Mikroplastikkügelchen mit einer Größe unter 5 Milimetern verschmutzen die Meere und werden oft von Fischen und anderen Meeresbewohnern aufgenommen.
Mikroplastikkügelchen sind kleiner als 5 Milimeter. Bild © picture-alliance/dpa

Kunststoff muss nicht immer sichtbar sein: Mikroplastik zum Beispiel ist so winzig, dass wir es kaum wahrnehmen. Und trotzdem ist es überall - sogar in unserer Kosmetik.

Was genau ist Mikroplastik?

Plastik ist überall. Zum Beispiel im Meer. Aber wusstet ihr, dass es auch in der Luft ist? Mikroplastik lautet hier das Stichwort. Darunter versteht man kleinste Kunststoff-Teilchen, die entweder durch den Zerfall von Plastikprodukten entstehen oder bewusst hergestellt werden für etwa Waschmittel oder Zahnpasta. Sie sind zwischen 0,1 Mikrometer und 5 Millimeter groß und nicht biologisch abbaubar.

Was ist das Problem daran?

 Mikroplastik-Teilchen, die am 17.03.2015 am Ufer der Warnow in Rostock gefunden wurden, kleben am 09.02.2016 im Leibniz-Institut für Ostseeforschung (IOW) in Warnemünde (Mecklenburg-Vorpommern) an einem Klebestreifen an einem Finger.
Mikroplastik-Teilchen, gefunden am Strand von Warnemünde (Mecklenburg-Vorpommern). Bild © picture-alliance/dpa

Nur weil es für bestimmte Gebrauchszwecke bewusst hergestellt wird, ist es nicht zwingend notwendig. Im Gegenteil: Die Umwelt leidet darunter. Dr. Dorothea Seeger vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) erklärt: "Das Problem ist die geringe Größe und die Tatsache, dass wir es wirklich fast überall finden: in der Tiefsee, im arktischen Meer-Eis, aber auch im Schnee. Das heißt, dass sich das Plastik eben auch über die Luft verbreitet."

Weil es so klein ist, geht Mikroplastik einfach durch die Filtersysteme der Kläranlagen und gerät so ins Meer und Grundwasser. Es wurde beispielsweise auch schon in Muscheln und Garnelen gefunden und hat nicht nur Folgen für die Tiere selbst, sondern auch für uns Menschen - schließlich endet es durch den Verzehr dieser Meerestiere in unserem eigenen Körper. Die Chemikalien, die sich von den Kunststoffteilchen lösen, können gesundheitsschädlich sein und stehen im Verdacht, Allergien oder sogar Krebs und Herzerkrankungen auszulösen.

Wo steckt es drin?

Nach einer Schätzung des Fraunhofer Instituts fallen 364.000 Tonnen Mikroplastik-Müll jährlich in Deutschland an. Die Forscher haben 51 Ursachen für Mikroplastik identifiziert, darunter ist der Abrieb von Autoreifen und Straßen mit 33 Prozent Hauptverursacher. Einfach weggeworfenes und nicht recyceltes Plastik macht 10 Prozent aus und der Abrieb unserer Schuhsohlen immerhin drei Prozent.

Mikroplastik in Kosmetik
Die kleinen blauen Kügelchen in diesem Kosmetikprodukt sind Mikroplastik. Bild © picture-alliance/dpa

Der Anteil von Mikroplastik verursacht durch Kosmetik- und Pflegeprodukte ist mit einem Prozent relativ gering, aber nicht zu unterschätzen: Es gibt die offensichtlichen Produkte wie Glitzer. Aber auch in Duschgel, Shampoo, Seife, Sonnencreme oder Lippenstift ist Mikroplastik zu finden - mal mehr, mal weniger offensichtlich: Wir kennen beispielsweise die kleinen blauen Kügelchen im Gesichtspeeling, die für den Schmirgeleffekt sorgen. Das ist Mikroplastik. Es kann aber auch in flüssiger oder gelartiger Form daherkommen.

Wie kann ich auf Mikroplastik verzichten?

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Mit der "CodeCheck"-App könnt Ihr Mikroplastik in Produkten erkennen. Die Kollegen von YOU FM haben die App getestet.

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Der BUND hat einen umfassenden Einkaufsratgeber herausgebracht, der zeigt, in welchen Kosmetik- und Hygiene-Produkten Mikroplastik enthalten ist. Aufgeführt sind Marken wie Astor, Balea, Bübchen, Dove, Essence, Eucerin, Isana, Ladival, La Roche Posay, Maybelline, Nivea oder The Body Shop . Das macht es leicht, beim Einkaufen die richtigen Produkte in den Wagen zu legen.

Wer in Unverpackt-Läden einkauft, findet noch andere Ideen für ein Leben ohne Mikroplastik: zum Beispiel Zahnputztabletten, die im Mund gekaut und dabei zu Brei werden und ganz ohne Kunststoff auskommen.

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Sendung: hr3, "Die hr3 Morningshow", 23.08.2018, 05:00 Uhr

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