Schnee. Gehört zum Winter einfach dazu.

Wusstet Ihr, dass zwei Drittel der Weltbevölkerung noch nie Schnee gesehen hat? Ihr gehört also zu einem erlauchten Kreis. Und es gibt noch mehr unnützes Wissen rund um die weiße Pracht:

Über Schnee gibt es so viel zu sagen, dass die Schotten stolze 421 verschiedene Wörter für Schnee haben – und damit sogar mehr als die Inuit. Es wird also Zeit, sich mal ein wenig intensiver damit zu befassen.

Snow On The Sahara

Schnee in der Sahara - aufgenommen 2018 von einem Satelliten der ESA

1997 landete die Sängerin Anggun einen Hit mit dem Song "Snow On The Sahara" – und am 8. Januar 2018 gab es das wirklich. Da gelangte so viel kalte Luft nach Nordafrika, dass die Sahara sich im Nordwesten Algeriens weiß färbte. Aber nicht zum ersten Mal: Zum Beispiel passierte das 2015 dank des Tiefs "Karlheinz" auch schon.

In den Hochgebirgen, wo man den Anblick von weißem Schnee hingegen gewohnt ist, gibt es ihn auch noch in einer anderen Farbe – nämlich rot. Roten Schnee kann man sehen, wenn sich Schneealgen mit Hilfe einer roten Pigmentierung vor den UV-Strahlen der Sonne schützen wollen. Und gelben Schnee gibt es, wenn... ach, da wollen wir jetzt lieber nicht drüber reden.

Knusperschnee in Filmen

In alten Filmen benutzte man als Kunstschnee weiß gefärbte Cornflakes. Die haben dann bei den Dreharbeiten so viel Lärm gemacht, dass man die Filme nachsynchronisieren musste. Chemischen Schnee gibt es erst seit 1946.

Was wiegt eigentlich Schnee?

Eine einzelne Schneeflocke fällt kaum ins Gewicht: Mit nur 0,004 Gramm ist sie ziemlich leicht. Zusammen mit ihren Freunden bringt sie dann allerdings schnell mal ziemlich viel auf die Waage: Trockener Pulverschnee wiegt pro Kubikmeter 30 bis 50 Kilogramm, feuchter Neuschnee bringt es auf bis zu 200 Kilogramm. Verdichtet bringt er es am Boden je nach Alter und Witterung auf bis zu 500 Kilogramm.

Da kann man sich ungefähr vorstellen, wieviel Kilo jedes Jahr auf die Mühlenkopfschanze in Willingen geschafft werden, wenn das Weltcup Skispringen wieder ins Haus steht. Dafür werden nämlich rund 3.500 Kubikmeter Schnee benötigt. Da kommt ganz schön was zusammen!

So dick muss eine Eisdecke sein

Will man über eine Eisdecke laufen, sollte diese für Einzelpersonen mindestens 8 cm dick sein und direkt auf dem Wasser aufliegen. Befindet sich zwischen Eis und Wasser eine Luftschicht, klappt das mit dem Drüberlaufen nicht. Für eine Personengruppe braucht man mindestens 10 cm, für ein Schlittenfahrzeug 15 cm und für einen PKW 20 cm. Auf fließenden Gewässern sollte die Eisdecke für Einzelpersonen mindestens 15-20 cm dick sein.

Wo gibt es in Hessen den meisten Schnee?

Winter auf der Wasserkuppe

Willingen haben wir ja schon erwähnt. Das liegt im Upland und da wiedrum gibt es in Hessen den meisten Schnee. Auch in der Hochrhön mit ihrer Wasserkuppe kommt ganz schön was runter: An durchschnittlich jeweils über 70 Tagen im Jahr schneit es dort und an 110 Tagen liegt dort Schnee. Wer also Schnee sehen will: Ab ins Upland oder in die Rhön! Sind beides sehr schöne Gegenden.

Und wer mal einen Blick auf das ewige Eis werfen möchte, muss in den Westerwald fahren: In Dornburg gibt es eines der wenigen nichtalpinen Permafrostgebiete Deutschlands. Auf einer Halde mit Basaltsteinblöcken gibt es in zwei Metern Tiefe ganzjährig Eis und der Boden darunter ist immer fünf bis sechs Meter tief gefroren. Das liegt daran, dass die Geröllhalde wärmeisolierend wirkt. Wenn es Euch im Sommer also mal wieder zu heißt wird, könnte das ein gutes Ausflugsziel sein...

Frieren Frauen tatsächlich schneller als Männer?

Im Schnitt ist den Männern meist wärmer, weil sie mehr Muskelmasse als Frauen haben. Und Muskulatur produziert Wärme. Außerdem ist die Durchblutung bei Männern und Frauen unterschiedlich. Wenn es kälter wird, bleibt die Wärme bei den Frauen in der Körpermitte und das bedeutet: kalte Hände und Füße.

Das sind allerdings Durchschnittswerte, das Frieren ist nämlich immer individuell und es kommt auch durchaus vor, dass kleine, dünne Männer vielleicht eher frieren als zum Beispiel große, muskulöse Frauen.

Sendung: hr3, "hr3 Morningshow", 06.02.2018, 7 Uhr

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