Heuschnupfen
Auf Pollen-Allergiker kommen harte Zeiten zu. Bild © picture-alliance/dpa

Es geht wieder los: Die Heuschnupfen-Geplagten leiden jedes Jahr aufs Neue. Mit welchen Tipps sich Allergiker das Leben ein bisschen vereinfachen können, lest Ihr hier.

Die Zahl der Heuschnupfen-Geplagten steigt seit Jahren. Vor allem Kinder sind betroffen. Studien der letzten Jahre zeigen, dass mittlerweile 15-20 Prozent der Gesamtbevölkerung zumindest zeitweise mit Heuschnupfen zu kämpfen haben. Und die Zahl derer, die gut gemeinte Ratschläge für Pollenallergiker auf Lager haben, dürfte noch höher sein.

Birkenblüten
Allergiker leiden oftmals besonders unter den Birkenpollen. Bild © picture-alliance/dpa

Heuschnupfen sollte man unbedingt ernst nehmen, sagt Prof. Dr. med. Ludger Klimek, Facharzt für HNO-Heilkunde aus Wiesbaden. Es ist eine Entzündung der Schleimhaut und sollte daher immer behandelt werden, in der Regel mit rezeptfreien Medikamenten aus der Apotheke wie Tabletten, Nasenspray und Augentropfen. Wenn die Beschwerden anhalten, solltet Ihr zum Arzt gehen. Auch wenn Ihr Atembeschwerden habt, Euch tagsüber kurzatmig fühlt und nachts hustet, solltet Ihr unbedingt einen Arzt aufsuchen und das ziemlich rasch, so der Facharzt.

Aber was hilft denn nun wirklich bei Heuschnupfen?

Wir haben den Deutschen Allergie- und Asthmabund nach Tipps gefragt.

1. Regelmäßiges Lüften mit Pollenschutzgitter

Das ist dank engmaschiger Pollenschutzgitter an den Fenstern möglich. Die Gitter halten den größten Teil der Pollen zurück. Durch den geringeren Austausch der Luft muss allerdings länger gelüftet werden. Und wenn Ihr kein Pollenschutzgitter habt, dann nur stoßweise lüften und nicht das Fenster die ganze Nacht gekippt halten. Am besten früh morgens die Fenster aufreißen, bevor es zu warm wird und die warme Luft die Pollen aufwirbelt und abends, nachdem die Sonne untergegangen ist.

2. Getragene Kleidung nicht im Schlafzimmer ausziehen

Über die Kleidung bringen wir die Pollen nämlich von außen mit in die Innenräume - und da halten sie sich nachts besonders lange auf. Wer auf schlaflose Nächte verzichten will, wäscht die Kleidung einmal im Kurzwaschprogramm. Danach lieber drinnen trocknen lassen - draußen würden sich sofort wieder Pollen ablagern.

3. Abends Haare waschen

Wenn Ihr abends Eure Haare wascht, gelangen keine Pollen auf Euer Kopfkissen. Also macht das besser abends als morgens.

4. Teppiche und Polstermöbel regelmäßig absaugen

Staubsauger mit einem sogenannten Hepa-Filter (am besten Klasse 14) lassen die Pollen nicht wieder zurück in den Raum. Glatte Böden solltet Ihr regelmäßig feucht wischen, sonst werden die Pollen mit dem Staub immer wieder aufgewirbelt.

5. Sonnenbrille aufziehen, die um die Augen dicht abschließt

Wenn Ihr das beachtet, habt Ihr bessere Chancen, denn das schützt die Augen vor Licht und Pollen.

6. Sport im Freien vermeiden

Beim Sport wird nämlich der erhöhte Sauerstoffbedarf durch Mundatmung gedeckt, was die Atemwege reizt und zu stärkeren Reaktionen führt. Wenn die Pollen nach einem Regenschauer "aus der Luft gewaschen" wurden, geht es besser. Aber Vorsicht: Nach Gewittern ist es schlimmer. Dabei werden die Pollen in Bodennähe gedrückt und allergene Partikel zusätzlich aus den Pollen herausgeschlagen.

7. Rauchen macht's nicht besser

Sind die Atemwege durch (Passiv-)Rauchen gereizt, macht das die Schleimhäute noch angreifbarer. Die Heuschnupfen-Saison wäre also ein guter Zeitpunkt, mal übers Aufhören nachzudenken.

8. Durch die Nase atmen

Die feinen Flimmerhärchen filtern dabei nämlich einen Teil der Pollen heraus. Mit einer Nasendusche könnt Ihr die danach wieder aus der Nase spülen. Nasensalben, - gele oder -puder helfen dabei allerdings nicht - sie verkleben die Nasenhaare und beeinträchtigen die Filterfunktion.

9. Pollenfilter im Auto

Wer viel Zeit im Auto verbringt, ist mit einem Pollenfilter gut beraten. Einmal im Jahr sollte der ausgetauscht werden, am besten nach der Pollensaison im Herbst oder Winter.

Alle diese Tipps sind wie Mosaik-Steinchen: eins alleine hilft ein bisschen, manche helfen viel, aber ganz beschwerdefrei machen sie nicht, sagt Professor Klimek.

10. Antihistaminika und Kortisonssprays

Wenn Ihr es gar nicht mehr ohne Medikamente aushaltet, dann empfiehlt Prof. Dr. Wolfgang Pfützner, Leitender Oberarzt und Sprecher des Allergie Zentrums Hessen in Marburg Antihistaminika-Tabletten, wenn die Augen betroffen sind. Die machen nicht müde. Es gibt auch Augentropfen, die sind zwar nicht so stark, wirken aber am Ort der Beschwerden.

Wenn die Nase läuft sind Kortisonsprays oder eine Mischung mit Antiallergikern eine gute Wahl. "Das Kortison wird hier nicht in den Körper mit aufgenommen, es wirkt also nur in der Nase und hat keine anderen Nebenwirkungen," weiß Prof. Dr. Wolfgang Pfützner. Der Oberarzt weist allerdings auch darauf hin, dass der gewünschte Effekt erst nach ein bis zwei Wochen eintritt. Gin Tonic soll übrigens auch bei Heuschnupfen helfen. Wie das gehen soll, könnt Ihr auf YOU-FM.de nachlesen.

Wie kann ich Heuschnupfen von einem Schnupfen unterscheiden?

"Wenn die Augen jucken und brennen und man reiben muss, dann hat man schon einen guten Hinweis auf eine Allergie," sagt Prof. Dr. Wolfgang Pfützner. Bei einigen Betroffenen juckt und kribbelt nur die Nase. Das weise auch auf eine Allergie hin, erzählt uns Pfützner im Gespräch. Wenn Ihr unsicher seid, sucht am besten einen Arzt auf, der kann das testen.

Weitere Informationen

Hier fliegen die Pollen:

Ende der weiteren Informationen

Sendung: hr3, "hr3 am Vormittag", 04.04.2019, 09:30 Uhr

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