Boris Herrmann (links) segelt mit Greta Thunberg und ihrem Vater Svante nach New York.

Beim Klimagipfel der Vereinten Nationen Ende September wird Greta Thunberg eine Rede halten. Der deutsche Profisegler Boris Herrmann bringt die Schwedin umweltfreundlich über den Atlantik – mit einer klimaneutralen Rennyacht. Am Mittwoch geht die Reise los.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Profisegler Boris Herrmann erklärt in der Kate Menzyk Show, wie anspruchsvoll die Bedingungen auf der "Malizia" werden

Kate Menzyk
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Boris Herrmann ist Deutschlands bester Hochseesegler. Der Medienwirbel, den er in den letzten Tagen erlebt hat, dürfte aber auch für ihn besonders sein.

Der Grund dafür ist ein Segeltörn nach New York, den er gemeinsam mit Klimaaktivistin Greta Thunberg unternehmen wird. Zusammen mit seinem Freund Pierre Casiraghi, ebenfalls Skipper und außerdem noch Prinz von Monaco, wird er die 16-jährige Schwedin und ihren Vater Svante klimaneutral zu den Vereinten Nationen nach New York bringen. Dort soll Greta nämlich eine Rede halten.

Klimaneutral über den Atlantik

Weitere Informationen

Die Segelyacht "Malizia"...

...ist eine Rennyacht, die dafür gemacht wurde, so schnell wie möglich über die Ozeane zu segeln. Komfort gibt es an Bord nur wenig, es gibt nicht einmal eine Toilette. Über Solaranlagen und Wasserpropeller hinter dem Boot erzeugt die Yacht genügend Strom, um auf bei Windstille voranzukommen. Die Malizia wurde entwickelt für das Yachtrennen "Vendée Globe Race", bei dem es darum geht, vom französischen Les Sables d’Olonne ohne Stopp einmal die Welt zu umsegeln. Beim nächsten Start im November 2020 wollen Boris und Pierre mit der Malizia teilnehmen.

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Im Interview mit Kate Menzyk erzählt Boris, wie es zu der Idee kam: "Wir haben Greta erlebt in Hamburg bei einer Friday-for-Future-Demonstration. Dabei haben wir gesehen, dass sie eine Möglichkeit sucht, über den Atlantik zu kommen und haben dann im Scherz gesagt, vielleicht können wir ihr das anbieten. Und ja, irgendwie passte alles gut zusammen und so ist die Reise letztlich geplant worden." Am 14. August geht es los.

Das erste Treffen der vier fand in der schwedischen Botschaft in Paris statt. Dort besprachen sie die wichtigsten Details: wie die Segelyacht "Malizia" angetrieben wird, wann die Reise starten wird und worin die Herausforderungen liegen werden.

An Bord wird es ruppig

Greta Thunberg

Statistisch gesehen dauert es 13 Tage vom Startpunkt in England bis zum Ziel New York. Dabei kann es ganz schön ruppig zugehen – je nachdem, wie das Wetter mitspielt. "Greta hat sich mit der ganzen Reise aber intensiv auseinandergesetzt und es wird auch noch kleine Trainingsfahrten geben", erklärt Boris die Vorbereitungen.

Der Profisegler hat den Atlantik nach eigener Aussage schon mehr als zehn Mal überquert. Weil momentan Hurrikan-Saison ist, muss die Malizia diesmal durch den Nordatlantik. Durch die kalten Strömungen aus dem Norden und die Eisberge wird es durchaus rau an Bord.

"Ein tolles Symbol für zukunftsweisende Technologien"

Segelyacht Malizia

Boris ist aber positiv gestimmt, dass sie gut und pünktlich in New York ankommen werden. "Durch die Möglichkeiten, selbst Strom zu erzeugen, haben wir eine sehr große Autonomie vom Wetter und von einem Dieselvorrat oder sowas."

Kein mit fossilen Energieträgern angetriebenes Motorboot könne überhaupt so schnell über den Atlantik zu fahren wie die Malizia segelt, weil sie gar nicht so viel Sprit mitnehmen könnten. "Eine Segelyacht ist ein tolles Symbol für zukunftsweisende Technologien", findet der Segelprofi.

Sendung: hr3, "Die Kate Menzyk Show", 06.08.2019, 13:30 Uhr

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