Der rot erscheinende Vollmond steht während einer totalen Mondfinsternis hinter dem goldenen Adler aus dem Frankfurter Stadtwappen, der auf dem historischen Rathaus der Stadt, dem Römer, prangt.
So wie auf diesem Bild von der letzten Mondfinsternis 2015 über Frankfurt könnte der Mond wieder aussehen. Bild © picture-alliance/dpa

Heute verschwindet der Mond im Schatten der Erde für ganze 103 Minuten - das wird die längste totale Mondfinsternis unseres Jahrhunderts. Wir verraten Euch, was dabei wann passiert.

Am Freitagabend schiebt sich die Erde zwischen Sonne und Mond und schattet diesen ab. Der Erdschatten verdunkelt dabei nach und nach den Mond und sorgt für eine totale Mondfinsternis. Die dauert diesmal ganze 103 Minuten an und ist damit die längste totale Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts.

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Wir haben für Euch den Zeitplan zusammengefasst:

  • Um 20:24 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit (MESZ) tritt der Mond laut US-Raumfahrtbehörde NASA in den Kernschatten der Erde ein.
  • Die totale Finsternis beginnt um 21:30 Uhr, wenn er komplett in den Kernschatten der Erde eingetreten ist.
  • Sie endet nach 103 Minuten wieder um 23:13 Uhr, wenn der Mond den Kernschatten der Erde wieder nach und nach verlässt.
  • Dieser Vorgang wird den Astronomen der Nasa zufolge um 0:19 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit abgeschlossen sein.
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Die Mondfinsternis im Fernsehen und im Live-Stream

Es ist wetterabhängig, ob und was Ihr von diesem Spektakel sehen könnt. Wünschenswert wäre natürlich ein wolkenfreier, klarer Himmel. Wer den heute Abend leider nicht hat: Ab 20.30 Uhr gibt es auf ARD-alpha eine Sondersendung inklusive Bildern von der Mondfinsternis 2018 und auf br.de findet Ihr einen Live-Stream, bei dem die Mondfinsternis von der Rhön aus zu sehen ist.

Silvester 2028 wird dann erst wieder die nächste totale Mondfinsternis in ihrem vollen Verlauf zu sehen sein. Die wird allerdings nicht so lange andauern. Die nächste Mondfinsternis, die unsere diesjährige übertrifft, wird allerdings erst am 9. Juni 2123 erwartet.

Warum verfärbt sich der Mond dabei rot?

Wir alle kennen den Mond in weiß. In dieser Farbe erscheint er immer dann, wenn er direkt von der Sonne angestrahlt wird und so alle Spektralfarben, aus denen das Sonnenlicht zusammengesetzt ist, reflektiert.

Das Bild zeigt von links oben nach rechts unten die verschiedenen Phasen der totalen Mondfinsternis.
Das Bild zeigt von links oben nach rechts unten die verschiedenen Phasen der totalen Mondfinsternis. Bild © picture-alliance/dpa

Bei einer Mondfinsternis kann der Mond, auch Erdtrabant genannt, orange oder sogar rot leuchten. Diese Farben entstehen, wenn sich die Erde zum Teil oder auch ganz in den direkten Strahlengang zwischen Sonne und Mond schiebt. Das Sonnenlicht, das jetzt noch an der Erde vorbei auf den Mond fällt, muss zuvor die Erdatmosphäre zumindest zum Teil durchdringen – je nachdem, wie weit fortgeschritten die Finsternis ist. Je länger der Weg dieses Sonnenlichts durch die Erdatmosphäre ist, desto mehr werden die blauen, orangenen und grünen Anteile des weißen Sonnenlichts herausgefiltert und gestreut.

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"Das Licht, das nahe dem Erdschatten auf den Mond fällt, hat den längsten Weg hinter sich", weiß Meteorologe Hans Häckel. "Auf diesem langen Weg sind alle Farben außer dem besonders langwelligen Dunkelrot verloren gegangen." Mit anderen Worten: Dort, wo das Sonnenlicht nur die oberen, dünneren Atmosphärenschichten kurz durchquert, bleibt mehr kürzerwelliges Gelb und Orange übrig, das den Mond entsprechend beleuchten kann.

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Kuriose Mond-Fakten

  • Unter besonderen Umständen - zum Beispiel nach einem Vulkanausbruch oder nach Waldbränden - kann der Mond blau erscheinen.
  • Der Mond und die Sterne scheinent auch tagsüber. Sie werden dann zwar vom Tageslicht überstrahlt, sind aber trotzdem zu erkennen - am besten morgens und abends in der Dämmerung bei einem möglichst wolkenlosen Himmel.
  • Sterne funkeln, weil ihr Licht beim Durchdringen der Erdatmosphäre in Luftströmungen hin- und hergeschoben wird. Auf die Entfernung wirkt das für uns, als würden sie blinken. Der Mond hingegen funkelt. Weil der Mond von der Erde aus gesehen viel größer ist als die Sterne, fallen diese "Licht-Turbulenzen" nicht so auf. Deshalb funkelt er für uns nicht sichtbar.
  • Der farbige Kranz, der manchmal um den Mond herum zu sehen ist, nennt sich "Mondhof" und entsteht durch Feuchtigkeit in der Atmosphäre: An den Wassertropfen beugt sich das Licht und wird so umgelenkt und überlagert, dass farbige Ringe entstehen.
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Sendung: hr3, "Die hr3 Morningshow", 27.07.2018, 05:00 Uhr

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