So testet Ihr die Geschwindigkeit von LTE

Die Internetanschlüsse in Deutschland liefern häufig viel weniger Geschwindigkeit, als die Anbieter versprechen. Gerade beim Mobilfunk hat die Bundesnetzagentur gravierende Mängel festgestellt. Wir erklären, wie Ihr die Internet-Leistung zuhause und auf dem Smartphone überprüft.

Nur 13 Prozent der Nutzer erreichen die vereinbarte Höchstgeschwindigkeit beim Surfen. Diese Ergebnisse veröffentlichte die Bundesnetzagentur in ihrem neuen Bericht zur Breitbandmessung. Gerade abends, wenn viele Leute zu Hause im Netz sind, ist die Leistung besonders schwach.

Da kann es sein, dass Eure 120 Mbit/s Leitung, wenn Ihr Pech habt, nur 50 Mbit/s ausspuckt. Besonders Kunden, die Internetanschlüsse mit Bandbreiten von 8 bis 18 Mbit/s nutzen, bekamen laut der Bundesnetzagentur nicht die versprochene Leistung. Immerhin erhalten gut 71 Prozent der Internetnutzer mindestens die Hälfte der maximalen Datenübertragungsrate.

Beim Mobilfunk sieht es wirklich düster aus: Nur 1,5 Prozent der Nutzer erhielten die volle Datenübertragungsrate. Nur 16,1 Prozent surften mit mindestens der Hälfte der vereinbarten Geschwindigkeit.

Wie kann ich überprüfen, ob mein Internet zu langsam ist?

Das geht ganz einfach. Auf der Webseite https://breitbandmessung.de/ könnt Ihr den Test machen. Am besten messt Ihr mehrmals zu verschiedenen Zeitpunkten und gleicht die Resultate mit der angegebenen Geschwindigkeit in euren Verträgen ab. Achtet dabei nicht nur auf die im Vertrag angegebene "Maximalgeschwindigkeit", sondern auch auf die normalerweise zur Verfügung stehende Geschwindigkeit und die "Minimalgeschwindigkeit".

Auf dem Smartphone könnt Ihr die Geschwindigkeit von LTE und Co. zum Beispiel mithilfe der kostenlosen und werbefreien "Funkloch-App" testen. Die App ist sowohl für Android als auch iOS erhältlich. Zu den beliebteren Speed-Messern für Smartphones gehören die Apps "Speedcheck" (Android / iOS) und "nPerf" (Android / iOS). Diese Apps zeigen jedoch Werbung und bieten In-App-Käufe.

Und wenn mein Internet langsamer ist, als vertraglich vereinbart?

Dann konfrontiert ihr zuerst euren Anbieter! Viele Anbieter kommen auf euch zu, bessern nach oder schreiben euch einen Teil der Kosten gut. Anbieter müssen nachbessern, wenn ihr kontinuierliche Abweichungen von der vereinbarten Geschwindigkeit habt. Laut Bundesnetzagentur heißt das konkret:

  • wenn nicht an mindestens zwei Messtagen 90 Prozent der "Maximalgeschwindigkeit" erreicht werden.
  • wenn die "normalerweise zur Verfügung stehende Geschwindigkeit" nicht in 90 Prozent der Messungen erreicht wird.
  • wenn die "Minimalgeschwindigkeit" an zwei oder mehreren Messtagen unterschritten wird.

Die Bundesnetzagentur empfiehlt 20 Messungen über zwei Tage. Wenn euer Anbieter nicht einlenkt, könnt ihr laut Bundesnetzagentur nur klagen.

Sendung: hr3, "hr3 am Samstagmorgen", 16.03.2019, 8:45 Uhr

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