E-Roller

Elektrisch betriebene Tretroller sind in Ländern wie Belgien, Österreich oder Finnland schon Normalität. Seit einigen Wochen fahren diese E-Scooter auch in Frankfurt. Welche Regeln dabei gelten – und wie andere hessischen Kommunen zur Einführung stehen, erfahrt Ihr hier:

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Warum sich E-Scooter wirklich lohnen könnten

Julia Tzschätzsch
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Das Bundeskabinett hat im April den Weg für E-Tretroller auf deutschen Straßen frei gemacht, als es der sogenannten Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung (eKFV) zugestimmt hat. Dadurch sollen nun auch "elektrisch betriebene Fahrzeuge ohne Sitz und selbstbalancierende Fahrzeuge" am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen dürfen – gemeint sind die elektrischen Tretroller, auch E-Scooter genannt. Im Mai hat schließlich der Bundesrat der Verordnung zugestimmt.

Diese Regeln gelten für E-Tretroller

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zum Video Ausprobiert: So könnt Ihr einen E-Roller ausleihen

Stefan testet E-Roller
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Seit Juni dürfen die E-Scooter mit bis zu 20 Kilometern pro Stunde auf Fahrradwegen fahren. Gibt es keinen Radweg, müssen sie auf die Straße ausweichen. Auf Gehwegen und in Fußgängerzonen sind die Roller nicht erlaubt, außer es wird durch ein Zusatzschild ausdrücklich erlaubt.

Ein Führerschein ist laut der eKFV-Verordnung nicht notwendig. Die kleinen Roller brauchen aber eine Versicherungsplakette, ähnlich wie Mofas und kleine Motorroller. Die Haftpflichtversicherung kostet rund 40 Euro für ein Jahr. Das Nummernschild ist ein kleiner Aufkleber am Heck, den der Fahrer selbst anbringt. Es gibt keine Helmpflicht. Der Fahrer muss mindestens 14 Jahre alt sein.

E-Roller

Ob Ihr den Roller mit in Bus und Straßenbahn nehmen dürft, ist von Kommune zu Kommune unterschiedlich. Wie es sich bei Euch verhält, erfragt Ihr am besten bei der Stadt. Laut tagesschau.de dürfen Fahrgäste der Deutschen Bahn die E-Tretroller kostenlos mitnehmen.

Bei der Stadt Frankfurt zum Beispiel gilt folgende Regel: E-Tretroller dürfen im Schienenverkehr des RMV (ohne U- und Straßenbahn) im Mehrzweckabteil transportiert werden, wenn ihr Gewicht die Tragfähigkeit der Einstiegshilfe nicht übersteigt. In den Zügen der Vias liegt diese Grenze bei 250 Kilo, bei anderen Zügen zwischen 300 und 350 Kilo. Die meisten Geräte wiegen aber deutlich weniger.

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Ein erstes Fazit der Frankfurter Polizei (Stand: 09.07.2019)

Sprecherin Chantal Emch hat der Frankfurter Rundschau gesagt, dass bislang ein Unfall gemeldet worden sei: Ein Rollerfahrer habe einen Fußgänger angefahren und sei dann geflohen.

Wer sich nicht an die Regeln hält – also zum Beispiel auf Bürgersteigen, in Parks oder am Main fährt, Schilder und Ampeln missachtet oder zu zweit auf einem E-Tretroller fährt – dem droht ein Bußgeld zwischen 10 und 70 Euro.

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Der Blick ins Ausland

In vielen europäischen Städten wie Brüssel und Paris gibt es bereits E-Tretroller-Leihstationen, an denen man sich – ähnlich wie bei Leihrädern – für ein paar Cent pro Minute einen solchen elektrisch betriebenen Roller ausleihen kann. Ob für den Weg zur Arbeit, zum Supermarkt oder zur U-Bahn-Station: Es könnte das Gerät für den letzten Meter werden.

Laut einer Umfrage des Vergleichsportals Verivox plant aktuell jeder vierte Deutsche, sich einen E-Scooter anzuschaffen. In Hessen fahren bislang nur in Frankfurt E-Tretroller. Reservieren und bezahlen läuft wie beim Car-Sharing über Smartphone-Apps. Die Firmen laden die Akkus der Roller nachts wieder auf.

Das sagen die Städte in Hessen und Umgebung dazu

Frankfurt

In Frankfurt gibt es mit "Tier Mobility" und "Circ" aktuell schon zwei Anbieter. Laut Verkehrsdezernent Klaus Österling hatten sich vor der Zulassung in Deutschland aber insgesamt 12 Anbieter der Stadt vorgestellt – weitere könnten also folgen. Sie müssen übrigens nicht von der Stadt genehmigt werden. In den ersten Wochen sind laut dem Verkehrsdezernat keine großen Probleme aufgetaucht. Es habe nur vereinzelte Fälle von Vandalismus gegeben. Ab und zu sollen Roller verbotenerweise auch mit in Wohnungen genommen worden sein. Auch interessant: Der Preis ist bei beiden Anbietern schon gestiegen. Momentan kosten die Fahrten bei beiden Anbietern zunächst 1 Euro für die Ausleihe, dann 19 Cent pro Minute. Zu Beginn lag der Minutenpreis noch bei 15 Cent.

