleicht an Heuschnupfen?

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Tobi und Tanja Moshow Blog

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Interview mit Allergologe Professor Ludger Klimek

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Tanja und Tobi aus der hr3 Morningshow haben deshalb mit dem Allergologen Professor Ludger Klimek aus Wiesbaden telefoniert und der sagt: "Natürlich können Hunde, Katzen und Pferde Heuschnupfen bekommen. Sie bekommen es aber zum Glück deutlich seltener als wir."

Unsere geliebten Vierbeiner können also genau wie wir allergisch auf Pollen reagieren oder auch auf Milben, die sich in Hundekörbchen besonders wohlfühlen. Deutlich verbreiteter als das Niesen sind bei Felltieren Hautallergien. Bei Pferden könne das sogar richtig gefährlich werden, wenn sich wunde Stellen auf der Haut bilden, sagt Klimek.

Woran erkenne ich, dass mein Haustier an Heuschnupfen leidet?

Niesender Hund
Hatschi! Auch Hunde können Heuschnupfen bekommen. Bild © Pexels.com

"Bei Tieren die klassischen Allergietests zu machen, ist schwierig", sagt Ludger Klimek. Wie beim Menschen sind das nämlich Prick-Tests auf der Haut, bei denen die Allergene in die Haut eindringen. Etwas besser seien Bluttests, aber auch die sind bei einem Tier gar nicht so leicht durchzuführen, meint der Allergologe. Klimek empfiehlt daher, erst einmal ein antiallergisches Mittel ins Futter zu geben und zu schauen, wie das Tier darauf reagiert.

Wenn mein Haustier an Heuschnupfen leidet, wie kann ich ihm helfen?

Hier sind Antihistaminika die erste Wahl. Man kann sie in flüssiger Form oder als Pulver unter das Futter mischen. "Die Medikamente unterscheiden sich gar nicht so sehr von denen, die wir Menschen einnehmen. Bei den meisten sind es sogar die identischen Substanzen", weiß Klimek. Trotzdem solltet Ihr nicht versuchen, Eurem Hund Euer Nasenspray zu verabreichen, das wäre keine gute Idee.

Kann Heuschnupfen bei Tieren geheilt werden?

"Daran wird gerade sehr intensiv geforscht. Es gibt Hyposensibilisierung, also eine Immuntherapie. Angewendet wird das heute schon bei Pferden, wo man extrem gute Erfolge sieht", erzählt Ludger Klimek Tanja und Tobi im Interview. Sehr schwerwiegende Hautallergien könne man mit hohen Erfolgsraten behandeln. Für andere Tiere sei die Forschung zwar schon relativ weit, erfolgsversprechende Therapien steckten aber noch in der Entwicklung, so der Allergologe.

Sendung: hr3, "hr3 Morningshow", 23.05.2019, 05:40 Uhr

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