Heuschnupfen
Auf Pollen-Allergiker kommen harte Zeiten zu. Bild © picture-alliance/dpa

Die Heuschnupfen-Geplagten leiden in diesem Jahr noch mehr als sonst. Es sind nämlich besonders viele Pollen unterwegs. Warum das so ist und wie Allergiker sich das Leben ein bisschen vereinfachen können, lest Ihr hier.

In diesem Jahr ist es besonders schlimm mit den Pollen. Das ist nicht nur ein Gefühl, sondern Fakt: Es ist nämlich ein sogenanntes Mastjahr. Weil es für die Birke so anstrengend ist, Blüten zu bilden, blüht sie nur alle zwei Jahre wirklich stark. 2018 ist ein solches "Mastjahr". Zudem fliegen gerade die Pollen der Esche und bald auch die der Gräser. Harte Zeiten für Allergiker.

Die Zahl der Heuschnupfen-Geplagten steigt seit Jahren. Vor allem Kinder sind betroffen. Studien der letzten Jahre zeigen, dass mittlerweile 15-20 Prozent der Gesamtbevölkerung zumindest zeitweise mit Heuschnupfen zu kämpfen haben. Und die Zahl derer, die gut gemeinte Ratschläge für Pollenallergiker auf Lager haben, dürfte noch höher sein.

Heuschnupfen sollte man unbedingt ernst nehmen, sagt Prof. Dr. med. Ludger Klimek, Facharzt für HNO-Heilkunde aus Wiesbaden. Es ist eine Entzündung der Schleimhaut und sollte daher immer behandelt werden, in der Regel mit rezeptfreien Medikamenten aus der Apotheke, wie Tabletten, Nasenspray und Augentropfen. Wenn die Beschwerden anhalten, zum Arzt gehen. Auch wenn Ihr Atembeschwerden habt, Euch tagsüber kurzatmig fühlt und nachts hustet, solltet Ihr unbedingt zum Arzt gehen und das ziemlich rasch, so der Facharzt.

Birkenblüten
Allergiker leiden dieses Jahr besonders unter den Birkenpollen. Bild © picture-alliance/dpa

Aber was hilft denn nun wirklich bei Heuschnupfen?

Wir haben den Deutschen Allergie- und Asthmabund nach Tipps gefragt.

  1. Regelmäßiges Lüften trotz Pollen? Ist dank engmaschiger Pollenschutzgitter an den Fenstern möglich. Die Gitter halten den größten Teil der Pollen zurück. Durch den geringeren Austausch der Luft muss allerdings länger gelüftet werden. Und wenn Ihr kein Pollenschutzgitter habt, dann nur stoßweise lüften und nicht das Fenster die ganze Nacht gekippt halten. Am besten früh morgens die Fenster aufreißen, bevor es zu warm wird und die warme Luft die Pollen aufwirbelt und abends, nachdem die Sonne untergegangen ist.
  2. Die getragene Kleidung abends besser nicht im Schlafzimmer ausziehen. Über die Kleidung bringen wir die Pollen nämlich von außen mit in die Innenräume - und da halten sie sich nachts besonders lange auf. Wer auf schlaflose Nächte verzichten will, wäscht die Kleidung einmal im Kurzwaschprogramm. Danach lieber drinnen trocknen lassen - draußen würden sich sofort wieder Pollen ablagern.
  3. Wenn Ihr abends Eure Haare wascht, gelangen außerdem keine Pollen aufs Kopfkissen.
  4. Teppiche und Polstermöbel regelmäßig absaugen. Staubsauger mit einem sogenannten Hepa-Filter (am besten Klasse 14) lassen die Pollen nicht wieder zurück in den Raum. Glatte Böden sollte man regelmäßig feucht wischen, sonst werden die Pollen mit dem Staub immer wieder aufgewirbelt.
  5. Beim Sonnenbrillen-Kauf ein Modell wählen, das um die Augen dicht abschließt. Das schützt die Augen vor Licht und Pollen.
  6. Vermeidet zur Heuschnupfen-Zeit Sport im Freien. Beim Sport wird nämlich der erhöhte Sauerstoffbedarf durch Mundatmung gedeckt, was die Atemwege reizt und zu stärkeren Reaktionen führt. Wenn die Pollen nach einem Regenschauer "aus der Luft gewaschen" wurden, geht es besser. Aber Vorsicht: Nach Gewittern ist es schlimmer. Dabei werden die Pollen in Bodennähe gedrückt und allergene Partikel zusätzlich aus den Pollen herausgeschlagen.
  7. Sind die Atemwege durch (Passiv-)Rauchen gereizt, macht das die Schleimhäute noch angreifbarer. Die Heuschnupfen-Saison wäre also ein guter Zeitpunkt, mal übers Aufhören nachzudenken.
  8. Atmet möglichst durch die Nase. Die feinen Flimmerhärchen filtern dabei nämlich einen Teil der Pollen heraus. Mit einer Nasendusche könnt Ihr die danach wieder aus der Nase spülen. Nasensalben, - gele oder -puder helfen dabei allerdings nicht - sie verkleben die Nasenhaare und beeinträchtigen die Filterfunktion.
  9. Macht doch einfach Urlaub, wo es "Eure" Pollen nicht gibt! So schlagt Ihr gleich zwei Fliegen mit einer Klappe.
  10. Wer viel Zeit im Auto verbringt, ist mit einem Pollenfilter gut beraten. Einmal im Jahr sollte der ausgetauscht werden, am besten nach der Pollensaison im Herbst oder Winter.

Alle diese Tipps sind wie Mosaik-Steinchen: eins alleine hilft ein bißchen, viele helfen viel, aber ganz beschwerdefrei machen sie nicht, sagt Professor Klimek.

Gin Tonic soll übrigens bei Heuschnupfen helfen. Wie das gehen soll, könnt Ihr bei den Kollegen von YOU FM nachlesen.

Weitere Informationen

Hier fliegen die Pollen:

Ende der weiteren Informationen

Sendung: hr3, "hr3 am Vormittag", 26.04.2018, 09:30 Uhr

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