Für Jugendliche unentbehrlich: Smartphones
Für Jugendliche unentbehrlich: Smartphones Bild © Imago

Kinder und Jugendliche verbringen viel Zeit bei Instagram, Snapchat und Co. Problematisch wirds, wenn es zur Sucht wird. Eine neue Studie verrät, wie viele 12-17-Jährige Social-Media-süchtig sind.

Posten, Liken, eben eine kurze WhatsApp. Handys dominieren den Alltag vieler Kinder und Jugendlicher.

Wie viele Jugendliche sind süchtig?

Laut einer neuen Studie der DAK und dem Deutschen Zentrum für Suchtfragen an der Uniklinik Hamburg sind 2,6 Prozent der Jugendlichen in Deutschland (12-17 Jahre) abhängig von sozialen Medien. Hochgerechnet macht das ungefähr 100.000 Süchtige. Betroffen sind etwas mehr Mädchen (3,4 %) als Jungs (1,9 %). Die überwiegende Mehrheit der 12-17-Jährigen (85 Prozent) nutzt Social Media 7 Tage die Woche. Und das im Durchschnitt 3 Stunden.

Mit Abstand das beliebteste Netzwerk ist WhatsApp, gefolgt von Instagram und Snapchat.

Die Studie ist die erste für Deutschland repräsentative Untersuchung, die der Häufigkeit von Social-Media-Sucht nachgeht.

Es geht um ernsthafte psychische Probleme

Social-Media-Sucht verursacht gesundheitliche Probleme. Besonders auffällig ist der Zusammenhang zwischen Social-Media-Sucht und Depression. Laut der Studie hat jeder Dritte Social-Media-Süchtige Symptome einer Depression. Außerdem benutzen viele Jugendliche soziale Medien, um nicht an unangenehme Dinge denken zu müssen.

Wann beginnt die Sucht?

Um herauszufinden, wann die Gewohnheit zur Sucht wird, haben niederländische Forscher den sogenannten Social-Media-Disorder-Scale entwickelt: einen Fragebogen aus 9 Fragen.

Weitere Informationen

Social-Media-Disorder-Scale

  1. Nutzt Du oft soziale Medien, um nicht an unangenehme Dinge denken zu müssen?
  2. Nutzt Du oft heimlich soziale Medien?
  3. Kannst Du die Nutzung sozialer Medien nicht stoppen, obwohl andere Dir sagen, dass Du dies wirklich tun müsstest?
  4. Fühlst Du Dich oft unglücklich, wenn Du keine sozialen Medien nutzen kannst?
  5. Hast Du im vergangenen Jahr regelmäßig an nichts anderes denken können als an den Moment, in dem Du wieder soziale Medien nutzen kannst?
  6. Fühlst Du Dich regelmäßig unzufrieden, weil Du eigentlich mehr Zeit für soziale Medien aufwenden wolltest?
  7. Gibt es regelmäßig Streit mit Anderen durch die Nutzung sozialer Medien?
  8. Hast Du regelmäßig kein Interesse an Hobbys oder anderen Beschäftigungen, weil Du Dich lieber mit sozialen Medien beschäftigen willst?
  9. Hast oder hattest Du ernsthafte Probleme mit Deinen Eltern, Brüdern, Schwestern oder Freunden durch die Nutzung sozialer Medien?
Ende der weiteren Informationen

Wer mindestens 5 dieser 9 Fragen mit "ja" beantwortet, gilt als Social-Media-süchtig und sollte dringend das Online-Verhalten ändern. Gelingt das nicht eigenständig, sollte ein Therapeut aufgesucht werden. Das Gute ist: Jede Sucht kann therapiert werden.

Sendung: hr3, "hr3 am Vormittag", 01.03.2018, 11 Uhr

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