Ein neuer Trend: Unverpackt-Läden
Ein neuer Trend: Unverpackt-Läden Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

6 Millionen Tonnen Müll alleine aus Hessen jedes Jahr. Sind das nicht erschreckende Zahlen? Müll ist ein riesengroßes Problem. Viele Hessen sind sich dessen schon bewusst und packen mit fantastischen Ideen und Initiativen direkt vor der eigenen Haustür mit an.

Einkaufen ohne Plastikverpackung

Ein neuer Trend: Unverpackt-Läden
Shampoo und Duschgel gibt es auch ohne Plastikverpackung. Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Obst und Gemüse in Plastikfolie, Käse und Wurst in Plastikverpackungen - schon beim Einkaufen könnt Ihr darauf achten, weniger Müll einzukaufen, den Ihr später sowieso wegschmeißt. Doch so ein Einkauf will gut geplant sein. Das sagt auch Elena Jakob von der Hochschule Geisenheim.

Die Uni hat in einer dreiwöchigen Studie zum Thema "Reduzierung von Verpackungsmaterialien" untersucht, was es heißt, Lebensmittel ohne Verpackung einzukaufen. "Man muss den Einkauf gut planen und die verschiedenen Produkte in verschiedenen Läden kaufen: Also zum Beispiel den Käse aus dem Käseladen und das Müsli aus Unverpackt-Läden. Das ist ein riesiger, planmäßiger Aufwand," so Elena Jakob. Trotzdem achten immer mehr Verbraucher darauf, verpackungsfreie Ware zu kaufen - und das kann auch zu einem Umdenken bei den Produzenten führen.

Unverpacktläden in Eurer Nähe

Unverpackt Darmstadt
Wer: Bettina Will
Eröffnet seit: Oktober 2016 
Wo: Gutenbergstraße 5B, Darmstadt
Website: www.unverpacktdarmstadt.com

Gramm.genau 
Wer: Christine, Franzi, Tamás und Jenny
Eröffnung seit: Januar 2017 
Wo: Berger Straße 26, Frankfurt am Main 
Website: www.grammgenau.de

Annas Unverpacktes
Wer: Anna Wahala
Eröffnet seit: 2015
Wo: Ladenburger Str. 37, Heidelberg
Website: www.annas-unverpacktes.de

Butterblume
Wer: Helen Neuwirth und Karin Hesse
Eröffnet seit: August 2017
Wo: Frankfurter Straße 73, Kassel
Website: www.facebook.com/ButterblumeKassel

Gutes unverpackt
Wer: Judith Vogt
Eröffnet seit: 2. Mai 2017
Wo: Raiffeisenstr. 8, Kirchberg, Hunsrück
Website: www.facebook.com/unverpacktkirchberg/

Unverpackt Lorsch
Wer: Sabrina
Eröffnet seit: 2. Oktober 2017
Wo: Bahnhofstraße 14, 64653 Lorsch
Website: www.unverpackt-lorsch.de

Unverpackt Mainz
Wer: Majid Hamdaoui
Eröffnet seit: Juni 2015
Wo: Kurfürstenstraße 19, Mainz
Website: www.unverpackt-mainz.de

Bio-unverpackt 
Wer Bettina und Wolfgang Meudt
Eröffnet seit: Juli 2016  
Wo: Dotzheimer Straße 19, Wiesbaden 
Website: www.bio-unverpackt.com

Würzburg Unverpackt 
Wer: Susanne Waldmann 
Eröffnet seit: 9. März 2017 
Wo: Sanderstraße 5, Würzburg 
Website: www.wuerzburg-unverpackt.de

Refill Deutschland

Refill Aufkleber
Bei Läden mit diesen Aufklebern könnt Ihr kostenlos Leitungswasser in mitgebrachten Trinkflaschen auffüllen. Bild © Refill Station

In immer mehr hessischen Städten gibt es sogenannte Refill Stationen. Das Prinzip ist einfach: In ausgewählten Läden könnt Ihr Eure Trinkflasche kostenlos mit Leitungswasser auffüllen. Welche Cafés, Restaurants, Bars oder Geschäfte teilnehmen, erkennt Ihr am blau-weißen Aufkleber an der Tür. Das Leitungswasser in Deutschland hat eine Top-Qualität und steht unter ständiger Kontrolle.

Refill Deutschland ist ein ehrenamtliches Projekt und hilft, unnötigen Plastikmüll zu vermeiden. Also Mehrwegflasche im Laden stehen lassen, wiederverwendbare Trinkflasche einpacken und ab zum nächsten Refill Laden. Welche Geschäfte in Eurer Nähe teilnehmen und wie Ihr als Ladeninhaber an einen Aufkleber kommt, erfahrt Ihr auf der Website von Refill Deutschland.

Deckel drauf

Willi Nauth vom Getränkemarkt Nauth in Gernsheim
Bei Willi Nauth vom Getränkemarkt Nauth in Gernsheim könnt Ihr Eure Deckel abgeben. Bild © Anna Mayer (hr3)

Dass man mit seinem Müll auch durchaus Gutes tun kann, beweist die Aktion "Deckel drauf". Das Prinzip: Man spendet seine Plastikdeckel und finanziert so Polio-Impfungen, auch bekannt unter dem Begriff Kinderlähmung. Polio ist eine Viruserkrankung und immer noch unheilbar. Die Krankheit ist vor allem in Indien und Afrika ein Riesenproblem und genau da setzt Deckel drauf an: 500 Plastikdeckel braucht‘s für eine Schluck-Impfung.

Gesammelt werden alle Plastikdeckel, die kleiner als 4 cm sind: Also zum Beispiel Sprudelflaschen, Limoflaschen oder alle Deckel von Tetra-Paks wie Milch oder Apfelsaft. Deckel von Quetschobst gehen auch. Die Deckel bestehen aus einem Kunststoff und können wieder recycelt werden. Sie werden quasi sortenrein gesammelt und dann wieder verkauft - dieses Geld finanziert die Polio-Impfung. Die Deckel werden dann geschreddert und aus dem Granulat werden neue Kunststoff-Produkte gemacht, wie zum Beispiel Rohre, Gartenbänke oder neue Kunststoffdeckel.

Über 254 Millionen Deckel sind so schon gesammelt worden – das heißt: Über 508.000 Kinder sind jetzt sicher vor Polio! Eine tolle Aktion, die hessenweit vertreten ist: Die Wolf Apotheke in Kassel macht beispielsweise mit, die Feuerwehr Elmshagen und der Getränkemarkt Nauth in Gernsheim. Welche Abgabestellen es in Hessen gibt, findet ihr auf http://deckel-gegen-polio.de/

Die UMPAS Schmitten

Umpas Schmitten
Jede Menge Müll sammeln die UMPAs in Schmitten. Bild © Anna Mayer (hr3)

Die UMPAS aus Schmitten sind rund 500 ehrenamtliche Umweltpaten – Familien, Vereine, Firmen – die alle zwei Wochen freiwillig rund um den Feldberg Müll einsammeln. Mit dabei sind auch Günter Schwemmlein und Wolfgang Dlabal.

Ihr bisher spektakulärster Fund: ein Kranwagen mitten im Wald. In 20 Minuten kommen da rund sieben Kilo Müll zusammen. Das meiste davon ist Verpackungs- und Plastikmüll – der zersetzt sich auch über Jahrzehnte nicht.

Ihr wollt Euch ebenfalls bei den UMPAS engagieren und den Taunus sauber halten? Dann schreibt eine Mail an info@umpas-schmitten.de.

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Sendung: hr3, "Die hr3 Morningshow", 20.08.2018, 05:00 Uhr

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