HOP Jugendkongress

Seit vergangenem Jahr sitzt der 19-jährige Moritz im Wiesbadener Jugendparlament. Im hr3 Interview verrät er, wie frustrierend politische Partizipation sein kann – und warum er sich trotzdem dafür engagiert.

An diesem Wochenende findet der "HOP"-Jugendkongress in der Jugend-Kultur-Kirche St. Peter in Frankfurt statt. 160 Teilnehmer zwischen 14 und 27 Jahren kommen zusammen, um sich über Jugendbeteiligung in Hessen auszutauschen und Forderungen aufzustellen.

Sie alle haben bereits Erfahrung aus Kinder- und Jugendparlamenten, -beiräten und -foren oder auch Schülervertretungen. Den Jugendkongress wollen sie nutzen, um sich auszutauschen und zu vernetzen, Erfahrungen zu teilen und jugendpolitische Forderungen für eine wirksamere Jugendbeteiligung in Hessen aufzustellen.

Spaß am Zusammenleben – und am Verbessern

Mit dabei ist auch Moritz, der seit dem letzten Jahr im Jugendparlament in Wiesbaden sitzt. Dort wurde er sogar zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.

HOP Jugendkongress

"Es macht mir Spaß, das Zusammenleben mitzugestalten", erklärt er seine Beweggründe, sich dort zu engagieren. Außerdem gebe es in Wiesbaden "das eine oder andere, das nicht ganz so läuft, wie ich mir das vorstelle", so der 19-Jährige.

Erste Erfolge konnte Moritz bereits feiern

Er war zum Beispiel nicht damit zufrieden, wie die Busse in der Innenstadt nachts fahren: Wer nach dem Feiern nach Hause wollte, musste bisher den letzten Bus um 00:30 Uhr erwischen.

Moritz setzte sich in den städtischen Ausschüssen dafür ein, die Taktung zu verändern. Und er hatte Erfolg: Zum nächsten Fahrplanwechsel wird eine neue Ringbuslinie in der Innenstadt eingeführt, die im Viertelstunden-Takt zwischen 01:15 Uhr und 04:00 Uhr um den Stadtkern kreist.

Seine Erkenntnis: Frust gehört dazu

Dass politische Partizipation nicht immer Spaß macht, musste Moritz aber auch schon feststellen: "Wenn man manchmal hochmotiviert und voller Ideen in die städtischen Ausschusssitzungen kommt und dann relativ schnell vor lauter Formalien und rechtlicher Rahmenbedingungen kaum mehr Zeit hat, seine Ideen zu verteidigen, ist das natürlich schon ein wenig demotivierend", gibt er zu.

Aufgeben oder einfach die anderen machen zu lassen, kommt für ihn trotzdem nicht in Frage. Schließlich sei es ein "einmaliges Gefühl, am Ende die Ergebnisse zu sehen – vor allem, wenn man ein Projekt von der Initiative bis zur Umsetzung begleitet hat."

Trotzdem keine Zeitverschwendung

Die Jugendarbeit hält er für einen wichtigen Bestandteil der politischen Arbeit. Jugendliche seien offener für andere Positionen und auch mal bereit, ihren Standpunkt für einen anderen, vielleicht besseren aufzugeben. "Das fehlt mir manchmal im doch sehr auf Parteiinteressen ausgerichteten Politikalltag", stellt Moritz fest.

Der 19-Jährige hat schon öfter gesagt bekommen, dass er im Jugendparlament seine Zeit verschwende. Die kritischen Stimmen kann er meistens aber schnell zum Verstummen bringen: "Wenn ich ihnen erzähle, was wir erreicht und auf den Weg gebracht haben, sind sie doch recht verwundert und geben mir nicht selten Ideen für neue Projekte an die Hand." Auch wir finden es ganz toll, wenn junge Hessen so engagiert sind!  

Sendung: hr3, "hr3 am Vorabend", 06.09.2019, 17:30 Uhr

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