Tabletten und Medaillen als Symbolbild für Doping
Mit Pillen und Cop aufs Treppchen - eine ziemlich riskante Idee. Bild © Colourbox.de

Früher war es der Job, über den wir uns profiliert haben. Heute ist es immer öfter auch der Sport. Gerade als Amateur will man schneller, schlanker, muskulöser sein als der Mitspieler, der Kollege oder der Nachbar. Dafür greifen auch Hobbysportler immer häufiger zu Dopingmitteln. Wir haben uns das Thema für Euch genauer angeschaut.

Lance Armstrong schaut nachdenklich nach unten
Einer der bekanntesten Dopingsünder im Leistungssport: Radfahrer Lance Armstrong. Bild © picture-alliance/dpa

Tour de France-Sieger Lance Armstrong, der brasilianische Fußballer Fred, Sprinter Ben Johnson - alles Spitzensportler, die des Dopings überführt wurden. Dabei sind leistungssteigernde Mittel nicht nur im Leistungssport ein Problem. Auch immer mehr Hobbysportler greifen zu Pillen.

Das ist besonders unter Kraftsportlern ein Thema: Mehrere Befragungen haben ergeben, dass etwa 20 Prozent der Sportler im Fitnessstudio dopen. Allerdings sind hier nur kommerzielle Fitnessstudios und anonyme Befragungen einbezogen. Die Dunkelziffer wird noch höher geschätzt. Auch im Radsport und bei Marathon- und Triathlon-Events wird nachgeholfen. Die Zahl der Dopingsünder wird bei letzterem auf 15 Prozent geschätzt. In den Ballsportarten wird ebenfalls immer häufiger gedopt, warnen Wissenschaftler. Allerdings gibt es hier aktuell keine ausreichenden Studien.

Warum dopen Hobbysportler?

Es gibt viele verschiedene Gründe, weshalb Amateursportler Dopingmittel einnehmen. Die einen wollen Anerkennung und Lob für ihre Leistungen, sie wollen ihr Selbstwertgefühl stärken und Aufmerksamkeit erhalten. Andere wollen nicht warten, bis sich Muskeln aufbauen oder überflüssige Kilos schmelzen und greifen deswegen zu entsprechenden Pillen. Wieder andere fühlen sich in ihrer Mannschaft frustriert und unwohl, weil sie nicht mit den Mitspielern mithalten können, werden vielleicht sogar gemobbt. Eher seltener wird dagegen gedopt, um ins Profi-Geschäft einsteigen zu können.

Was gibt es für Nebenwirkungen?

Viele! Im schlimmsten Fall kann es zu Organversagen kommen, vor allem die Leber und die Niere werden geschädigt. Außerdem können Depressionen und Herzstörungen auftreten oder eine Verweiblichung bzw. Vermännlichung des Körpes. Sogar Krebs kann man von Doping bekommen. "Das hat dann schon gravierende Folgen, nicht nur kurzfristig, sondern auch langfristig gesehen", weiß Allgemeinmediziner Thomas Wietschorek. Nimmt man Schmerzmittel, um sich "fit zu spritzen", können die Verletzungen zudem chronisch werden – und dann wird man sie eventuell nie wieder los.

Besonders tückisch: Die Mittel können süchtig machen. "Die Einnahme dieser Substanz über einen langen Zeitraum führt zu einer Abhängigkeit, die dann auch das Bewusstsein trübt, dass ich nachher die Nebenwirkungen gar nicht mehr wahrnehme oder wahrnehmen kann", warnt er. Man kann sich also nicht darauf verlassen, dass der Körper sich meldet, sobald etwas nicht stimmt.

Ein Mann beim Krafttraining mit Hantel
Im Fitnessstudio wird besonders häufig gedealt. Bild © Colourbox.de

Wie kommt man überhaupt an solche Mittel?

Über Dealer oder das Internet. Weil das Interesse an Dopingpillen in Fitnessstudios groß ist, wird hier oft gedealt. Im Netz gibt es viele Seiten, die teilweise sehr professionell aussehen. In Kanada zum Beispiel ist das Stimulans Ephedrin legal, das schnelleres Abnehmen und mehr Wachsamkeit verspricht. Das kann man sich nach Deutschland schicken lassen. Es sind allerdings viele Fälschungen unterwegs. Oft wird auch über überdosiert, weil die Dealer die Sportler triggern wollen.

Was für Folgen kann Dopingkonsum im Sport haben?

Der Eigenkonsum ist legal. Nur "der Besitz von nicht geringen Mengen" an Dopingmitteln, wie es im deutschen Arzneimittelgesetz schwammig heißt, kann die Einleitung eines Strafverfahrens nach sich ziehen.

Wenn Ihr an Wettkämpfen oder im Ligabetrieb teilnehmt, kommt es auf die Statuten des jeweiligen Verbands oder Events an. Die Stiftung Nationale Anti Doping Agentur Deutschland (NADA) – die maßgebliche Instanz für sauberen Sport in Deutschland – kontrolliert auch im Amateursport, wenn sie gezielte Tipps bekommt.

Was wird gegen Doping im Amateurbereich getan?

Viele Wissenschaftler beklagen, es würde viel zu wenig getan. Die NADA ist fast ausschließlich für den Profisport da, für den Amateurbereich sind die Kontrollen häufig zu teuer.
Mischa Kläber, Präventionsleiter beim DOSB, bemängelt noch etwas anderes. Er forscht für die TU Darmstadt zum Thema Doping und hat festgestellt: "Im Amateurbereich ist Doping auf der einen Seite ein Tabuthema, auf der anderen Seite wird es aber stark verniedlicht und verharmlost."
Er fordert wie viele andere Wissenschaftler mehr Aufklärung bei Vereinen und in den Schulen. Auch die NADA versucht immer häufiger, zum Beispiel bei Fitnessevents wie einem Marathon oder einem Triathlon mit Ständen vor Ort zu sein, um zu erklären, wie gefährlich der Konsum sein kann.

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