Kassel

Könnte solch ein Leihsystem auch nach Kassel kommen? Die Stadt bewertet die E-Tretroller-Entwicklung eher zurückhaltend. Man bezweifelt, dass die E-Scooter "einen sinnvollen Beitrag zur nachhaltigen Sicherung stadtverträglicher Mobilität" leisten können. Michael Schwab, Pressesprecher der Stadt Kassel, sagt dazu: "Diese Art der Fortbewegung wird die verkehrsbedingten Probleme in Ballungszentren in absehbarer Zeit nicht lösen."

Wiesbaden

Michael Spannaus von ESWE Verkehr, Wiesbadens ÖPNV-Anbieter, sagt: "Wir stehen dem Thema sehr offen gegenüber und sehen es als eine sinnvolle Ergänzung zum ÖPNV an." Man sei mit sechs unterschiedlichen Anbietern in Kontakt. Wann und wie Anbieter auf den Markt kommen, könne man aber noch nicht sagen. Wer einen eigenen E-Tretroller hat, kann ihn aber schon jetzt kostenlos in die öffentlichen Verkehrsmittel mitnehmen.

Offenbach

Der Stadt liegen aktuell keine Anfragen von E-Tretroller-Anbietern vor.

Gießen

In Gießen gibt es noch keine Regelung. Während der Bürgermeister der Stadt Gießen Peter Neidel (CDU) sich eher zurückhaltend zeigt, spricht sich die SPD-Stadtverordnetenfraktion klar für Elektro-Tretroller im Stadtverkehr aus. Der Fraktionsvorsitzende Christopher Nübel schreibt in einer Pressemitteilung: "E-Roller könnten eine sinnvolle Ergänzung für die Verkehrswende sein. Da sie kleiner und handlicher als Fahrräder sind, lassen sie sich gut im ÖPNV mitnehmen und sind so auch insbesondere für Pendler attraktiv. Wir unterstützen die Zulassung dieser Roller im Straßenverkehr deshalb ausdrücklich". Eine Entscheidung wird wohl erst im Verlauf des Sommers fallen.

Marburg

Der Stadt Marburg liegen bislang keine Anfragen von Sharing-Anbietern für E-Tretroller in Marburg vor. Aber die Stadtverordnetenversammlung hat in ihrer letzten Sitzung vor der Sommerpause beschlossen, dass die Einführung eines E-Scooter-Verleihsystems geprüft werden soll. Aktuell baut die Stadt laut Patricia Grähling von der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Marburg gemeinsam mit mehreren Partnern das Angebot im Bereich der umweltfreundlichen Mobilität mit Mobilitätsstationen weiter aus. Hier werden – gut erreichbar auch mit dem ÖPNV – an zentralen Punkten in der Stadt sowohl Nextbike-Leihfahrräder als auch scouter-Leihautos mit Elektroantrieb und öffentliche Elektrotankstellen an einem Ort zusammen angeboten.

Fulda

Laut Johannes Heller von der Pressestelle der Stadt Fulda spielt das Thema E-Roller in der Praxis in Fulda bisher noch gar keine Rolle.

Heidelberg

In Heidelberg sieht man in E-Scootern eine Chance für den umweltfreundlichen und emissionsfreien Verkehr in der Stadt. Tim Herre vom Amt für Öffentlichkeitsarbeit sagt: "Sie können eine Ergänzung zum innerstädtischen ÖPNV-Angebot darstellen, um die 'letzte Meile' von der Haltestelle gut und schnell zurückzulegen." Grundsätzlich müssten die Kommunen aber prüfen, ob durch E-Scooter Nutzungskonflikte auf Geh- und Radwegen oder der Fahrbahn entstehen. Das werde man auch in Heidelberg im Blick behalten.

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Wie es in anderen hessischen Kommunen aussieht...

...erfahrt Ihr bei Eurem Bürgeramt.

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Was Ihr beim Kauf beachten müsst

Ihr wollt nicht warten, bis in Eurer Stadt ein Leihsystem eingeführt wird und lieber Euren eigenen E-Scooter fahren? Ein halbwegs ordentliches Gefährt bekommt Ihr schon für rund 200 Euro. Die Reichweite der Akkus beträgt in dieser Preisklasse allerdings oft nur bis zu 20 Kilometer. Bei kaltem Wetter, schwerer Fracht und bergauf verlieren die Akkus außerdem noch eher ihre Power. Wenn Ihr wirklich täglich von der Bahn ein paar Kilometer zur Arbeit und zurück fahren möchtet, solltet Ihr in ein teureres Gerät für rund 500 Euro investieren. 

Die Akkus für die Stromversorgung werden per Ladebuchse und Ladegerät an die Steckdose angeschlossen. Es gibt auch abnehmbare Akkus, zum Beispiel zum Laden im Büro, allerdings müsst Ihr für entsprechende Scooter deutlich mehr als 200 Euro ausgeben. Ein Ladevorgang dauert zwischen drei und vier Stunden, dann könnt Ihr wieder ungefähr 20 Kilometer damit fahren.

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Achtung bei Regen:

Die günstigen E-Tretroller sind nicht regenfest. Bei manchen Modellen heißt es sogar: sofort stehenbleiben, wenn es regnet, ansonsten verfällt die Garantie.

Einige Geräte sind zumindest spritzwasserfest. Die solltet Ihr bei absolutem Schüttwetter zwar auch besser stehen lassen, aber mal eine Pfütze tut denen nicht weh.

Die Roller, die äußerlich schon eher einem richtigen Motorroller gleichen, sind dann auch regenfest. Da macht es dann auch nichts aus, wenn Ihr zwei, drei Stunden im Regen unterwegs sein solltet.

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Sendung: hr3, "Die hr3 Morningshow", 09.07.2019, 05:00 Uhr

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