Zwei Hände halten den Smart-Lautsprecher von Amazon
Amazon-Mitarbeiter sollen auf der ganzen Welt Gespräche mit Alexa abgehört haben. Bild © picture-alliance/dpa

Alexa-Nutzer horchen auf, denn Amazon-Mitarbeiter horchen mit. Das ist weniger außergewöhnlich als es scheint. Und lässt sich abschalten. Wir erklären Euch, wie:

Alexa-Nutzer unbemerkt abgehört?

Das Thema erregt die Gemüter: Bloomberg berichtet, dass tausende Amazon-Mitarbeiter auf der ganzen Welt Gespräche mit Alexa abhören und verarbeiten sollen. Alexa-Anwender sind besorgt und fragen sich, ob sie abgehört werden. Auf der anderen Seite lachen viele schadenfroh, weil sie nicht verstehen können, wie man sich so ein "Abhörgerät" überhaupt ins heimische Wohnzimmer stellen kann.

Doch von vorne: Aus dem Bloomberg-Bericht geht hervor, dass tausende Amazon-Mitarbeiter weltweit Gespräche von Alexa-Nutzern abhören, abtippen und wieder in das System einspeisen, ohne dass diese etwas mitbekommen. Dadurch soll unter anderem die Spracherkennung von Alexa verbessert werden. Bloomberg beruft sich dabei auf sieben Mitarbeiter dieses "Sprachverbesserungsprogrammes".

Anonym, trotzdem problematisch

Amazon Echo steht auf dem Tisch
Steht in vielen Wohnzimmern und hört mit: der Amazon Echo mit dem Alexa Voice Service. Bild © Imago

Zwar seien die Gesprächsschnipsel laut Amazon eher kurz und es sei nicht mehr möglich sie Einzelpersonen zuzuordnen, aber trotzdem hören die Mitarbeiter mehr als Alexa-Anwendern und teilweise auch ihnen selbst lieb ist: Vom schiefen Gesang unter der Dusche, bis hin zu möglichen Straftaten. Teilweise sollen auch Gespräche dabei sein, die aufgezeichnet wurden, ohne das Alexa durch das Aktivierungswort angesprochen wurde. Zu private Gespräche, in denen zum Beispiel Kontodaten genannt werden, würden aber aussortiert. In Amazons Nutzungsbedingungen lässt sich ein Hinweis auf die Verarbeitung durch Menschen bestenfalls erahnen.

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So schaltet Ihr die Funktion ab

Immerhin lässt sich bei Alexa die Weiterleitung von Gesprächsteilen zur Verarbeitung abschalten: Die Funktion verbirgt sich in den Einstellungen unter Alexa-Konto und Alexa-Datenschutz: "Legen Sie fest, wie Ihre Daten Alexa verbessern sollen."

Ende der weiteren Informationen

Nicht nur Alexa hört ständig mit

Aber auch Alexa-Skeptiker sollten sich bewusst machen: Auch hinter Siri, Google-Home und anderen Geräten, Apps und Anwendungen dieser Art verbirgt sich eine ähnliche Technik, die auch ähnlich verbessert wird. Bei Siri bleibt dem Nutzer beispielsweise nur ein Verzicht auf die App, wenn keine Daten an Apple gesendet werden sollen. Und: Alle diese Anwendungen funktionieren in einer Sache ganz ähnlich wie Menschen: Damit sie nur über Sprache mitbekommen können, dass wir mit ihnen reden, müssen sie die ganze Zeit zuhören.

Sendung: hr3, "hr3 am Vorabend", 12.04.2019, 17:30 Uhr

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