Es ranken sich viele Mythen darum, wie man sich vor einer Erkältung schützen kann und wie man sie schnell wieder los wird. Was davon stimmt? Was ist Quatsch? Wir verraten es Euch!

Mythos 1: Du musst ganz viel Obst essen, dann kriegste auch keine Erkältung!

Obst
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Das stimmt so nicht: wir müssen uns nicht mit Obst vollstopfen. Weil wir bedenken müssen, dass im Obst auch ganz viel Fruktose ist – und dieser Fruchtzucker kann die Entgiftungsleistung der Leber beeinträchtigen, was wir daran merken können, dass wir uns total abgeschlagen fühlen. Was unser Körper toll findet, das sind zwei Portionen Obst täglich, so ca. 300 Gramm Obst, Äpfel, Bananen, Trauben... Heißt als Beispiel: 1 Apfel und 1 Banane, das sind dann 300 Gramm – und schon sind wir durch mit dem Thema. Wer dann noch zusätzlich Apfelsaft trinkt, der liegt schon über der gewünschten Menge. Dann lieber noch ganz viel Gemüse essen – da sind auch Vitamine drin.

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Mythos 2: Bei Vitamin D-Mangel musst du öfter raus gehen.

Sonne scheint durch schneebedeckte Nadelbäume
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Falsch. Es ist zwar auf jeden Fall gut, viel raus zu gehen, wenn es aber darum geht, Vitamin D zu sammeln – dann muss man das im Sommer machen. Der Sommer ist die Zeit, um die Speicher zu füllen. Die Empfehlung, in den Wintermonaten einfach 2 Mal wöchentlich 20 Minuten raus zu gehen - die bringt nicht so viel. Weil: die benötigten UVB-Strahlen, mit denen der Körper Vitamin D herstellen kann, treffen in unseren Breitengraden von Oktober bis März nicht in für uns ausreichender Menge auf die Erdoberfläche. Das gilt für alle Orte im Breitenkreis nördlich von Barcelona. Ein Urlaub im Süden zwischendurch wäre hilfreich - oder eben die Zugabe von Vitamin D als Tablette.

Mythos 3: Hände musst du richtig desinfizieren – Seife reicht nicht gegen dieses Virenzeug.

Hände waschen ist in der Erkältungs-Saison wirklich wichtig. Es reicht aber Seife.
Hände waschen ist in der Erkältungs-Saison wirklich wichtig. Es reicht aber Seife. Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Falsch. Für die Hände ist Seife besser als ein Desinfektionsmittel, das haben schlaue Menschen mittels Studien herausgefunden. Und grundsätzlich gilt: das Händewaschen ist wichtiger als das Duschen – sieht man mal vom Körpergeruch ab. Viele haben als Kind gelernt: "Nach WC und vor dem Essen, Händewaschen nicht vergessen." Das Händewaschen beugt einer Ansteckung vor und es ist auch ratsam, sich nicht im Gesicht anzufassen. Und: Türklinken am besten meiden, weil die Viren dort gerne drauf rumlungern. Und auf Tastaturen, und auf Telefonhörern – da macht es Sinn, diese mit einem Desinfektionsmittel zu reinigen.

Mythos 4: Wenn der Kollege total krank ist, ist doch klar, dass es mich dann auch erwischt.

Frau hält sich mit beiden Händen ein Taschentuch vor die Nase
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Das kann stimmen – muss aber nicht. Das Kuscheln im Büro sollte allerdings reduziert werden, denn wir wissen ja: Erkältungsviren verbreiten sich in Form von Speicheltröpfchen - also wenn einer atmet, hustet oder niest. Bei einem Nieser zum Beispiel fliegen Viren locker einen Meter weit. Deswegen sind DIE Kollegen schon mal besonders gefährdet, die nah dran sitzen. Wir können aber was dagegen tun, denn Viren hassen frische Luft, Sport, Seife und Schlaf – heißt: viel lüften im Büro, in trockener Luft überleben Viren nämlich viel länger. Bewegung stärkt das Immunsystem, Händewaschen spült die Viren weg – und im Schlaf kann der Körper Kraft schöpfen. Wer dauerhaft weniger als 7 Stunden schläft, erhöht sein Schnupfenrisiko um ein Drittel.

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Mythos 5: Du musst jeden Tag heiß und kalt duschen – dann wirste auch nicht so oft krank.

Junge Frau beim Duschen
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Das stimmt so weit. Das sogenannte Wechselduschen trainiert den Körper, mit den dauernden Temperaturwechseln klar zu kommen. Es ist ja so, dass wir aus der warmen Wohnung kommen, aus dem Büro – und plötzlich sind wir draußen und kriegen nen Kälteschock. Dann rein in den Supermarkt, wieder raus, Kälteschock und immer so weiter. Und dieses ewige Hin und Her ist purer Stress für das Immunsystem. Die Wechselduschen stärken daher die Abwehrkräfte – und als Zusatzeffekt wird auch noch die Haut straffer, weil das Bindegewebe trainiert wird. Also: Schluss mit Warmduschen!

