Peter Fischer in der hr3 Morningshow
Eintracht-Präsident Peter Fischer mit Tanja und Tobi aus der hr3 Morningshow. Bild © Yaw Awuku (hr3)

Peter Fischer lebt für den Fußball, für Frankfurt und die Eintracht. Dennoch gibt es für ihn Werte, die mehr zählen als all das. Im Interview mit der hr3 Morningshow erklärt er, warum ihm beim Gedanken an die AfD übel wird und warum er eine ganze Schrankwand voller Hassbotschaften hat.

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Peter Fischer im Interview mit der hr3 Morningshow

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Peter Fischer hat inzwischen eine Fangemeinde, die weit über Eintracht Frankfurt hinausreicht. Er steht für eine wortstarke Abneigung und harte Linie gegen Rassismus, Anti-Semitismus und sexuelle Diskriminierung.

Nach seinem berühmten Zitat im Winter 2017 – "Es verträgt sich nicht mit unserer Satzung, AfD zu wählen" (F.A.Z.) – seien ganz spontan 15.000 Menschen in seinen Verein eingetreten, erzählt er im Gespräch mit Tanja und Tobi aus der hr3 Morningshow.

Da seien langjährige Mitglieder anderer Fußball-Vereine dabei gewesen, erklärt Fischer immer noch gerührt von den zahlreichen Solidaritätsbekundungen. Wenn es um den Sport gehe, da wisse jeder, welches Trikot er trage. Aber in dieser Sache sagten sich viele: "In Farben getrennt, in Werten vereint."

Seine moralischen Pfosten – Toleranz und Akzeptanz – trägt der als Lebemann bekannte Fischer in den gesamten Verein: "Wir leben das grundsätzlich vor und wir geben das den Profis genauso wie dem Kind, das zum Kinderturnen kommt, mit", sagt er.

Fischer: "Wer die AfD wählt, wählt nationalsozialistisch"

"Ich sehe, dass diese Werte nun tagtäglich in einer Art und Weise getreten werden mit Aussagen von politisch verantwortlichen dieser Partei", damit meint Fischer die AfD. Ihren Namen wolle er nicht nennen, weil ihm dabei übel werde. Während er das sagt, merken Tanja und Tobi deutlich, dass sein Puls steigt.

Jeder könne sich über die AfD im Internet informieren, "es gibt trotzdem 13 Prozent Menschen in diesem Land, die nationalsozialistisch wählen – denn nichts anderes tun sie", zieht er seine ernüchterte Bilanz.

Eine Schrankwand voller Hassbotschaften

Wer sich so klar gegen Intoleranz positioniert, fängt sich natürlich den Hass der Online-Trolle und rechten Hetzer ein. "Zuhause" im Büro am Riederwald des Eintracht-Präsidenten steht eine ganze Schrankwand, gefüllt mit Hassbotschaften. Die 3.000 bis 4.000 gesammelten E-Mails, Facebook-Posts und Briefe will der Eintracht-Präsident zur Anzeige bringen.

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„Wenn Du das liest, dann weißt Du, dass Du alles richtig gemacht hast!“ Zitat von Peter Fischer
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Ihm und seiner Familie wurde gedroht: "In welchen KZs ich oder meine Familie verbrannt werden sollen, wie oder wo ich umgebracht werde, an welcher Stelle und wie ich gequält werde." Gerade wenn es um Kinder geht, kann da sogar einem harten Hund wie Fischer Angst und Bange werden. Trotzdem sagt er: "Ich werde mein Leben deshalb definitiv nicht umstellen."

Das habe nichts mit Zivilcourage zu tun. Fischer wolle sich einfach nicht verstecken müssen wie Anne Frank. Er habe seine Stimme, seine Kraft und auch seine Popularität dafür genutzt, um für seine Werte einzustehen. "Und dafür werde ich mehr einstehen als für Eintracht Frankfurt, den Fußballverein", verspricht er im Interview.

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„Das wird Peter Fischer nicht passieren, dass er ein Tagebuch in einem Keller schreibt.“ Zitat von Peter Fischer
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Denn sein Verein funktioniere ohne Peter Fischer genauso gut. Ob dieses Land ohne Menschen wie ihn auch funktioniert? Eher nicht, glaubt Fischer. "Deshalb habe ich mich dem verschrieben, auch bis zum letzten Atemzug."

Sendung: hr3, "hr3 Morningshow", 19.06.2019, 05:40 Uhr

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