2019
Der Jahreswechsel bringt viele Neuerungen mit sich. Bild © Colourbox.de

Der Jahreswechsel steht bevor und somit auch einige Gesetzesänderungen, Nutzungsbedingungen und Regelungen. Wir verraten Euch, wo Ihr im neuen Jahr sparen könnt – und in welchen Bereichen es teurer wird.

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Überblick: In diesen Bereichen ändert sich 2019 etwas

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Arbeit

Kalenderblätter und Holzklotz-Brücken: So nutzt man Brückentage
Wer es geschickt anstellt, kann seine Urlaubstage nächstes Jahr verdoppeln. Bild © Imago

Brückentage 2019

70 Tage Urlaub? Nehmen wir doch gerne! Denn wer seine Urlaubstage geschickt legt, kann seine freie Zeit dank Brückentagen verdoppeln.

Gleich in der ersten Januarwoche zum Beispiel lassen sich dank Neujahrsfeiertag aus 4 Urlaubstagen 9 freie Tage (inklusive Wochenende) machen. Um Ostern herum im April sind es immerhin noch 10 freie Tage, die sich mit 4 Urlaubstagen ergeben. Zum Tag der Arbeit am 1. Mai reichen sogar 2 Urlaubstage aus, um ganze 5 Tage auszuspannen.

Recht auf Brückenteilzeit

Mit dem Jahreswechsel haben Arbeitnehmer ein Recht auf Brückenteilzeit: Sie können ihre Arbeitszeit für eine bestimmte Zeit – zwischen einem und fünf Jahren – verkürzen und anschließend wieder in ihren Vollzeitjob zurückkehren. Die Regelung gilt jedoch nur in Unternehmen mit mehr als 45 Beschäftigten.

Steuern und Beiträge

Roter Ordner mit der Aufschrift "Versicherungen"
Geringverdiener zahlen ab 2019 einen geringeren Versicherungsbeitrag. Bild © picture-alliance/dpa

Versicherungsbeiträge

Ab 1. Januar 2019 werden die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung wieder zu gleichen Teilen von Arbeitnehmer und Arbeitgebern getragen – auch der Zusatzbeitrag, den bisher allein die Beschäftigten zahlen mussten. Außerdem müssen gesetzlich versicherte Arbeitnehmer nur noch die Hälfte des Zusatzbeitrags zahlen. Den Rest übernehmen dann wieder die Arbeitgeber beziehungsweise die Rentenversicherung.

Der allgemeine Beitragssatz in Höhe von 14,6 Prozent bleibt unangetastet. Diesen teilen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer wie gehabt. Entlastungen gibt es trotzdem: Der Mindestbeitrag für selbstständige Geringverdiener sinkt deutlich. Wer Krankengeld oder Mutterschaftsgeld bezieht, zahlt in dieser Zeit keine Beiträge mehr. Zudem sinkt der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung auf 2,5 Prozent des Bruttoeinkommens. Arbeitnehmer und -geber tragen weiterhin jeweils die Hälfte.

Anhebung des Mindestlohns

Der gesetzliche Mindestlohn steigt zum 1. Januar 2019 um 35 Cent und im Jahr darauf dann noch einmal um 16 Cent. Arbeitnehmer haben somit ab dem kommenden Jahr Anspruch auf einen Mindestlohn in Höhe von 9,19 Euro pro Stunde.

Erhöhung des Kindergeldes

Ab 1. Juli steigt das Kindergeld von derzeit 194 Euro pro Kind um zehn Euro auf 204 Euro. Auch der steuerliche Kinderfreibetrag wird erhöht: Er steigt in zwei gleichen Teilen zum 1. Januar 2019 und zum 1. Januar 2020 um jeweils 192 Euro. 2019 beträgt er dadurch 7.620 Euro, im Jahr 2020 sogar 7.812 Euro.

Steuerliche Vorteile

Der steuerliche Grundfreibetrag, also der Teil des Gehalts, auf den keine Einkommenssteuer gezahlt werden muss, steigt an: von derzeit 9.000 Euro bei Ledigen auf 9.168 Euro. 2020 steigt er dann noch einmal, sodass er 9.408 Euro betragen wird. Für Ehepartner, die zusammen veranlagt sind, gilt jeweils der doppelte Betrag.

Wer sich zum Beispiel ein Handy oder ein Notebook für die Arbeit kaufen muss, kann das ab dem nächsten Jahr leichter von der Steuer absetzen: Die Nettogrenze wird von 410 Euro auf 800 Euro angehoben.

