Bereits im letzten Sommer hat die Grusel-Puppe "Momo" für Panik gesorgt: Auf WhatsApp ging ein Kettenbrief um, der Kinder dazu aufforderte, sich umzubringen. Jetzt soll die Puppe wieder aufgetaucht sein – in YouTube-Videos von "Peppa Wutz". Wir erklären, warum an der Geschichte nichts dran ist.

Horror-Skulptur Momo

Die Horror-Puppe "Momo" hat bereits im vergangenen Sommer für Panik gesorgt: Da ging nämlich zum ersten Mal der WhatsApp-Kettenbrief herum, in dem Momo damit droht, den Empfänger der Nachricht zu töten, sollte er ihren Brief nicht weitersenden. In einer weiteren Version des Kettenbriefs soll eine Anleitung zum Selbstmord enthalten gewesen sein.

Das ist dran

Gar nichts. Bei dem Foto der Grusel-Puppe, die angeblich die Nachrichten versendet, handelt es sich um das Foto einer Statue, die in der Vanilla Gallery in Tokio ausgestellt war. Erschaffen wurde sie von dem 43-jährigen Bildhauer Keisuke Aiso. Die Skulptur heißt eigentlich "Mother Bird", von den Besuchern den Galerie bekam sie aber den Spitznamen. Mittlerweile soll der Künstler sie zerstört haben – weil er sich verantwortlich fühlte für die Panik, die seine Skulptur ausgelöst hat.

Horror-Skulptur "Momo" aus Tokio

Auch die Nachricht, dass Momo schon Kinder in den Selbstmord getrieben haben soll, lässt sich nicht belegen. Wir haben beim Kultusministerium, der Polizei und an hessischen Schulen nachgefragt. Das Thema ist zwar bekannt, konkrete Fälle oder Warnungen gibt es aber nicht.

Neue Gefahr: Momo in YouTube-Videos

Nachdem es um den Kettenbrief ruhig wurde, herrscht nun wieder Sorge: Einige englische Tageszeitungen berichten davon, dass Momos Gesicht in Videos von "Peppa Wutz" oder Let's-Play-Videos von dem Online-Spiel "Fortnite" aufgetaucht sei und die Kinder bedroht habe, entweder sich selbst oder die eigenen Eltern zu töten. Dazu würde das Ursprungs-Video automatisch pausiert und die Szenen mit Momo über dem Original-Inhalt eingeblendet.

Die gute Nachricht: Technisch ist es nicht möglich, einzelne YouTube-Videos zu "hacken" und zu pausieren. Entweder die Szenen waren schon vorher drin – oder es gibt diese Videos erst gar nicht. Und danach sieht es aktuell aus. YouTube selbst hat ein Statement veröffentlicht.

Zitat
Wir möchten etwas zur Momo-Challenge klären: Wir haben in letzter Zeit keine Beweise dafür gefunden, dass Videos die Momo-Challenge auf YouTube bewerben. Videos, die schädliche und gefährliche Herausforderungen fördern, sind gegen unsere Richtlinien. Zitat von YouTube in einem offiziellen Statement zur Momo-Challenge
Zitat Ende

Ein entsprechendes Video sei nicht bekannt, so die Sprecher der Video-Plattform. In den Warnungen, die unter Eltern verschickt werden, wird auch nie auf ein konkretes Video verwiesen. Es gibt nur gruselige Fotos der japanischen Skulptur. Jetzt, da das Thema so aufgeblasen wurde, ist aber natürlich nicht ausgeschlossen, dass es Nachahmer gibt.

Also alles sicher im Internet?

Definitiv nicht: Es gibt genug andere fragwürdige Inhalte. Lasst Eure Kinder nie mit YouTube alleine und sprecht über die möglichen Gefahren im Netz. Kinder sollen wissen: Mir passiert nichts, wenn ich nicht auf Kettenbriefe reagiere. Und: Momo ist keine reale Figur, vor ihr muss sich niemand fürchten.

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Surf-Tipps für Eure Kids

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Sendung: hr3, "hr3 am Vormittag", 06.03.2019, 09:30 Uhr

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