Ein Auto wird an einer Tankstelle betankt
Wer sich vorher über Spritpreise informiert, der kann beim Tanken Geld sparen. Bild © picture-alliance/dpa

Der Wasserstand des Rheins ist derzeit extrem niedrig. Das bekommt auch Ihr als Autofahrer zu spüren, weil dadurch Engpässe an den Tankstellen entstehen. Woran das liegt und ob Benzin und Diesel derzeit in Hessen wirklich knapp werden, erfahrt Ihr hier.

Tankschiffe dürfen aufgrund des niedrigen Wasserstands nur noch leicht beladen fahren. So entstehen die Engpässe an den Tankstellen. Wir klären auf: Was bedeutet das für uns konkret?

Leere Zapfsäulen in Hessen

Im Großen und Ganzen müsst Ihr keine Angst haben, dass den Tankstellen der Treibstoff ausgeht. Es gibt aber Einzelfälle, in denen das vorkommen kann. Einer Tankstelle bei Kirchheim in Osthessen ging tatsächlich vergangene Woche kurzzeitig der Diesel aus. Auch eine Tankstelle in Staufenberg bei Gießen hatte eine leere Super E 10 Zapfsäule. Dort war ein Zettel an der Säule zu finden mit der Aufschrift: "Leider leer, wir warten auf Lieferung." Je mehr eine Region von der Schifffahrt auf dem Rhein abhängig ist, desto schwieriger wird es.

Lange Schlangen bei Tankstellen?

Ihr müsst erst Mal nicht zwingend damit rechnen, dass sich morgen lange Autoschlangen vor Tankstellen bilden. Dennoch ist die Lage nicht zu unterschätzen. Bei Shell wird beispeislweise nicht ausgeschlossen, dass Tankstellen vereinzelt das Benzin ausgehen kann. Der Mineralölwirtschaftsverband, der große Konzerne wie Shell vertritt, sagt: Es gibt Lieferschwierigkeiten, weil nicht genug Sprit über den Rhein transportiert werden kann. Aber es sei nicht so, dass Tankstellen massenhaft den Dienst einstellen müssen. Die Lieferung soll - wenn möglich - auf Straße und Schiene verlegt werden.

Das Schlimmste überstanden?

Mittlerweile gab es Engpässe in Nordrhein-Westfalen, Bayern und auch bei uns in Hessen. Leider kann man auch jetzt noch keine Entwarnung geben, da der Pegel des Rheins auch in den nächsten Wochen nicht steigen soll. Das bedeuted weiterhin eine schwere Versorgung über das Wasser. Tatsächlich gibt es auch schon Überlegungen, für Tanklaster das Sonntagsfahrverbot aufzuheben.

Steigende Preise

Auch wenn die Lösung mit dem LKW- und Bahn-Transport zunächst gut klingt, werden dennoch die Preise steigen. Denn der Transport mit Schiffen kostet weitaus weniger als mit LKW oder der Bahn. Also sind erhöhte Sprit- und Heizölwerte derzeit keine Seltenheit. Und leider wird das auch erst einmal so bleiben.

Was ist die Lösung?

Kurz gesagt, muss man auf den großen Regen warten. "Es bräuchte langfristig eine ganz andere Wetterlage", sagte hr-Wetterexperte Tim Staeger am Donnerstag, zwei bis drei Tage gemischtes Wetter würden nicht ausreichen, um den Rhein wieder mit Wasser zu füllen. Und dabei käme es nicht auf den Regen in Hessen, sondern vielmehr auf den Wasserfall an den rheinischen Oberlaufsgebieten an: Alpen, Schwarzwald und Vogesen. Doch zunächst sind solche Regengüsse leider kein Teil der Wettervorhersagen.

Sendung: hr3, "hr3 am Vormittag", 08.11.2018, 10.00 Uhr

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