Szene aus dem Tatort "Wir kriegen Euch alle": Die Kinderpsychologin Jenschura (Anne Werner) bespricht sich mit den Kriminalhauptkommissaren Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Ivo Batic
Die Kinderpsychologin Jenschura hilft den Kriminalhauptkommissaren Franz Leitmayr und Ivo Batic bei ihren Ermittlungen. Bild © BR/Hendrik Heiden

Im aktuellen Tatort aus München hackt ein Fremder die Smart-Puppe eines Mädchens. Er verschafft sich dadurch Zugang zur Wohnung und tötet die Eltern - eine ziemlich gruselige Vorstellung. Ist das überhaupt möglich?

Darum geht’s

"Wir kriegen euch alle" heißt der 80. Münchener Tatort und die beiden Kommissare Batic und Leitmayr müssen einen bestialischen Mord aufklären. Ein Fremder verschafft sich über eine Smart-Puppe Zugang zu der Wohnung eines Mädchens und richtet deren Eltern hin. Er hackt sich in die Puppe, spricht über die Puppe mit dem Mädchen und gewinnt so ihr Vertrauen. Er sagt zu ihr: "Heute Nacht kommt der Weihnachtsmann zu euch an die Terrassentür - machst du ihm auf?" Und so lässt das Mädchen den Mörder ihrer Eltern in die Wohnung.

Gibt es solche Puppen und kann man sie derart manipulieren? Darüber haben wir mit  Dennis Schirrmacher aus dem Sicherheitsressort des c´t Magazins gesprochen.

Gibt es solche Puppen wirklich?

Smart-Puppe "My Friend Cayla"
Ähnlich wie im Tatort kann die Puppe "My Friend Cayla" mit Kindern sprechen. Bild © Imago

Ja, solche Puppen gäbe es und die könne man auch in Deutschland kaufen, erzählt Dennis Schirrmacher im Gespräch mit hr3. Vor einiger Zeit gab es auch Berichte über Sicherheitslücken bei diesen Puppen. Ein Sicherheitsforscher behauptete sogar, er habe sich in eine Puppe gehackt und konnte so aus ihr heraus sprechen. Beweise für seine Entdeckung lieferte der Forscher allerdings nicht. "Theoretisch kann das ein Hacker also hinbekommen", erklärt uns Schirrmacher, "aber es gibt bis jetzt keine Beweise, dass das jemals bei so einer Puppe passiert ist. In der Theorie weiß man auch nicht, wie das gehen soll." Der Anbieter der Puppe, bei der die Sicherheitslücke entdeckt wurde, konnte das Loch umgehend schließen.

Sollte man Puppen mit Mikrofon lieber nicht seinem Kind schenken?

"Wenn man sich so eine Puppe kauft, muss man sich als Eltern im Klaren darüber sein, dass es eine potenzielle Wanze ist. Die Puppe lauscht, sie hört den Kindern zu und antwortet ihnen aus vorgefertigten Wortbausteinen", erzählt der Sicherheitsexperte. Auch was das Kind sagt, wird auf dem Server des Anbieters der Puppe gespeichert. Das ist natürlich verschlüsselt, sollte dem Käufer aber trotzdem Bewusst sein.

Ist Alexa dann nichts anderes als eine mithörende Puppe?

"Streng genommen ist Alexa eine Wanze von Amazon", sagt Dennis Schirrmacher. Alexa hört permanent zu, sie wird per Sprachbefehl aktiviert und kann bei uns zu Hause das Licht anmachen oder eine Bestellung bei Amazon betätigen. Bisher sei aber den Sicherheitsexperten des c`t Magazins noch kein Fall bekannt, bei dem sich ein Hacker eingeklinkt habe und einen Haushalt darüber belauscht oder mit den Bewohnern gesprochen habe.

Sendung: hr3, "hr3 am Vormittag", 03.12.2018, 09:30 Uhr

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