Mehr Rente

Zum 1. Januar tritt die "Mütterrente II" in Kraft: Für Kinder, die vor 1992 geboren wurden, erhalten Mütter und Väter, die das Kind überwiegend erzogen haben, nun 2,5 Entgeltpunkt. Ab 1. Juli steigen die Renten insgesamt um 3,18 Prozent im Westen und um 3,91 Prozent im Osten. Im Durchschnitt haben Rentner dadurch 45 Euro mehr im Monat.

Alltag

Ein Stapel Euro Noten
Im Mai gibt es neue Banknoten. Bild © Pixabay/Pexels

Neue Euro-Scheine

Ende Mai gibt die Europäische Zentralbank neue 100- und 200-Euro-Scheine aus. Sie enthalten neue Sicherheitsmerkmale, die das Fälschen erschweren sollen. Praktisch: Die neuen Banknoten sind kleiner und passen dadurch besser in den Geldbeutel.

Die Stromkosten steigen

Die Ökostromumlage und andere staatliche Abgaben sinken zwar. Die Beschaffungspreise für die Stromanbieter haben sich allerdings erhöht – und das geben sie an die Stromkunden weiter.

Neues Verpackungsgesetz

Ab 1. Januar gilt auch das neue Verpackungsgesetz. Ein wichtiges Ziel der Verordnung ist, dass die Recyclingquoten steigen: Unternehmen sollen die von ihnen in den Umlauf gebrachten Verpackungen stärker an ökologischen Aspekten ausrichten – umso umweltfreundlicher Verpackungen sind, desto günstiger soll die Entsorgung sein. Für die Verbraucher bedeutet das unter anderem, dass künftig auch Pfand auf Fruchtschorlen, Milchmischgetränke und einige Energydrinks anfällt.

Außerdem muss sich jeder Hersteller und Händler, der verpackte Waren an den privaten Endverbraucher vertreibt, mit einem "Lizenzentgeltes" an einem dualen System beteiligen. Das sorgt im Umkehrschluss dafür, dass der Verpackungsmüll zurückgenommen, sortiert und recyclet wird. Unternehmen müssen sich zusätzlich in der Datenbank LUCID registrieren und dort angeben, wie viel Verpackungsmüll sie auf den Markt bringen und mit welchem Entsorger des dualen Systems sie einen Vertrag abgeschlossen haben.

Telefongespräche im Ausland

Ab Mai 2019 sollen die Kosten für ein Telefonat in der EU weiter sinken. Die EU fordert, dass Telefongespräche nicht mehr als 19 Cent pro Minute kosten dürfen. Für SMS an ausländische Nummern sollen maximal sechs Cent fällig werden.

Werbung auf WhatsApp

Bisher gab es im Vertrag zwischen Facebook und WhatsApp eine Klausel, dass die App kein Geld einspielen muss. Die läuft Anfang 2019 aus. Ab dem Frühjahr ist dadurch Schluss mit werbefreiem WhatsApp. Unternehmen können Werbung auf der App zu schalten, die im Status-Bereich erscheinen wird.

Verkehr

Diesel-Verbotsschild
In einigen deutschen Städten werden 2019 Dieselfahrverbote eingeführt. Bild © picture-alliance/dpa

Dieselfahrverbote und neues Prüfverfahren bei der Abgasmessung

Am 1. Januar tritt in Stuttgart das erste Dieselfahrverbot der deutschen Geschichte in Kraft. Andere deutsche Städte wie Frankfurt, Köln und Gelsenkirchen werden im Laufe des Jahres folgen. Ab Sommer 2019 gilt zum Beispiel für einige Straßen in Darmstadt ein Fahrverbot. Mit dem Prüfverwahren WLTP, das seit diesem Herbst für alle Neuzulassungen gilt und dem RDE-Test, der ab September 2019 im Realtest auf der Straße durcheführt wird, sollen die Grenzwerte für Stickoxide und Partikelanzahl eingehalten werden.

Verspätungen bei der Bahn

Kunden der Deutschen Bahn sollen in Zukunft entschädigt werden, wenn DB-Züge verspätet sind – und zwar automatisch, wenn es nach den Bundesländern geht. Das Saarland hat zuletzt einen entsprechenden Entwurf in den Bundesrat eingebracht.

Sendung: hr3, "hr3 am Vormittag", 27.12.2018, 09:30 Uhr

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