Vor fünf Jahren war Brigitte aus Mörfelden-Walldorf in einen schweren Autounfall verwickelt: Ein anderer Fahrer fuhr frontal auf sie zu – weil er durch sein Handy abgelenkt war. Für sie ist "Kopf hoch" deshalb mehr als nur eine Aktion.

Kopf hoch Hörerin Brigitte
Brigitte und ihre Kinder kamen mit einem Schock davon – ihr neues Auto aber war nach dem Unfall ein Totalschaden. Bild © privat

Jeden Tag, wenn Brigitte an dieser einen Stelle vorbeifährt, bekommt sie Gänsehaut: "Ich bin mit meinen zwei Kindern auf der Bundesstraße gefahren, die ist relativ gerade, hat aber eine leichte Linkskurve. Ich bin nur 50, 60 schnell gefahren, und plötzlich kam mir ein junger Mann entgegen", erzählt sie im hr3 Interview in der Kate Menzyk Show.

Kopf hoch: Hörerin Brigitte
Brigitte aus Mörfelden-Walldorf weiß, wie viel Glück sie damals hatte und ist dankbar für die Aktion "Kopf hoch": "Eigentlich müsste man alle Amaturenbretter damit bekleben", sagt sie. Bild © Anna Lisa Lüft (hr3)

Sie weiß noch genau: Er hat nicht auf die Fahrbahn geschaut, sondern nach unten, vermutlich auf sein Handy. Dadurch muss er die Kurve übersehen haben – und fuhr einfach geraudeaus weiter auf die Gegenfahrbahn. Es ging alles ganz schnell: Brigitte zog das Lenkrad nach rechts und verhinderte so einen Frontalzusammenstoß.

"Das war wie beim Gokart"

Der entgegenkommende Fahrer erwischte sie trotzdem. "Das war wie beim Gokart, er ist mir voll in die Hinterachse gefahren", berichtet sie. Das Auto direkt hinter ihr konnte ebenfalls reagieren und sich aus der Gefahrenzone bringen, der Fahrer dahinter aber stieß frontal mit dem Falschfahrer zusammen.

"Wir hatten alle ein Riesenglück", erinnert sich Brigitte. Der Unfallverursacher erlitt einen Nasenbeinbruch, der dritte Fahrer brach sich Rippen und Beine. Brigitte und ihre Kinder kommen mit einem Schleudertrauma und einem Schock davon. Ihr Auto hingegen war ein Totalschaden: "Es war ein neues Auto, gerade vier Tage alt. Dadurch war ich sehr bewusst unterwegs und Gott sei Dank null abgelenkt." Sonst hätte der Unfall ganz anders verlaufen können.

"Nicht stören-Modus" schützt vor Unfällen

Sie zieht trotzdem etwas Positives aus diesem schockierenden Erlebnis: "Mein Sohn hat damals gerade seinen Führerschein mit 17 gemacht und am eigenen Leib erlebt, wie schnell sowas gehen kann." Bei einem Freund, der beim Fahren ständig am Handy rumfummelt, steige er schon gar nicht mehr ein, sagt die dreifache Mutter.

Sie selbst weiß inzwischen, wie das Handy im Auto zu keiner Versuchung wird: mit dem sogenannten "Nicht stören-Modus". "Ich kriege keinerlei Nachrichten mehr", sagt Brigitte erleichtert. Wie Ihr diese Funktione auf Android-Smartphones und dem iPhone aktivieren könnt, erklärt unser Artikel "Sichere Handynutzung im Auto".

Sendung: hr3, "Die Kate Menzyk Show", 20.08.2019, 13:30 Uhr

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