Rekord-Hitze in Hessen

So heiß war es in Hessen noch nie: Am 25. Juli kletterte das Thermometer bei uns gleich an mehreren Orten erstmals über 40 Grad im Schatten. Wie wir uns noch besser vor Hitze und Starkregen schützen können, verrät Klimaforscherin Heike Hübener in der hr3 Morningshow.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Mehr Trockenheit und Starkregen: Heike Hübner erklärt, wie das möglich ist

Sommerhitze in Frankfurt
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Gerade die hessischen Städte würden sich im Sommer immer weiter aufheizen. Rekordwerte wurden unter anderem gemessen in Bad Nauheim, in der Frankfurter Innenstadt und am Flughafen. Dunkle Asphaltdecken und hohe Fassaden speichern die Wärme und verstärken sie durch gegenseitige Abstrahlung sogar noch. Daran müssen wir uns gewöhnen, sagt Heike Hübener im Interview mit Tobi aus der hr3 Morningshow. Sie ist Klimaforscherin am Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie.

Heller Asphalt und Luftleitbahnen

Gegensteuern wollen die Kommunen etwa mit hellem Asphalt. Der sorgt für eine bessere Sonnenreflexion und somit geringere Bodentemperatur. Er soll beispielsweise in Neubaugebieten im südhessischen Langen zum Einsatz kommen. Auch die Deutsche Bahn testet aus diesem Grund helle Schienen. Um mehrere Grad Celsius soll sich auch hier die unmittelbare Umgebungstemperatur verringern lassen.

Aber auch Wasserflächen sorgen für Abkühlung. Durch Verdunstung entsteht Luftbewegung und Flüsse transportieren als sogenannte Luftleitbahnen den kühlenden Wind vom Umland in die Städte, so die Klimaforscherin.

Fördergelder für Begrünung

Grünes Dach

Für ein bisschen Abkühlung könnt Ihr auch selbst sorgen – und das nicht nur in der Stadt. Denn auch Pflanzen tragen zur Klimaregulierung bei. Ob im Garten, auf dem Balkon oder dem Garagendach gilt: je grüner, desto kühler.

Das hat auch die Politik erkannt: Für die Begrünung von Dächern gibt es finanzielle Zuschüsse vom Staat und auch direkt in hessischen Städten, etwa in Darmstadt, Fulda, Marburg, Offenbach und Frankfurt.

Hitze, Trockenheit, Starkregen

Mit der Hitze kommt mehr Trockenheit, wie wir sie 2018 und auch dieses Jahr wieder erleben. Aber sie führt auch zu stärkeren Unwettern, denn: "Je wärmer es wird, desto mehr Wasser kann in einer Gewitterwolke drin sein", erklärt Heike Hübener. Und für diesen Starkregen sei keine Kanalisation ausgelegt.

An den Anblick von überfluteten Straßen und vollgelaufenen Kellern müssen wir uns nach der Expertin also auch gewöhnen. Hier sieht sie vor allem den Städtebau in der Verantwortung.

Wertsachen aus dem Keller

Hochwasser in Frankfurt

Dennoch sei es wichtig, für den Fall des Falles möglichst gut vorbereitet zu sein, etwa beim Neubau auf gute Isolierung zu achten und möglichst keine leicht zerstörbaren Wertsachen im Keller zu lagern.

Denn neben aller Versuche, Einfluss auf das künftige Extrem-Wetter zu nehmen: Der Klimawandel ist in vollem Gange, macht Heike Hübener klar. "Wir müssen uns vor dem schützen und an das anpassen, was jetzt schon da ist und was wir auch nicht mehr vermeiden können."

Sendung: hr3, hr3 Morningshow, 05.08.2019, 05:00 Uhr

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