Monika Bendiks und Bärbel Schäfer stehen in der Küche

Sterben gehört zum Leben dazu. Und trotzdem werden wir nur ungern mit dem Tod konfrontiert. Im Rahmen der hr-Weihnachtsspendenaktion hat hr3 Moderatorin Bärbel Schäfer genau das gewagt und einen Tag als Hospizbegleiterin gearbeitet.

Für ihren Hospizdienst verbringt Bärbel Schäfer einen Tag mit Monika Bendiks. Die 67-Jährige hat vor einigen Monaten zwei Hirntumore diagnostiziert bekommen. Seitdem ist ihr Leben anders: Sie ist kein Pflegefall, sie kann aber nur noch eingeschränkt sehen und nicht mehr schmecken oder riechen. Autofahren ist nicht mehr möglich und auch Haustiere kann sie keine mehr halten. Und sie weiß: Sie wird sterben – vielleicht in ein paar Monaten, vielleicht in ein paar Jahren.

Frau Bendiks lebt alleine und macht fast den gesamten Haushalt. Darauf legt sie viel wert. Einmal in der Woche bekommt Frau Bendiks dabei Unterstützung vom Hospizdienst der Malteser. Dann kommt ihre Hospizbegleiterin Christine Herke-Klatt, vor allem zum Kaffee trinken und reden. Diesmal übernimmt Bärbel diesen Besuch. Die beiden Frauen unterhalten sich, machen gemeinsam den Abwasch und fahren auf den Friedhof. Das ist ein Ort, der Frau Bendiks Kraft gibt.

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"Wir haben viel zusammen geweint"

"Es war einfach gut, da zu sein. Ganz viele ihrer Freundinnen und Angehörigen haben richtig Angst, mit ihr über diesen Abschied zu sprechen, der wie ein Elefant im Raum steht", erzählt Bärbel. Weil viele Freunde und Nachbarn mit ihrer Krankheit nicht umgehen können, bleiben sie lieber fern.

Bärbel Schäfer als Hospizbegleiterin

Für Bärbel war der Besuch sehr berührend: "Sie hat ihren Mann, ihre Schwiegereltern jahrelang gepflegt und in den Tod begleitet und dann sitzt sie mit mir auf der Couch und weint, weil sie Angst hat, dass in ihren letzten Stunden keiner mehr da ist, der ihre Hand halten wird." Die Besuche der ehrenamtlichen Hospizbegleiterin seien für sie wie ein "emotionales Fenster": Sie kann weinen, über ihre Ängste und Einsamkeit sprechen.

"Wir haben aber auch gelacht: Sie sieht gar nichts mehr, bewegt sich aber in ihrer Wohnung so, als wäre sie sehend. Du merkst gar nicht, dass sie eigentlich blind ist", so Bärbel. Mit dem Auto von Frau Bendiks fahren die beiden auf den Friedhof. Die hr3 Moderatorin erzählt: "Sie saß natürlich auf dem Beifahrersitz und konnte mich genau durch ihren Ort lotsen. Sie kann sich von ihrem Auto nicht trennen und findet es toll, wenn Leute mit dem Wagen fahren und sie daneben sitzen kann."

Frau Bendiks will vorbereitet sein

Weil sie niemandem zur Last fallen möchte, trifft die 67-Jährige Vorbereitungen: Sie hat zum Beispiel schon einen Grabstein. Vor dieser Weitsicht hat Bärbel Respekt: "Viele laufen ja auf so eine Situation zu und lassen die Angehörigen hinterher mit der Situation allein." Gerade weil es keine Frage des Alters sei, wann man plötzlich auf Hilfe angewiesen ist, sondern jederzeit passieren kann.

Und auch die Arbeit der ehrenamtlichen Begleiter verdiene Hochachtung: "Sie schenken etwas, das ganz kostbar ist: nämlich einfach Zeit. Sie sagen zu den Betroffenen: Ich bin für dich da. Und deswegen finde ich die hr Weihnachtsspendenaktion echt toll."

Sendung: hr3, "Die Kate Menzyk Show", 11.12.2018, 13:30 Uhr

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