Lieferservice-Knigge
Wenn's mit dem Lieferservice nicht so richtig klappt, müsst Ihr Euch nicht alles gefallen lassen. Bild © Miguel Andrade (Unsplash.com)

Ihr habt euch etwas zu Essen bestellt, aber der Pizzabote kommt viel zu spät? Ihr wolltet ein ganz anderes Thai-Gericht oder das Sushi ist teurer als gedacht? Zwar muss man sich nicht alles gefallen lassen, ein paar Stimmungskiller müsst Ihr jedoch aushalten. Unser "Lieferservice-Knigge" erklärt, was geht und was nicht.

Wo bleibt mein Essen?

Der Magen knurrt, aber der Lieferservice lässt sich viel zu viel Zeit? Da ist die Versuchung groß, die Bestellung einfach abzublasen. Aber bevor Ihr Euch am Kühlschrank oder dem nächstgelegenem Döner-Imbiss satt esst, solltet Ihr Folgendes beachten:

  • Wenn Ihr telefonisch bestellt, fragt auf jeden Fall nach, wie lange es bis zur Lieferung dauert.
  • Ab einer Verspätung von 15 Minuten könnt Ihr beim Lieferanten anrufen und Ihm eine zumutbare Frist setzen.
  • Wenn das Essen auch nicht nach der gesetzten Frist kommt, muss man es nicht mehr annehmen oder bezahlen.
  • Bei einigen Online-Lieferanten wie Lieferando oder Foodora könnt Ihr einen Wunschtermin angeben. Allerdings wird die pünktliche Lieferung nicht garantiert.
  • Kommt die Lieferung nicht zum angegebenen Zeitpunkt, dann auch beim jeweiligen Anbieter anrufen, nachfragen, Frist setzen.

Das Essen kommt ... aber etwas stimmt nicht!

Angeliefertes Essen sollte mindestens 65 Grad Celsius warm sein. Sushi sollte eine Temperatur von maximal zwei bis vier Grad Celsius haben. Das ist die in der Gastronomie empfohlene Mindesttemperatur. Auch wenn ein falsches Gericht geliefert wurde, müsst Ihr die Lieferung nicht annehmen. Ihr habt das Recht, Eure Bestellung auf Zustand, Vollständigkeit und Temperatur zu überprüfen – also nicht aus der Ruhe bringen lassen, wenn der Pizza-Bote auf heißen Kohlen sitzt.

  • Prüft die Temperatur mit einem Griff an die Verpackung.
  • Stellt sicher, dass auch eure Bestellung geliefert wurde.
  • Das Essen ist offensichtlich zu kalt oder nicht das, was Ihr geordert habt? Dann dürft Ihr die Annahme verweigern und nicht bezahlen.
  • Alternativ könnt Ihr auch die Lieferung einer neuen Mahlzeit oder Rabatt auf den Kaufpreis verlangen.

Darf der Lieferant Treppenzuschlag nehmen?

Nicht jedes Mietshaus besitzt einen Lift. Da kann der Aufstieg in den fünften Stock für den Lieferanten schon ganz schön anstrengend und zeitraubend sein. Da wäre doch ein Preisaufschlag gerechtfertigt, oder?

  • Die Antwort lautet: eigentlich nein.
  • Es gibt aber Lieferdienste, die dann eine zusätzliche Gebühr verlangen, wenn das Essen ein paar Stockwerke aufwärts ohne Fahrstuhl geliefert werden soll. Das muss aber deutlich lesbar in der Preisliste zu finden sein und nicht versteckt in den AGB.
  • Gegen ein Trinkgeld hat der Lieferant in dem Fall sicher nichts einzuwenden.

Sendung: hr3, "hr3 am Samstagnachmittag", 09.03.2019, 14:00 Uhr

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