Strommast einer Überlandleitung
Wer Kunde des Stromversorgers BEV ist, sollte sich zügig um einen neuen Anbieter kümmern. Bild © picture-alliance/dpa

Der Energieversorger BEV hat Ende Januar Insolvenz angemeldet und die Stromlieferungen an seine Kunden eingestellt. Was Betroffene jetzt tun sollten – und was beim Anbieterwechsel zu beachten ist.

Für die Kunden des Stromanbieters BEV Bayerische Energieversorgungsgesellschaft war es eine Hiobs-Botschaft: Das Münchener Unternehmen ist insolvent. Wegen gestiegener Energie-Beschaffungskosten und massiver Kundenbeschwerden und Kündigungen ist der Stromversorger zuletzt in Schieflage geraten. Anfang des Jahres hatte die Bundesnetzagentur sogar ein Aufsichtsverfahren eingeleitet.

Das müssen Kunden jetzt wissen

  • Als erstes: Stellt jeglichen Zahlungsverkehr mit der BEV ein! Widerruft die Sepa-Lastschriftmandate am besten schriftlich per Einschreiben.
  • Sucht Euch möglichst schnell einen neuen Anbieter. Bis Ihr einen neuen Stromversorger gefunden habt, springt der örtliche Grundversorger ein.
  • Ihr habt in der Vergangenheit zu viel Geld an die BEV gezahlt? Diese Ansprüche müsst Ihr vermutlich im Rahmen des Insolvenzverfahrens stellen. Wenn es soweit ist, meldet sich der Insolvenzverwalter bei Euch.
  • Haltet Euch au fder Website der BEV auf dem neuesten Stand. Dort gibt es auch eine FAQ-Seite mit oft gestellten Fragen. Rechtliche Einschätzungen auf der Seite sollten allerdings nicht ungeprüft übernommen werden.
  • Die Verbraucherschutzzentrale rät: Kündigt Euren Vertrag mit der BEV schriftlich – auch wenn der Versorger behauptet, dass der Vertrag mit der Einstellung der Stromlieferung automatisch endet.
  • Überprüft auch Eure Schlussrechnung sorgfältig: Sind dort alle von Euch gezahlten Abschläge aufgelistet? Sind die Grundpreise ordnungsgemäß abgerechnet?
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Hier findet Ihr Beratung

Wie geht es mit dem Insolvenzverfahren weiter? Was bedeutet das für Boni, Guthaben und eventuelle Schadensersatzforderungen der Verbraucher? Die Verbraucherzentrale Hessen berät betroffene Kunden der BEV in einem "Verbrauchercafé".

Am Montag, den 11. Februar, von 14-16 Uhr
Adresse: Beratungsstelle Wiesbaden, Bahnhofstraße 36, 65185 Wiesbaden
Die Veranstaltung ist einschließlich Kaffee und Tee – kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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Darauf solltet Ihr bei Vertragsabschluss achten

Online-Vergleichsportale sind gut geeignet, um sich einen Überblick über die verschiedenen Anbieter und Tarife zu verschaffen. Trotzdem gilt: ordentlich lesen! Die Stiftung Warentest empfiehlt folgendes Vorgehen:

  • Wählt "Erweiterte Einstellungen" im Vergleichsrechner aus.
  • Stellt eine Vertragslaufzeit bis 12 Monate und eine Vertragsverlängerung bis 3 Monate ein.
  • Bei "Tarife pro Anbieter" solltet Ihr "alle" auswählen.
  • Nicht auswählen: "Einmalige Boni" und "Tarife mit hoher Kundenempfehlungsquote".
  • Mit "Neu berechnen" startet Ihr die Suche.
  • In der Regel müsst Ihr den Anbieterwechsel nicht selbst übernehmen. Es reicht, wenn Ihr Euch bei einem neuen Anbieter (online) anmeldet. Er kümmert sich dann um den "Umzug".
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Gut zu wissen:

Je kürzer Ihr Euch an einen Vertrag bindet, umso flexibler bleibt Ihr. Empfehlenswert sind Vertragslaufzeiten bis zu einem Jahr, kurze Folgelaufzeiten und eine Kündigungsfrist von einem Monat. Dann könnt Ihr auf aktuelle Preisentwicklungen schnell reagieren und den Anbieter zeitnah wechseln.

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Sendung: hr3, "hr3 am Nachmittag", 05.02.2019, 13:30 Uhr

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