Fahrradfahrer im Bankenviertel in Frankfurt
Fahrradfahrer im Bankenviertel in Frankfurt Bild © Imago

Berlin hat das erste Radverkehrsgesetz in Deutschland und soll wie Amsterdam oder Kopenhagen Fahrradstadt werden. Was es damit auf sich hat, erklären wir hier.

Fahrrad-Aktivist Heinrich Strößenreuther hält die gesammelten Unterschriften für seine Initiative Volksentscheid Fahrrad in die Höhe
Deutschlands bekanntester Fahrrad-Aktivist: Heinrich Strößenreuther Bild © Sophia Kembowski/dpa

Das Fahrrad ist das umweltfreundlichste Verkehrsmittel, das wir haben. Heinrich Strößenreuther ist Gründer der Initiative "Volksentscheid Fahrrad" und versucht Menschen davon zu überzeugen, lieber das Fahrrad anstatt das Auto zu nutzen. Dank seiner Initiative hat der Berliner Senat Deutschlands erstes Radverkehrsgesetz beschlossen und sich dazu verpflichtet, Berlin innerhalb von 10 Jahren zur Fahrradstadt nach Kopenhagener oder Amsterdamer Vorbild umzubauen.

Amsterdam als großes Vorbild

Was hat die Fahrradstadt Amsterdam in ihrer Verkehrspolitik richtig gemacht? Ganz einfach: "Amsterdam hat geschützte Radwege. Das heißt, man ist als Radfahrer sicher, dass dort keine Autos oder LKWs fahren und fühlt sich dementsprechend wohl - so bewegt man sich gerne", erklärt Heinrich Strößenreuther im Gespräch mit hr3. Und genau das soll jetzt auch in Berlin umgesetzt werden. Zwei Meter breite Radwege an den Hauptstraßen, ganz viele Fahrradstraßen in den Nebenbezirken, genügend Radabstellständer und Fahrradpolizisten, die darauf achten, dass sich Auto-, LKW- und natürlich auch die Fahrradfahrer an die Verkehrsregeln halten.

Fahrradfahrer in Amsterdam
Fahrradfahrer in Amsterdam Bild © Imago

"In den Städten muss mehr getan werden"

Zitat
„Wir haben die Städte in Deutschland in den letzten Jahrzehnten leider unter dem Motto gebaut: 'Kinder rein, damit die Autos draußen spielen können'. Das muss sich ändern.“ Zitat von Heinrich Strößenreuther
Zitat Ende

Auch in Darmstadt gibt es seit Anfang Februar eine Radentscheid-Initiative. Es muss mehr in den Städten passieren, fordert Strößenreuther: "Politiker und Bürgermeister müssen sich trauen, für Radwege ein paar Parkplätze oder mal eine Fahrspur wegzunehmen. Fakt ist, das Fahrrad ist ein sehr flächeneffizientes Verkehrsmittel. Ein Auto braucht 60-70 Quadratmeter, wenn es unterwegs ist, ein Fahrrad braucht deutlich weniger Platz. Das heißt, wenn der Verkehr wächst, dann ist das Fahrrad auch aus verkehrswirtschaftlicher Sicht das Beste, was uns in den Städten passieren kann."

Wir sehen, die autofreie oder zumindest die autoarme Stadt würde viele Vorteile haben: Die Luft ist besser, man gewinnt viel Platz und die Stadt wird lebenswerter. Ein Schlüssel dafür ist der Umstieg vom Auto aufs Fahrrad und dafür kämpft Heinrich Strößenreuther  mit seiner Initiative "Volksentscheid Fahrrad".

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Weitere Informationen

Zukunftsvision: Die autofreie Stadt

  1. Kommt jetzt die Verkehrswende?
  2. Warum das Fahrrad das bessere Verkehrsmittel ist
  3. Was plant Hessen?
  4. China setzt ganz auf E-Mobilität
Ende der weiteren Informationen

Sendung: hr3, "hr3 am Vormittag", 02.03.2018, 11 Uhr

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