Mythos 6: Ich sag doch immer: Ingwer ist ne Wunderwaffe!

Nicht jedermanns Sache, aber gesund: Ingwer
Nicht jedermanns Sache, aber gesund: Ingwer Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Ingwer ist ne tolle Sache, so viel ist schon mal klar. Antibakteriell und entzündungshemmend. Aber ob er tatsächlich auch bei Erkältungen hilft oder dagegen schützt, da tappen die Wissenschaftler noch etwas im Dunkeln. Was den Ingwer so wertvoll macht, das sind seine ätherischen Öle und die Scharfstoffe. Diese Scharfstoffe sollen den Körper aufheizen und die Durchblutung anregen. Deswegen können sich Krankheitserreger wohl nicht so gut an den Schleimhäuten festsetzen. Auch wenn Ingwer vielleicht nicht die Wunderwaffe gegen Erkältung ist: er tut gut. Am besten ein paar dünne Scheiben schneiden, ab in die Tasse, kochend Wasser drüber, 10 Minuten ziehen lassen und schlürfen.

Mythos 7: Das sag ich, die Hühnersuppe hat schon immer geholfen!

Alles Wissen Hühnersuppe
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Ist Hühnersuppe wirklich gesund? Es sieht so aus. Schlaue Leute an der Universität von Nebraska haben herausgefunden, dass Hühnersuppe den weißen Blutkörperchen ein Bein stellt. Das ist gut, denn von diesen weißen Blutkörperchen sind bei einer Erkältung viel zu viele unterwegs Richtung Nasenschleimhäute. Und die schwellen dann an. Hühnersuppe sorgt mit seinen guten Inhaltsstoffen also für ein Abschwellen, die Entzündung wird gehemmt. Und wenn man es ganz richtig machen will, sollte es eine frisch zubereitete Suppe sein, keine Tüte.

Mythos 8: Ätherische Öle machen doch nicht schneller gesund.

Ätherische Öle in einer Duftlampe können helfen
Ätherische Öle in einer Duftlampe können helfen Bild © Imago

Das ist richtig. Mit Duftlampen und Duftölen wird keiner auf Knopfdruck gesund. Aber es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass ätherische Öle das Wachstum und die Vermehrung von Bakterien hemmen können. Und es hilft dem Wohlbefinden und den Schleimhäuten. Wer Eukalyptus inhaliert, wird das merken. Oder Menthol, Pfefferminze oder Kamille. Man denke hierbei zum Beispiel an den Klassiker Kamilledampfbad! Aber: Öle unterstützen nur – sie sind keine Medizin.

Mythos 9: Wer mit nassen Haaren raus geht, fängt sich eine Erkältung ein.

Zumindest bei Erwachsenen sind nasse Haare keine echte Erkältungsgefahr
Zumindest bei Erwachsenen sind nasse Haare keine echte Erkältungsgefahr Bild © Imago

Falsch. Der Gedanke hinter diesem Mythos ist: Kühlt der Körper aus, was mit nassen Haaren schneller passiert als mit trockenen, wird er krank. Aber: Kälte alleine reicht nicht für eine Erkältung, es braucht auch einen entsprechenden Erreger. "Aber das Immunsystem wird doch schwächer, wenn man auskühlt!" Stimmt, aber so lange der Körper im Kern etwa 37 Grad warm bleibt, hat das Immunsystem keine Probleme. Anders ist das übrigens bei Säuglingen: Da deren Kopf im Verhältnis zum restlichen Körper ist als bei einem erwachsenen, stellt ein ausgekühlter Kopf da schon eher ein Problem dar - zumal sie sich nicht selber eine Mütze aufsetzen können, wenn ihnen kalt wird. Da sollte man also unbedingt drauf achten, dass die Haare trocken und die Kleinen gut eingepackt sind.

Mythos 10: Kalte Füße machen krank.

Kalte Füße sind unangenehm, aber kein Erkältungsgrund
Kalte Füße sind unangenehm, aber kein Erkältungsgrund Bild © Imago

Stimmt nicht - und vielleicht auch wieder doch. Auch hier gilt: Nur weil man mal kalte Füße hat, bekommt man keine Erkältung. Sind die Füße oder Hände aber immer kalt, kann das zum einen eventuell Auswirkungen auf das Immunsystem haben, was Erkältungsviren die Arbeit erleichtert, zum anderen kann es aber auch auf eine Kreislaufschwäche hinweisen. Wer damit Probleme hat: Im Büro immer mal aufstehen, um den Kreislauf in Gang zu bringen, heißen Tee trinken und ein heißes Bad am Abend ist ebenfalls sinnvoll. Und auch noch schön entspannend. Zwei Fliegen mit einer Klappe!

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