Gewitter über Frankfurt
Gewitter über Frankfurt Bild © picture-alliance/dpa

Wie verhält man sich am besten bei Gewitter? Was ist wirklich sicher? Kate Menzyk hat sich schlau gemacht und hartnäckige Gewittermythen aufgedeckt.

Mythos 1: Ab unter die nächste Buche!

Jeder hat sicher schon mal schlaue Sprüche gehört wie "Eichen sollst Du weichen, Buchen sollst Du suchen!" Aber stimmt das wirklich? Kollege Kaempfert weiß: nein. "Bei Gewitter sollte man alle Bäume meiden, ganz egal ob Eiche oder Buche", erklärt er. Die meisten Blitzopfer standen unter oder in der Nähe eines Baumes, als sie getroffen wurden. Ein guter Abstand sind 10 Meter zu allen Ästen und Stämmen.

Mythos 2: Im Haus ist man sicher

In den meisten Fällen ist man im Haus tatsächlich sicher. Das hängt aber davon ab, ob es einen Blitzschutz gibt oder nicht. Falls nicht: Finger weg von allen metallenen Leitungen, die irgendwie von außen kommen und von Strom, also eingesteckten Elektrogeräten, Gas, Fernwärme, Telefon oder auch Badezimmerarmaturen.

Sogar Duschen kann deshalb gefährlich sein bei Gewitter. Kollege Kaempfert rät deswegen: "Wenn Du Dir nicht sicher bist, ob Wasser- und Elektrik bei Dir blitzsicher installiert sind, dann verschiebe das Duschen lieber." Viel-Telefoniererin Kate muss sich aber keine Sorgen machen: Telefonieren mit dem Handy ist nämlich unproblematisch. Nur mit ungeschützten Schnur-Telefonen sollte man bei Gewitter besser nicht telefonieren.

Mythos 3: Im Freien auf weiter Fläche flach auf den Boden legen

Das stimmt nicht. Man ist dann zwar schön niedrig. Wenn aber ein Blitz in der Nähe einschlägt, fließt der Strom durch den ganzen Körper. Also besser hinhocken, Füße zusammen lassen und Kopf auf die Knie. Und: Man sollte möglichst nicht der höchste Punkt im Umkreis sein!

Wenn sich der Himmel so zuzieht, sollte man sich lieber ins Haus bewegen.
Wenn sich der Himmel so zuzieht, sollte man sich lieber ins Haus bewegen. Bild © picture-alliance/dpa

Mythos 4: Bei Gewitter wird die Milch sauer

So lautet zumindest eine alte Bauernregel aus einer Zeit, in der es noch keine Kühlschränke gab. Man konnte die Milch also noch nicht längere Zeit frisch halten - und an einem heißen und schwülen Gewittertag vermehren sich die Milchsäurebakterien natürlich recht zügig. Dadurch konnte die Milch tatsächlich schnell sauer werden.

Aber auch heute passiert so etwas hin und wieder im geschlossenen Kühlschrank. Nach der Meinung vieler Chemiker ist diese Beobachtung reiner Zufall. Ein Mitarbeiter des Max-Planck-Instituts für Biochemie ist hingegen überzeugt, dass kurze elektromagnetische Impulse, genannt Sferics, die Milch sauer werden lassen. Wie die aber genau auf Organismen wie die Bakterien in der Milch wirken, ist wissenschaftlich noch nicht genau geklärt.

Mythos 5: Es gibt keinen "Blitz aus heiterem Himmel"

Falsch. Blitze können sogar in über 20 Kilometer Entfernung vom Gewitter einschlagen - weit weg vom Regengebiet oder der Wolke. Aus großen Gewitterwolken sind Blitze sogar schon in mehr als 100 Kilometern Entfernung eingeschlagen. Wenn ihr am Himmel also in weiter Ferne die typischen Gewitterwolken entdeckt, besteht tatsächlich auch das Risiko, dass ein Blitz in eurer Nähe einschlägt.

Mythos 6: Bei Gewitter unbedingt die Stecker ziehen

Bei einem Blitzeinschlag können zwar tatsächlich sogenannte Sekundärströme durch das Haus ziehen. Die meisten Elektrogeräte und Steckdosen haben aber Überspannungsschutzgeräte, die - der Name verrät es - die Geräte vor dem Durchschmoren schützen. Es ist also nicht immer notwendig, die Stecker zu ziehen. Wer sich nicht sicher ist, ob seine Elektrogeräte ausreichend geschützt sind, sollte es aber sicherheitshalber trotzdem tun.

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Sendung: hr3, "Die Kate Menzyk Show", 30.05.2017, 14:45 Uhr

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