Astrid sucht einen Stammzellspender

In Deutschland gibt es viele Menschen, die dringend einen Lebensretter brauchen: einen Stammzellspender. So auch Astrid aus Hessen. Sie sucht schon seit über einem Jahr nach einem geeigneten Spender – bisher ohne Erfolg. Mit selbst organisierten Typisierungsaktionen konnte sie aber vielen anderen helfen. Wie Ihr Euch ganz einfach registrieren lassen könnt, erfahrt Ihr hier:

In Deutschland erkranken pro Jahr rund 13.700 Menschen an Leukämie. Eine Stammzellspende ist oft die einzige Chance auf Heilung. Einen Spender zu finden, ist allerdings wie ein Sechser im Lotto.

Astrid und ihre Familie

Bei der zweifachen Mama Astrid ist die Suche noch etwas schwieriger: "Für eine erfolgreiche Transplantation von Stammzellen müssen die Gewebemerkmale von Patient und Spender nahezu hundert Prozent sein. Diese Merkmale werden von Papa und Mama zu jeweils fünfzig Prozent an die Kinder vererbt. Es gibt aber ganz viele verschiedene Kombinationen und die kommen in den ethnischen Gruppen unterschiedlich häufig vor", erklärt sie Tobi und Tanja aus der hr3 Morningshow.

Einen geeigneten Spender für Astrid zu finden, ist besonders schwierig

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Merkmale bei zwei Menschen übereinstimmen, ist relativ gering, kann aber erhöht werden, wenn beide dieselbe ethnische Herkunft haben.

Astrids Vater war Nigerianer, ihre Mutter kommt aus Deutschland. Daher braucht sie einen Spender, der halb europäische und halb afrikanische, im besten Fall nigerianische Vorfahren hat. "Die Problematik bei Betroffenen wie mir ist, dass weltweit extrem wenige Spender registriert sind, die so einen gemischten ethnischen Hintergrund haben. Die Statistiken sagen auch, dass es weniger als drei Prozent registrierte Spender gibt, die gemischte Gene haben, so wie ich," sagt Astrid.

Studien-Medikamente geben Astrid neue Hoffnung

In den letzten Jahren gab es nur eine einzige passende Spenderin. Die Frau stammt aus den USA. Bei der letzten Untersuchung wurde aber festgestellt, dass sie schwanger ist – und damit keine Stammzellen spenden darf.

Weitere Informationen

Spender werden ist ganz leicht

Auf der Webseite der DKMS könnt Ihr Euch als Stammzellenspender registrieren. Ihr erhaltet im Anschluss daran das Registrierungs-Set per Post. Mit den beigelegten Wattestäbchen macht Ihr einen Abstrich Eurer Wangenschleimhaut und schickt das Set wieder an die DKMS zurück. Dort werden Eure Merkmale überprüft und in einer Datenbank abgespeichert. Ihr steht dann sofort als Spender zur Verfügung.

Ende der weiteren Informationen

Astrid wartet also weiterhin auf eine Spende. Nach einem Jahr im Krankenhaus ist sie seit Oktober immerhin wieder Zuhause und geht sogar wieder arbeiten. Aktuell nimmt sie an einer Medikamenten-Studie teil. "Die sollen den Krebs soweit wie möglich zurückdrängen, um eine Lebensqualität zu haben und dafür sorgen, dass die Leukämie nicht wieder Fahrt aufnimmt", erklärt Astrid.

Astrids Suche nach einem Spender hilft auch anderen

Im vergangenen Jahr hat sie außerdem einige Typisierungsaktionen selbst auf die Beine gestellt und so auch Aufklärungsarbeit geleistet, durch die sich eine viele Menschen bei der DKMS registriert haben – so wurden auch Spender für andere Patienten gefunden.

Von solchen Erfolgen zehrt auch Astrid. "Da springt mein Herz ein Stück höher und dann weiß ich, wir machen alles richtig. Ich bin so dankbar, dass für so eine Vielzahl von Patienten ein Spender gefunden wird und dass die Möglichkeit da ist, die Leute darauf aufmerksam zu machen. Das hilft mir auch, weiterzumachen."

"Man hilft allein durch die Registrierung"

Videobeitrag

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zum Video DKMS-Typisierung im hr: Wir werden Stammzellspender!

Video Startbild: DKMS-Stammzellspende - Der hr lässt sich typisieren
Ende des Videobeitrags

Astrids Hoffnung liegt nun auf einem Vorhaben von "Be The Match", einer der größten Stammzellregisterdateien der USA. Dort sollen an allen Universitäten Typisierungsaktionen durchgeführt und gezielt gemischte Menschen angesprochen werden.

Sie appelliert an alle, die sich noch nicht bei der DKMS registriert haben: "Es tut nicht weh, es ist total einfach und man fühlt sich danach gut, weil man das Wissen hat, dass man irgendwann damit mal ein Leben retten kann. Man hilft allein durch die Registrierung", sagt sie.

So könnt auch Ihr Astrid helfen

Wenn Ihr Astrid helfen wollt, dann registriert Euch unter https://www.help-astrid.com/. Über den Registrierungs-Button werdet Ihr weitergeleitet zur Deutschen Stammzellspenderdatei und dort könnt Ihr Euch direkt für Astrid registrieren lassen. Ihr gebt Euren Namen und Herkunftsland an.

Weitere Informationen

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Sendung: hr3, "hr3 Morningshow", 11.02.2019, 05:00 Uhr

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