hr3 Mitarbeiter Bastian Bender bei der Stammzellspende

Wer sich als Stammzellspender registriert, erlebt nur selten, dass der Notfall eintritt. Bei unserem hr3 Kollegen Bastian war das anders: Das Telefon klingelte. Seine Stammzellspende war für ihn überraschend schmerzfrei, aber umso ergreifender.

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Er sei der genetische Zwilling eines an Blutkrebs erkrankten Mannes, erklärte man unserem Kollegen Basti am Telefon. Ob er immer noch bereit sei, zu spenden? "Ich habe einfach mal zugesagt und wusste ehrlich gesagt gar nicht, was da auf mich zukommt", erzählt Bastian im Interview mit der hr3 Morningshow.

Schon kurz darauf stand er für eine vorbereitende Blutentnahme in der Arztpraxis. Ein paar Wochen danach folgte ein umfassender Gesundheitscheck. "So viel habe ich noch nie von meinem Körper gesehen", sagt Bastian.

"Ich hatte Angst vor der OP"

Bis zur eigentlichen Stammzellspende sollten weitere Wochen vergehen. Auf die anfängliche Unbeschwertheit folgte das Kopfkino. "Ich hatte Angst vor der OP", erinnert sich Bastian. Er hatte gehört, das sei eine schmerzhafte und riskante Prozedur.

Das Spenderzentrum konnte seine Ängste sehr schnell zerstreuen. Eine OP sei nur noch in 20 Prozent der Fälle notwendig und sei weitaus weniger schlimm als die Gerüchte.

Dann hatte er einen kleinen Autounfall. Sein erster Gedanke galt seinem genetischen Zwilling. Bastian war selbst überrascht. Aber falls er nicht hundertprozentig gesund wäre, hätte er ihm nicht mehr helfen können.

Bastian vergleicht die Sorge mit der eines frisch gebackenen Vaters: "Da ist irgendwie etwas Höheres und das fühlt sich wichtiger an als du selbst." Zum Glück blieb Bastian gesund.

So entspannt kann eine Stammzellspende sein

Zur Vorbereitung auf die eigentliche Blutstammzellspende gab es sogar ein Video-Tutorial. "Du musst dir vier Tage lang ein Präparat in den Bauchspeck spritzen", erklärt Bastian. Bei dem Präparat handelt es sich um das Hormon GCFS. Es regt die Stammzellen dazu an, aus dem Knochenmark ins Blut zu treten. Zusätzlich ernährt sich Bastian gesund und trinkt viel – vielleicht einer der Gründe, warum bei ihm alles so glatt lief.

Im Spenderzentrum legte man ihm an jedem Arm jeweils eine Kanüle. Auf der einen Seite lief das Blut aus der Vene in eine Zentrifuge. Hier wurden Bastis Stammzellen vom Blut getrennt. Über die Kanüle am anderen Arm lief das Blut wieder zurück in seinen Kreislauf.

"Das dauerte so knapp drei Stunden", erinnert sich Bastian. Bei ihm ging es besonders schnell, weil so viele Stammzellen in seinen Blut waren. Die meiste Zeit habe er sich relativ entspannt mit Filmen und Musik vertrieben. Aber zwischendurch musste er dann kurz heulen. "Du sieht wie das rote Zeug aus dir herausläuft und denkst: Auf der anderen Seite ist ein Mensch, der macht gerade die finale Chemo."

Ein paar blaue Flecken

Nach der Stammzellspende fühlte sich Bastian sehr müde. Aber unter Schmerzen oder anderen Nebenwirkungen hatte er nicht zu leiden – nur ein paar blaue Flecken an den Armen und am Bauch blieben für ein paar Tage.

Jetzt muss Basti warten. Von seinem genetischen Zwilling weiß er nur, dass er männlich ist, in Deutschland wohnt und älter als 30 Jahre alt ist. Wie es ihm geht, weiß er nicht. In zwei Jahren dürfen sich die beiden vielleicht einmal kennenlernen.

Sendung: hr3, "Die hr3 Morningshow", 23.01.2020, 05:40 Uhr

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