Eine Fahrradfahrerin wartet in Wiesbaden auf dem Radweg, bis sie weiterfahren kann
Fahrradwege sind in Deutschland nicht optimal ausgebaut. Bild © Imago

Die Entscheidung zu den Diesel-Fahrverboten und die Diskussion um kostenlosen ÖPNV zeigen: Es kommt Bewegung in die Frage, wie wir uns künftig bewegen werden. Doch wie sieht die Zukunft aus?

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Zukunftsvision: Die autofreie Stadt

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Wo steht Deutschland?

Die Frage ist leider schnell beantwortet: noch ganz am Anfang. „Wir haben in Deutschland bisher ziemlich viel verpennt“, so der Mobilitätsforscher Martin Lanzendorf von der Uni Frankfurt im Gespräch mit hr3. Es gebe niemanden in der Bundesregierung, der sich um die Perspektive von Mobilität in der Stadt kümmere. „Wir haben keinerlei Vision davon, wie wir uns Städte hinsichtlich Mobilität vorstellen, sondern wir warten einfach ab, was sich so ergibt.“

Es gibt aber auch Lichtblicke: In Darmstadt entsteht gerade bis 2020 die Lincoln-Siedlung für 3.000 Menschen - verkehrsberuhigt, gut ausgebaute Rad- und Fußwege, gute ÖPNV-Anbindung, Car-Sharing, ein Pool von Elektro-Mieterfahrzeugen, Call-a-bike-Stationen, Mietlastenräder und E-Bikes.

Elektroautos alleine reichen nicht

Heinrich Strößenreuther ist Deutschlands bekanntester Fahrrad-Aktivist, die Zeit bezeichnete ihn einst als „der Verkehrsrebell im schwarzen Anzug“. Dank seiner Initiative „Volksentscheid Fahrrad“ gibt es in Berlin Deutschlands erstes Radverkehrsgesetz. Berlin soll also Fahrradstadt werden, wie das genau aussehen soll, könnt ihr hier nachlesen.

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„Der knappe Raum in der Stadt muss für Wohnen und Leben genutzt werden und nicht für das Abstellen von Autos.“ Zitat von Heinrich Strößenreuther
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Sein Motto lautet: Autos raus, Fahrräder rein in die Stadt. „Ein Autofahrer braucht in der Regel zwei Parkplätze. Einen, wo das Auto über Nacht steht und einen beim Büro oder beim Einkaufen. Wenn der sich entscheidet, sein Auto zu verkaufen, dann haben wir 2x12 Quadratmeter Fläche mehr, die wir für andere Dinge nutzen können," sagt Strößenreuther im Gespräch mit hr3.

Auch Mobilitätsforscher Lanzendorf möchte die Diskussion nicht auf einzelne Technologien reduzieren: „Es geht einfach darum, wie wir Städte bauen, wo Wohnviertel entstehen und wie wir diese gestalten. Da gehören die neuen Möglichkeiten, die uns E-Mobilität bietet, sicherlich dazu, aber auch Dinge wie Sharing-Angebote, Fahrradfahren oder zu Fuß gehen.“

Wo kann sich Deutschland noch was abgucken?

Jede Menge Fahrräder stehen an der U-Bahn Station in Kopenhagen
Europas Fahrradhauptstadt: Kopenhagen Bild © Imago

Ganz weit vorn ist die dänische Hauptstadt Kopenhagen. Dort gibt es 400 Kilometer Radwege! Und die braucht man auch, in Kopenhagen gibt es nämlich fünfmal mehr Fahrräder als Autos. Alle Kopenhagener zusammen radeln täglich 1,4 Millionen Kilometer. Doch auch bei der Stadtraumgestaltung haben die Planer alles richtig gemacht laut Lanzendorf: „Man hat eine Stadt für Menschen gebaut, die sich in der Stadt gut bewegen wollen, die das Leben dort genießen und die was erleben wollen. Und dafür ist Stadtraumgestaltung zentral und sehr wichtig.“

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Sendung: hr3, "hr3 Morningshow", 02.03.2018, 5 Uhr

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