Bonobo Bili in Wuppertal
Jetzt hat sich Bili endlich in seinem neuen Zuhause eingelebt. Bild © picture-alliance/dpa

Im November wurde Menschenaffe Bili vom Frankfurter Zoo nach Wuppertal umgesiedelt. In seinem neuen Zuhause wurde er von den anderen Affen allerdings nicht akzeptiert und sogar attackiert: Ein Teil seines Ohres wurde ihm abgebissen. Jetzt kommen gute Nachrichten aus Wuppertal: Bili hat eine Frau gefunden!

Update: Bili hat sich endlich eingelebt!

Endlich kann der Zoo Wuppertal einen Erfolg vermelden: In den vergangenen Tagen ist Bili einem Bonobo-Weibchen nähergekommen. Um welche Affen-Dame es sich genau handelt, ist noch nicht bestätigt. Laut Bild-Zeitung heißt Bilis Affen-Affäre Muhdeblu.

Wie eng die Beziehung der beiden ist, kann man ebenfalls nicht sagen. Bonobos gehören nämlich zu den wenigen Tieren, die Sex nicht zur Nachwuchs-Zeugung, sondern auch für Spaß und Entspannung nutzen – und danach prügeln sie sich oftmals trotzdem wieder. Von einem Happy End für Bili kann also noch nicht die Rede sein. Temporär geht es ihm aber endlich besser. Zum Glück!

Rückblick

Bonobo-Männchen Bili liegt mit Verletzingen am Ohr im Stroh
Bonobo-Männchen Bili wurde Anfang des Jahres das Ohr abgebissen. Bild © picture-alliance/dpa

Es war kein schöner Anblick, der sich den Zoo-Mitarbeitern in Wuppertal Ende Januar bot: Das 10-jährige Bonobo-Männchen Bili schaute traurig, das Ohr und die Finger waren blutig gebissen. Seit Bili im November in den Grünen Zoo Wuppertal umgesiedelt wurde, konnte er sich nicht so richtig in die Gruppe integrieren und wurde von den anderen Bonobos attackiert. Viele Zoo-Besucher sorgten sich um Bili, vor dem Zoo in Wuppertal wurde sogar für seine Rettung demonstriert. Im Zoo Wuppertal wollte man Bili aber behalten. "Für unsere Mitarbeiter ist das auch schlimm anzusehen, aber es ist etwas ganz Normales. Unter Bonobos kann es ziemlich rau zugehen", erklärte uns Andreas Haeser-Kalthoff, Sprecher des Grünen Zoos Wuppertal, damals.

"Das ist eine harte Phase, durch die Bili jetzt durch muss"

Im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms kam Bili Ende letzten Jahres nach Wuppertal, um sich dort fortzupflanzen. Eine Bonobogemeinschaft sei ein komplexes Sozialsystem. Eine Zusammenführung wie bei Bili brauche immer Zeit, erklärt Haeser-Kalthoff. Dass das länger als sechs Wochen dauert, sei dabei ganz normal. Normalerweise werden Männchen mit ihren Müttern in andere Gruppe umgesiedelt, um ihre Position zu stärken. Bei Bili war das aber nicht möglich, er wurde von seiner Mutter verstoßen.

Konfliktpotenzial wird minimiert

Ein Pfleger hält das vier Monate alte Bonobo-Baby Bili (2009)
2009 kam der damals vier Monate alte Bonobo-Junge Bili in den Frankfurter Zoo. Seine Mutter hatte ihn verstoßen. Bild © picture-alliance/dpa

Bili in einen anderen Zoo umzuziehen, würde Bilis Situation nicht verbessern. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wäre er hier den gleichen Aggressionen ausgesetzt. Der Grüne Zoo Wuppertal versuchte deshalb, das Konfliktpotenzial zwischen den Bonobos zu minimieren: Es wurden Rückzugsorte geschaffen und darauf geachtet, das Futter gleichmäßig zu verteilen, damit kein Futterneid entsteht. Außerdem wurde die Situation von einem Tierarzt überwacht. Bili sollte vorerst bei den anderen Bonobos bleiben: "Wir hatten Angst, dass eine Sonderbehandlung von Bili bei einer erneuten Zusammenführung zu noch mehr Aggressionen unter den Bonobos führt", so der Sprecher des Zoos Wuppertal. Im Notfall werde Bili aber separiert.

Dennoch ist man im Grünen Zoo Wuppertal optimistisch: Langsam würden sich positive Entwicklungen abzeichnen. Haeser-Kalthoff ist zuversichtlich, dass Bili noch richtig in die Gruppe integriert werden kann. Der Zoo hat Bili in letzter Zeit in verschiedenen Konstellationen mit den anderen Affen zusammengebracht. Er wurde unter anderem schon beim gegenseitigen Lausen mit dem Bonobomännchen Mato entdeckt.

Sendung: hr3, "hr3 am Vormittag", 01.03.2019, 09:30 Uhr

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