Social Distancing

Überall ist gerade davon zu lesen, auf "soziale Distanz" zu gehen. Was genau bedeutet das für unseren Alltag? Die Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung erklärt, worauf wir achten müssen.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Die Leiterin der BzgA, Heidrun Thaiss, über "Social Distancing"

Dr. med. Heidrun M. Thaiss, Leiterin der BzgA
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Sich solidarisch zeigen und Rücksicht aufeinander nehmen – das ist aktuell wichtiger denn je. Es gilt, uns selbst und vor allem Risikogruppen in der Bevölkerung vor einer Infektion mit dem Coronavirus zu schützen.

Dr. med. Heidrun M. Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, macht im hr3 Interview noch einmal den Hintergrund deutlich: "Wir wissen, wie sich das Virus verbreitet – über sprechen, niesen und husten – und raten deshalb davon ab, in den direkten Kontakt mit anderen zu gehen."

Verantwortung übernehmen für Risikogruppen

Gerade weil viele Infizierte keine oder nur leichte Symptome verspürten und man sie auf den ersten Blick nicht als Überträger erkennen könne, sei die Gefahr hoch, dass sich das Virus verbreitet und letztlich auf Menschen trifft, die einer Risikogruppe angehören.

"Selbst wenn ich keine Sorge habe, dass ich selbst schwer erkranke, kann ich dieses Virus weitergeben an diejenigen, die besonders zu schützen sind", so Thaiss. Dazu zählen beispielsweise Diabetiker, Asthmatiker, an Krebs Erkrankte und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem.

Mit diesen 5 Tipps könnt Ihr das Risiko einer Infektion verringern

  1. Haltet Euch nach Möglichkeit zuhause auf und reduziert all das, was Ihr in Eurer Freizeit sonst unternehmt oder verlegt es in die eigenen vier Wände.
  2. Falls Ihr doch raus müsst, zum Beispiel zum Arbeiten oder zum Einkaufen: Abstand halten! Die BzgA rät dazu, 1 bis 2 Meter Platz zu lassen zu anderen Menschen. Das gilt auch für Warteschlangen.
  3. Ihr müsst nicht alle sozialen Kontakte einstellen. Verzichtet aber auf Händeschütteln, Umarmungen oder Küsschen und weicht auf digitale Kommunikationsmittel wie Telefonate, Videochats oder WhatsApp-Nachrichten aus.
  4. Es schadet nicht, Oberflächen einmal mehr als sonst abzuwischen und Türklinken oder Aufzugknöpfe mit dem Ärmel statt der Hand zu berühren. Es gilt aber, das richtige Augenmaß zu bewahren. Ihr müsst Eure Wohnung nicht mehrfach am Tag wischen.
  5. Keine Panik verbreiten, aber auch nicht völlig lässig mit der Corona-Krise umgehen. Ein gutes Mittelmaß ist angebracht.

Die Corona-Krise hat auch Positives

Die BzgA-Leiterin weiß: Es wird uns zunächst schwerfallen, auf all das zu verzichten, was wir über viele Jahrzehnte kulturell geübt haben. "Händegeben, umarmen, das ist uns in Fleisch und Blut übergegangen. Aber es sind besondere Zeiten, und da ist es tatsächlich wichtig, dass wir uns das alle bewusst machen und darauf achten."

Krisensituationen zeigten immer wieder, dass die Menschen näher zusammenrücken. "Das soziale Miteinander bekommt einen anderen Stellenwert. Dadurch können wir ganz viel lernen und das bewahren wir uns hoffentlich auch für die Zeit nach Corona", bemerkt Thaiss.

Sendung: hr3, "hr3 am Vormittag", 19.03.2020, 09:30 Uhr

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