Eine Metzgerin hält ein rosanes Stück Fleisch in den Händen.

Wir Hessen essen jährlich 60 Kilogramm Fleisch pro Kopf. Aber wie hochwertig ist das Fleisch, das wir kaufen, wirklich? Wir helfen Euch, wie Ihr bei Eurem nächsten Einkauf gutes Fleisch erkennen könnt.

Vorab: Es ist sehr schwer, sogar für Profis, richtig gutes Fleisch zu erkennen. Aber es gibt ein paar allgemeine Tipps, die Euch den Fleischeinkauf erleichtern können.

Woran erkenne ich gutes Fleisch?

Rindfleisch

Frisches Rindfleisch ist dunkelrot, frisches Lammfleisch hellrot und hat manchmal eine leichte Fettmarmorierung. Einen leichten hellen Glanz hat frisches Schweinefleisch und ist rosa. Frisches Wildfleisch ist rötlich bis fast dunkelbraun.

Das Geflügelfleisch hängt von der Fütterung ab. Wenn das Tier mit viel Mais gefüttert wurde, ist sein Fleisch hinterher gelblicher und fetter. Ansonsten rosa bis rot und damit nicht ganz so hell.

Je jünger das Tier, desto heller das Fleisch

Die Oberfläche darf nicht schmierig aussehen, keine Druckstellen haben und auch mit dem Finger nicht leicht einzudrücken sein. Am besten ist es glatt und trocken.

Ob Ihr es mit gutem Fleisch zu tun habt, könnt Ihr auch an der Oberfläche sehen. Die Faserung vom Fleisch kann man mit dem bloßen Auge sehen. Sie hängt vom Alter des geschlachteten Tieres ab.

Zu wenig grobe Fasern machen das Fleisch wabbelig, zu viele machen es zäh. Konventionelles, nicht hochwertiges Fleisch verliert beim Braten Wasser. Biofleisch dagegen so gut wie gar nicht.

Immer den Preis im Blick haben

Fleisch eingelegt

Außerdem sollte das Fleisch nicht im eigenen Saft liegen - egal, ob abgepackt oder nicht. Hochwertiges Fleisch riecht mild und neutral bis frisch. Aber auf keinen Fall süßlich oder streng. Am besten kauft Ihr kein bereits eingelegtes Fleisch, da funktioniert das Riechen nicht mehr so gut.

Den Preis solltet Ihr auch immer kritisch prüfen. Denn je billiger das Fleisch ist, desto weniger artgerecht war die Tierhaltung. Ein Haltungskompass für abgepacktes Frischfleisch soll bei den gängigen Discountern, wie zum Bespiel Lidl, Penny, Kaufland, Norma und Aldi, mehr Transparenz für Kunden schaffen.

Lieber Schinken und Braten statt Leberwurst

Auf Wurstaufschnitt muss der Haltungskompass nicht stehen. Die zwölf größten deutschen Wursthersteller haben schlicht kein Interesse an einem Tierwohllabel bei Wurst. Aber welche Wurst können wir dann ohne schlechtes Gewissen essen?

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Die Verbraucherzentrale Hessen empfiehlt dem Sassenroth magere Fleischprodukte

Johannes Sassenroth
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"Bei Wurst empfehlen wir auf die mageren Produkte zurückzugreifen. Lieber einen Bratenaufstrich oder einen Schinken anstatt etwas fettiges wie Leberwurst auf das Brot legen", rät Wiebke Franz von der Verbraucherzentrale Hessen im hr3 Interview.

Der Grund ist, dass ein Stück Schinken oder Braten meist von nur einem Tier ist, während eine Mischwurst, wie der Name schon verrät, aus mehreren Fleischsorten bestehen kann. Hier kann man nicht immer zurückverfolgen, woher das Fleisch tatsächlich stammt und wie die Tiere gehalten wurden. Also beim nächsten Einkauf besser mal Braten und Schinken mitnehmen als Leberwurst.

Was steckt hinter der Kennzeichnung?

  • Stufe 1 "Stallhaltung": Die gesetzlichen Mindestanforderungen in der niedrigsten Stufe werden eingehalten. Das heißt zum Beispiel für ein Schwein 0,75 Quadratmeter Platz.
  • Stufe 2 "Stallhaltung Plus": Zehn Prozent mehr Platz als bei Stufe 1 und Beschäftigungsmaterial.
  • Stufe 3 "Auslauf": 40 Prozent mehr Platz als bei Stufe 1, die Tiere werden gentechnikfrei gefüttert und haben Zugang zu Außenklimabereichen (bedeutet allerdings nur, dass der Stall offen ist zum Beispiel durch ein Fenster. Die Tiere können nicht raus)
  • Stufe 4 "Bio-Standard" auf dem höchsten Level: 100 Prozent mehr Platz als bei Stufe 1 und die Tiere haben die Möglichkeit raus zu gehen.

Alle Details der einzelnen Stufen und die Abbildungen der jeweiligen Labels kann man sich auf lidl.de als PDF herunter laden.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Der Haltungskompass gibt Auskunft über die Haltung der geschlachteten Tiere

Lidl Haltungskompass für Fleisch
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Sendung: hr3, "Die hr3 Morningshow", 01.10.2019, 08:10 Uhr

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